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Passantenbefragung in KölnRodenkirchen verliert an Beliebtheit als Einkaufsziel

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Gastronomie mit Bedienung wächst in der Bedeutung. Der Maternusplatz gilt als Treffpunkt.

Gastronomie mit Bedienung wächst in der Bedeutung. Der Maternusplatz gilt als Treffpunkt.

Von September bis Oktober 2025 ließ Köln-Business rund 2400 Passanten von zwölf Stadtteilen befragen. Rodenkirchen gibt ein gemischtes Bild ab. 

Lohnt sich Rodenkirchen zum Shoppen und Verweilen? Folgt man den neuen Zahlen von Köln-Business, die regelmäßig Erhebungen durchführen, ist die Weiterempfehlungsquote des südlichen Stadtbezirks von gut 77 auf 41 Prozent binnen zwei Jahren gesunken.

Das Rodenkirchener Zentrum liegt, trotz guter Branchenkennzahlen, mit seiner Durchschnittsnote von 2,7 unter dem gesamtstädtischen Mittel. Nur Porz und Kalk schneiden schlechter ab. Am besten, mit der Note 2,0, werden die südliche Innenstadt, Sülz und der Bezirk Lindenthal wahrgenommen. Insgesamt wurden 2424 Passanten in den Bezirken befragt, knapp 200 in Rodenkirchen.

Einkaufen und Gastronomie als Hauptanziehungspunkte

Die Daten werden aus verschiedenen Quellen, den Passantenbefragungen, der Nutzungsstruktur, der Erhebung vitaler Innenstädte, dem Wirtschafts- und Arbeitsmarkt sowie Strukturdaten, zusammengestellt.

Der Hauptgrund für den Besuch ist laut Passantenbefragung zu 80 Prozent Shoppen, zu 22 Prozent die Gastronomie. „Diese Erhebung unterstreicht mit Daten die Aspekte, die man schon immer gefühlt hat. Wohnen und Einkaufen werden signifikant stärker beurteilt als der Durchschnitt. Sowohl der gezielte Besuch eines einzelnen Fachgeschäftes, als auch das Shoppen, also das Besuchen von Geschäften, werden präferiert“, meint Wolfgang Behrendt, Inhaber des gleichnamigen Juweliergeschäfts an der Maternusstraße und Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft, des Treffpunkt Rodenkirchen.

Juwelier Wolfgang Behrendt ist der Vorsitzende des Treffpunkt Rodenkirchen.

Juwelier Wolfgang Behrendt ist der Vorsitzende des Treffpunkt Rodenkirchen.

Laut der Befragten hat sich das Kaufverhalten mit zehn Prozent Anstieg kaum dem Onlinehandel im Bezirk zugewandt. 71 Prozent geben an, gar nicht online einzukaufen. „Das ist erstaunlich. Hieran sieht man, dass der in Teilen noch gut funktionierende Einzelhandel einen soliden Nährboden hat“, sagt Behrendt. Die Auswertung der Befragtenzahlen spricht eine andere Sprache. 34 Prozent meinen, das Veedel sei damit digital gut aufgestellt. Im Gesamtschnitt aller Bezirke liegt die Zahl doppelt so hoch.

„Für uns ältere Menschen ist hier alles vorhanden“, sagt Beate Bellinghausen. Sie lebt seit drei Jahren im Maternus Seniorencentrum. Kurze Wege, die auch positiv in der Passantenbefragung ausfallen, machen es der Dame einfacher. „Ich bräuchte ein paar Sachen aus der Innenstadt, die ich hier nicht kaufen kann.“ Bemängelt werden im Veedel hauptsächlich das Fehlen von Lederwaren, Elektronik, Oberbekleidung, Biowaren und Sport und Hobby. Gut bewertet hingegen ist das Angebot an Apotheken, Büchern, aber auch Veranstaltungen. Dazu tragen die Bürgervereinigung, der Förderverein Literamus und die Veranstaltungen des Treffpunkts Rodenkirchen bei. Seit Kurzem wird auf Initiative des Haus Schmitz sogar auf dem Maternusplatz getanzt.

Für ältere Menschen wie Beate Bellinghausen ist Rodenkirchen in Ordnung.

Für ältere Menschen wie Beate Bellinghausen ist Rodenkirchen in Ordnung.

Dieser Platz, da sind sich alle einig, ist der Treffpunkt schlechthin. „Es darf allerdings nicht sein, dass sich hier eine Eisdiele erlaubt, um 18 Uhr im Sommer zu schließen“, merkt die Rodenkirchener Malerin Gerda Laufenberg an: „Das sollte wirklich verboten werden.“

Insgesamt profitiert der Stadtbezirk von einer kaufkraftstarken Bevölkerung, einer vergleichsweise gut ausgebauten Infrastruktur und einer attraktiven Mischung aus Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten. Strukturell ist die Entwicklung gemischt: Die Gastronomie wächst, insbesondere im Bereich Gastronomie mit Bedienung. Die Freizeitwirtschaft wächst ebenfalls um sieben Prozent, wird aber nur mit der Note 3 bewertet.

Trotz Kahlschlag im Sommershof – fast alle Geschäfte sind hier derzeit ausgezogen – liegt die Leerstandsquote mit 3,6 Prozent deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von rund zehn Prozent. „Eine Leerstandsquote um rund fünf Prozent ist ein gesunder Leerstand, damit Betriebe umziehen, sich vergrößern oder verkleinern oder neu nach Köln kommen können“, sagt Köln-Business-Geschäftsführer Manfred Janssen.

Behrendt sieht hier die Aufgabe hauptsächlich bei den Hausbesitzern. In zunehmendem Maße kommt ihnen die wichtige Aufgabe zu, sich für einen attraktiven Branchenmix verantwortlich zu fühlen. „Wenn die Standorte nur noch durch einige wenige Branchen gefüllt und diese dann zigfach vertreten sind, dann leidet die Anziehungskraft der Mittelzentren. Die Hausbesitzer müssen verstehen, dass eine diesbezügliche Schieflage unmittelbar den Wert ihrer Immobilien mindert.“