Kai Wiegmann versammelt in „Ein Streifzug durch Kölns Montmartre“ 15 Kurzgeschichten aus Nippes – eine Einladung zum Spaziergang durchs Veedel.
Veedels-LiteraturIn 15 Kurzgeschichten einmal durch Nippes

Autor Kai Wiegmann mit seinem Kurzgeschichten-Buch.
Copyright: Bernd Schöneck
„Bei den Geschichten ging es mir vor allem um die Atmosphäre“, verrät Kai Wiegmann. „Ich wohne seit 20 Jahren in Nippes. Und jeder, der hier ist, weiß, wie atmosphärisch und schön es hier ist – gerade in den kleinen Gassen und auf den Plätzchen.“ Über seine Jahre in Nippes hat er sich ins Veedel verliebt; ursprünglich kommt er aus einem Dorf im Münsterland. „Ich finde, dass sich Nippes bis heute dieses Eigenständige, leicht Dörfliche bewahrt hat“ – ein gelungener Mix zwischen Großstadtleben mit all seinen Möglichkeiten, und der lokalen Verwurzelung, der Vertrautheit und dem Urtypischen, findet er.
In seinem Buch „Ein Streifzug durch Kölns Montmartre – 15 Kurzgeschichten aus Nippes“, das er im Eigenverlag veröffentlicht hat, hat er Geschichten versammelt, die im Zeitraum von einigen Jahren entstanden sind; viele davon in der Zeit des Corona-Lockdowns. „Ich habe mir gedacht, dass sie zu schade sind, um sie in der Schublade verschwinden zu lassen“, so der 52-Jährige, der als Lehrer an der Erzbischöflichen Gesamtschule in Pulheim-Stommeln unterrichtet. Er schreibt bereits von klein auf und mag insgesamt Kölner Geschichten sowie Sagen. Der Buchtitel bezieht sich dabei auf den Vergleich von Nippes mit dem berühmten Pariser Stadtteil, der für sein künstlerisches, leichtgängiges Flair bekannt ist. Auch der Nippeser Chronist, Archivar und Autor Reinhold Kruse hatte sich mit dem Thema beschäftigt und überraschende Parallelen zwischen Nippes und Montmartre herausgearbeitet.
Rundgänge und Lesungen in Vorbereitung
In seinen 15 Kurzgeschichten lässt Wiegmann die Orte selbst erzählen; als Leser kann man in die ältere und jüngere Geschichte des Veedels eintauchen und die Gegenwart erleben. „Es macht Nippes erlebbar, man kann die Orte der Reihe nach abwandern.“ Unter den Spielorten sind etwa das Nippeser Tälchen, der Wilhelmplatz und der Leipziger Platz, das Clouth-Areal, die alte Kirche St. Heinrich und Kunigund am Schillplatz, sowie die frühere Mühle an der Auerstraße, wo der Autor auch wohnt. Jede Geschichte hat eine kurze Einführung in den Ort und einen Hinweis auf die Zeit der Handlung. „Oft ist in den Geschichten ein offenes Ende vorhanden, um den Lesern die eigene Fantasie zu bewahren und sie sich entwickeln zu lassen.“
Der Autor plant zudem, Rundgänge und Lesungen zu veranstalten. Eine erste findet Anfang Mai in Kooperation mit dem Seniorennetzwerk Nippes statt – sie ist jedoch bereits ausgebucht. Weitere Termine sind in Vorbereitung.
Schon zuvor liest Kai Wiegmann am Freitag, 17. April, ab 17.30 Uhr im Café „Frau Mexi“, Niehler Straße 76, aus seinem Werk „Ein Streifzug durch Kölns Montmartre“. Im Anschluss ist eine Gesprächsrunde geplant, der Eintritt ist frei.
Kai Wiegmann, „Ein Streifzug durch Kölns Montmartre“, Books on Demand (BoD), ISBN 978-3-6957-3982-0. Preis: 10 Euro.
