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„Grüße an dieser Stelle“Moderatoren nutzen Kölner Wagen für Spitzen gegen AfD und Gil Ofarim

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Sabine Heinrich und Guido Cantz. (Archivbild)

Sabine Heinrich und Guido Cantz. (Archivbild)

Beim Rosenmontagszug in Köln gab es einige politische Motivwagen zu sehen. Einen nutzte das WDR-Moderatorenduo für klare Worte.

Die Persiflagewagen rücken am Rosenmontag stets in den Fokus – so auch in diesem Jahr in Köln. Neben Kanzler Friedrich Merz (CDU) bei einer Sado-Maso-Session oder Ajatollah Ali Chamenei, der im Iran die Kinder der Revolution frisst, war auch US-Präsident Donald Trump, dessen Gesäß mit Küssen etwa von „Merz“, „Macron“ und „Nato“ übersät ist, in Köln zu sehen. Aber auch der Aufwind für die AfD in Deutschland war Thema.

Auf einem Kölner Wagen sah man eine blaue AfD-Schlange, die im Stil der Python Kaa aus dem „Dschungelbuch“ einen deutschen Michel umschlingt. Bereits nach der Enthüllung der 21 Motivwagen im Kölner Rosenmontagszug hatte es besonderes Lob von Prinz Niklas I. für den AfD-kritischen Wagen gegeben.

Rosenmontag in Köln: „Ein wichtiger Wagen, der hoffentlich wachrüttelt“

„Es ist ein wichtiger Wagen, der hoffentlich wachrüttelt, dass die Tendenzen nicht gut sind“, erklärte der Prinz im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Insgesamt sei der Kölner Zug „so bissig wie lange nicht mehr“, lobte Niklas I. zudem. 

Ein Motivwagen mit einer blauen Schlange Kaa, die den deutschen Michel hypnotisiert, nimmt am Rosenmontagszug in Köln teil.

Ein Motivwagen mit einer blauen Schlange Kaa, die den deutschen Michel hypnotisiert, nimmt am Rosenmontagszug in Köln teil.

Auch bei der TV-Übertragung des Kölner Rosenmontagszuges bekam der Motivwagen der KKG Alt-Lindenthal, der mit der Aufschrift „Mer dun et, weil mehr blauäugig sind“ versehen war, schließlich besondere Aufmerksamkeit der beiden WDR-Moderatoren Guido Cantz und Sabine Heinrich.

„Wie die Schlange Kaa hypnotisiert die AfD den Wähler“

„Blauäugig deswegen, weil es reichlich naiv ist, die Blauen zu wählen und zu glauben, dann würde alles besser“, hieß es etwa vom Porzer Fernsehmoderator und Komiker Cantz. „Man muss aufpassen, wenn einem jemand das Blaue vom Himmel verspricht.“ Heinrich erklärte derweil noch einmal das Motiv und die Anlehnung an Rudyard Kiplings „Dschungelbuch“, das durch die Adaptionen von Disney weltbekannt wurde: „Wie die Schlange Kaa hypnotisiert die AfD den Wähler.“

Cantz stichelte derweil weiter gegen die in Teilen rechtsextreme Partei, die zuletzt starke Umfragewerte in Deutschland zu verzeichnen hat. „Die AfD fordert einen besseren Schulunterricht – ich fände das sehr gut, dann würden viele junge Menschen die AfD gar nicht erst wählen“, kommentierte Cantz und nutzte seinen letzten Kommentar zum Motivwagen für einen Seitenhieb auf den RTL-Dschungelcamp-Gewinner Gil Ofarim.

Guido Cantz nutzt Persiflagewagen für Spitze gegen Gil Ofarim

Er habe gerade erfahren, dass die gezeigte Schlange auf dem Wagen sich eigentlich habe drehen sollen, was jedoch offenbar nicht funktioniert habe, erklärte der Kölner Moderator und fügte angesichts des augenscheinlichen Defekts hinzu: „Nicht alles, was aus dem Dschungel kommt, ist gut. Grüße an Gil Ofarim an dieser Stelle.“ 

Ofarim war Anfang Februar zum sogenannten Dschungelkönig im RTL-Format „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ gewählt worden. Während der Show nahm sein Umgang mit den Ereignissen aus dem Jahr 2021 und einem späteren Prozess viel Raum ein.

Der Musiker hatte damals für Schlagzeilen gesorgt, als er sich bei Instagram als Opfer antisemitischer Äußerungen eines Leipziger Hotelmitarbeiters darstellte. Später stellten sich diese Vorwürfe als falsch heraus. Ofarim nahm seine Darstellung in einem Verleumdungsprozess gegen ihn zurück und entschuldigte sich. (das/dpa)