Die Besatzung nimmt samt Rettungshubschrauber an einer Übung teil. Die Rückkehr ist für Mitte Mai geplant.
Fliegerhorst NörvenichSAR-Hubschrauber der Bundeswehr für mehrere Wochen in Litauen

Der SAR-Hubschrauber aus Nörvenich, hier bei einem Einsatz am Weißen Stein in der Eifel, soll für mehrere Wochen nach Litauen verlegt werden.
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Bei schweren Unfällen und Unglücken kommen sie zum Einsatz: die gelben Rettungshubschrauber des ADAC aus Köln, Aachen oder anderswo. Sie heißen Christoph 3 oder Christoph Rheinland und bringen Schwerverletzte auf schnellstem Weg in nahe Kliniken. Was weniger bekannt ist: Auch die Bundeswehr unterhält in der Region einen Rettungshubschrauber. Der SAR (für „Search and Rescue“, also „Suchen und Retten“) hilft aus, wenn gerade kein Christoph zur Verfügung steht oder aus anderen Gründen nicht aufsteigen kann.
Doch der am Fliegerhorst Nörvenich stationierte Hubschrauber und seine Besatzung werden von Ende April bis Mitte Mai nicht zur Verfügung stehen. „Im Rahmen einer Übung in Litauen wird das Kommando zur Unterstützung dabei sein“, sagt ein Sprecher des Heeres im Presse- und Informationszentrum in Strausberg bei Berlin. Eine dauerhafte Verlegung, wie Gerüchte im Kreise des Fliegerhorstes vermuten ließen, sei nicht geplant. „Sie bekommen ihn wieder.“
Rhein-Erft-Kreis: Hubschrauber der Bundeswehr fliegt auch nachts
Der SAR gilt als hervorragende Ergänzung zu den regulären Christoph-Hubschraubern. Denn: Der SAR fliegt auch nachts. Ein Christoph-Hubschrauber, der auch zu Nachtflügen aufsteigt, muss beispielsweise erst aus Münster angefordert werden. So war der SAR etwa 2020 bei einem schweren Unfall nachts um 1 Uhr auf der L213 bei Brauweiler im Einsatz, als fünf Menschen schwer verletzt wurden.
Und der SAR ist etwas größer als die ADAC-Hubschrauber, sodass im Inneren auch Reanimationen vorgenommen werden können. Daher ist auch der Transport von kritischen Patienten möglich. Auch verfügt er über eine Seilwinde für Einsätze, bei denen der Hubschrauber nicht landen kann.
Im Jahr 2024 ist der SAR von Nörvenich aus 89 Einsätze geflogen, davon rund drei Viertel für zivile Zwecke, etwa bei Unglücken oder Patientenverlegungen, mehr allerdings nicht, denn üblicherweise greifen die Leitstellen der Rettungsdienste zunächst auf die Christoph-Hubschrauber zurück. Die SAR-Staffel des Heeres unterhält lediglich drei Standorte im Bundesgebiet: Neben Nörvenich sind das noch die Kommandos in Niederstetten (Baden-Württemberg) und in Holzdorf/Schönewalde (Brandenburg). Die SAR-Leitstelle der Bundeswehr befindet sich in Münster.
Der Rhein-Erft-Kreis unterhält spätestens seit der Flutkatastrophe 2021 und seit der Corona-Pandemie gute Beziehungen zur Bundeswehr, die sich in den Krisen durch große Hilfeleistung ausgezeichnet hat. „Wir haben im Kreisgebiet auch durch die Autobahnen oft schwere Verkehrsunfälle“, sagt der für den Rettungsdienst zuständige Kreisdezernent Martin Gawrisch. „Da ist jeder Hubschrauber ein Gewinn für den Rettungsdienst.“
Mit der Bundeswehr bestehe immer ein guter Austausch. „Wenn wir die Soldaten brauchen, sind sie da“, sagt Gawrisch. Die Leitstelle des Rettungsdienstes habe immer die Möglichkeit, im Notfall auf den SAR-Hubschrauber zurückzugreifen, gerade bei Nachteinsätzen.
