Die WDR-Moderatorin und der Komiker kommentierten für den WDR den Zoch.
Rosenmontagszug im WDRViel „Ich“ und ausbaufähiger Witz mit Cantz und Heinrich

Sabine Heinrich und Guido Cantz kommentierten den Rosenmontagszug im WDR.
Copyright: Uwe Weiser
So bunt das Treiben im Zoch selbst war, so zäh verlief der Kommentar von Sabine Heinrich und Guido Cantz – jedenfalls zeitweise. Es wurden vor allem viele Namen und Titel genannt: Jeder Sitzungspräsident und jede Präsidentin, jeder Literat, Korpskoch, Stabstrompeter, Generalpostmeister und jede Regimentstocher wurde da aus dem Kommentatorenkasten gegenüber der Severinskirche begrüßt.
Immer mit der Betonung, dass man sich ja kennt – was bei einem langgedienten Bühnenstar wie Guido Cantz auch kein Wunder ist. Sogar sein eigener Zahnarzt fuhr auf einem Wagen mit, erzählte er.
WDR-Moderatorin Sabine Heinrich, die seit 2024 gemeinsam mit Cantz kommentiert, wurde nicht müde, zu betonen, auf wie vielen Sitzungen sie selbst gewesen ist, mit wie vielen Beteiligten sie gesprochen hat. Stets war es überragend, toll, beeindruckend und ganz rührend. Nur manchmal glänzte sie mit Fachwissen. Etwa, dass das „Y“ im Kölschen wie ein „I“ ausgesprochen wird, wenn ein Konsonant folgt – wie in Lyskircher Junge.
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Zwischen Klütten und Kluten
Aber interessiert sich der Durchschnittszuschauer und gar Nicht-Kölner, der in das Vereinswesen nicht eingebunden ist, für solche Namen und Einzelheiten? Möchte der nicht lieber wissen, warum die Uniformen so aussehen und woher die kuriosen Namen wie Schnüsse Tring oder Klutengarde kommen – zu letzterem wurde immerhin erklärt, dass er nichts mit Klütten (also Briketts), sondern mit Hafenarbeitern zu tun hat, die früher Kluten hießen.
Der spontane Witz von Guido Cantz hätte öfter aufblitzen können. Beim Sado-Maso-Wagen mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Vize Lars Klingbeil meinte er: „Eigentlich dachte ich, SM bedeute Söder Markus.“
Oder zum KI-Wagen: „In Köln gibt es ja doppelte KI: künstliche Intelligenz und kirchliche Inkompetenz.“ Und zum Trump-Wagen mit dem nackten Hinterteil: „Der hat keine Cellulite, aber Zollulite.“ Und als die Große Kölner KG „als größte Kölner Familie“ angekündigt wurde, meinte er: „Ich dachte immer, das wären die Wollnys.“ In Anspielung auf die TV-Doku-Familie mit den vielen Kindern und Enkelkindern.
Zusammenspiel von Cantz und Heinrich nicht immer ideal
Nicht immer klappte das Zusammenspiel der Kommentatoren. Cantz: „Das kommt die KG Kölsche Figaros, das sind wohl die Einzigen, die praktischerweise montags eh frei haben.“ Heinrich: „Meine Mama ist auch Friseurin und wir waren bei denen auf der Sitzung. Ganz toll.“
Der unterhaltsamste Running Gag war das Klatschen von Wurfmaterial gegen die Scheiben der Kommentatorenkabine. Die Zochteilnehmer halten hier traditionell extra noch einmal an und werfen gezielt, damit sie auch ordentlich im Bild sind. Zum Fangen wurde von Zeit zu Zeit das Schiebefenster geöffnet. „Achtung Niederschlag, Pralinenstau“, warnte Cantz. Kurz brauchte Sabine Heinrich Eis zum Kühlen, nachdem sie an der Stirn getroffen worden war. Doch der Schmerz war schnell vorbei, dann ging das fröhliche Namedropping weiter.

