Der Geburtstag des Unternehmens wurde mit Panoramafahrt, Festakt und einem Blick in die Vergangenheit begangen.
RheinschifffahrtKöln-Düsseldorfer feiert 200-jähriges Bestehen

Festakt und Panoramafahrt zum 200-jährigen Bestehen der KD Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschifffahrt.
Copyright: Thilo Schmülgen
Seit den Kindertagen der Köln-Düsseldorfer ist einiges passiert auf dem Feld der Fortbewegung. Das Auto wurde erfunden, das Flugzeug, die Eisenbahn und der E-Roller. Doch der Faszination, sich auf ein Boot zu setzen und dem Alltag für ein Weilchen auf dem Wasser zu entfliehen, konnte der Fortschritt nichts anhaben. Und so kann die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschifffahrt GmbH in diesem Jahr ihren 200. Geburtstag feiern.
Zum offiziellen Festakt inklusive Vier-Gänge-Menü, Musik und Akrobatik lud das Unternehmen natürlich auf eines seiner 15 Schiffe ein. In der Kölner Altstadt legte die erst vier Jahre alte MS Rhein-Galaxie mit rund 230 Gästen ab, denen KD-Geschäftsführerin Nina Luig zuvor persönlich die Hand geschüttelt hatte. „Die KD hat die Industrialisierung erlebt, zwei Weltkriege, schwerste Schieflagen und existenzbedrohende Stürme“, so Luig zur Begrüßung: „Und sie ist durch all das hindurchgekommen, weil sie aus meiner Sicht nie vergessen hat, wofür sie steht.“ Im Mittelpunkt stehe der Mensch und das Gefühl, willkommen zu sein: „Gastfreundschaft kennt keine Krisen.“
Anfangszeit war von Rivalitäten geprägt
Die Geschichte beginnt am 11. Juni 1826 mit der Gründung der Preußisch-Rheinischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft, die kurze Zeit später mit dem Seitenraddampfer „Concordia“ einen Linienverkehr zwischen Köln und Mainz startet. Das Geschäft mit dem Personen- und Gütertransport läuft rund. Die Concordia fährt schon in der zweiten Jahreshälfte 1827 einen satten Überschuss ein. Auch das Schwesterschiff „Friedrich Wilhelm“ ist profitabel. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Etwa zehn Jahre später formiert sich in Düsseldorf die Dampfschifffahrts-Gesellschaft für den Nieder- und Mittelrhein.
Beide Unternehmen gönnen sich nichts. „An den Anlegestellen hat man versucht, als Erster anzukommen, um die Gäste abzufischen“, erläuterte Ulrich S. Soénius, Direktor des Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchivs, im Gespräch mit Moderatorin Claudia Hessel. Dabei habe es manche Unfälle gegeben. Dazu kommt ein ruinöser Preiskampf. Mit der Gründung einer Betriebsgemeinschaft 1853 ist es damit vorbei: Beide Seiten machen nun unter dem Namen „Rhein-Dampfschifffahrt, Kölnische und Düsseldorfer Gesellschaft“ gemeinsame Sache.
Oberbürgermeister von Köln und Düsseldorf betonen Zusammenarbeit
„Köln und Düsseldorf können sich streiten, das gehört dazu, das ist manchmal sogar gesund“, so Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD): „Aber wenn es um die Stärke der Region geht, wenn es um Jobs und Tourismus und Sichtbarkeit in der Welt geht, dann können wir gemeinsam mehr erreichen.“ Sein Amtskollege aus Düsseldorf beschwor ebenfalls die Einigkeit: „Der Rhein trennt Düsseldorf und Köln nicht, er verbindet die beiden Städte“, so Stephan Keller (CDU): „Und so ist aus zwei starken rheinischen Traditionen eine gemeinsame Erfolgsgeschichte geworden, die wir heute feiern.“ Das nicht ganz ernst gemeinte Angebot Torsten Burmesters, Düsseldorf bei der Sanierung der dortigen Oper „die ganze Expertise der Stadt Köln“ zur Verfügung zu stellen, schlug Keller jedoch humorvoll aus. „Ein Angebot der Hilfe könnte man auch ein Stück weit als Drohung empfinden.“
Rund 1,4 Millionen Gäste befördert die KD pro Jahr. Der Tourismus hat längst die Oberhand gewonnen. Die Tour zum Drachenfels gehört noch immer zu den Klassikern im Programm. Immer wichtiger werden daneben die Partyfahrten. „Hier sind wir mit Vorlauf ausgebucht“, so KD-Sprecherin Nicole Becker. Laut Robert Straubhaar, Chef des KD-Mutterkonzerns „United Waterways“, hat die KD in den 200 Jahren ihres Bestehens rund 250 Millionen Passagiere befördert, darunter Kaiser, Könige und andere Staatsoberhäupter. „Sogar ein Papst war dabei.“ Die KD sei Wirtschaftsgeschichte, Sympathieträgerin und eine Ikone.
Bei der Übernahme vor zehn Jahren sei er jedoch überrascht gewesen, dass die Flotte unter maltesischer Flagge geführt war: „Wir haben viel Energie reingesteckt, dass wir das umdrehen, dass die Schiffe wieder heimkommen.“ Sein Wunsch für die Zukunft sei, dass die KD wieder einen Rad-Dampfer erhalte wie früher: „Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, dass wir diesen Weg gehen“, so Straubhaar. Das nächste Jubiläum könnte also in historischer Kulisse gefeiert werden.
