Traditionell werden in Niederdollendorf am Rosenmontag während des Zuges die Tollitäten proklamiert. Zur wird das Geheimnis streng gehütet.
ProklamationIn Niederdollendorf folgt das Prinzenpaar Janina I. und Tim I. auf ein Dreigestirn

Alaaf! Prinzessin Janina I. und Prinz Tim I. nach ihrer Proklamation während des Rosenmontagszuges in Niederdollendorf.
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Das große Geheimnis konnte auch diesmal bis zum Schluss gewahrt werden. Als der Niederdollendorfer Karnevalszug, an dem am Rosenmontag fast 20 Gruppen teilnahmen, vor der Kirche St. Michael stoppte, schickten die „Königsmacher“ um den Vorsitzenden der Freunde und Förderer im Veedelszoch Niederdollendorf, Uwe Lang die zwei „Prinzenfänger“ los.
Die verschwanden in der Menschenmenge – und kamen nach ein paar Minuten mit Janina Kolf und Tim Augsburg zurück. Riesenjubel und ein paar Tränen der Freude bei den Eltern der jungen Frau, die kurz darauf als Prinzessin Janina I. zusammen mit ihrem Prinzen Tim I. im Amt war. Königswinters Bürgermeisterin Heike Jüngling und Pfarrer Markus Hoitz übernahmen die Proklamation.
Aufregende und lustige Session für das Dreigestirn in Niederdollendorf
Traditionell küren die Niederdollendorfer Jecken ihre neuen Tollitäten während des Rosenmontagszugs. Das neue Prinzenpaar tritt die Nachfolge eines Dreigestirns an: Prinz Markus II., Jungfrau Claudia I. und Bäuerin Anja I. waren im Vorjahr an gleicher Stelle gekürt worden. Nach einer „aufregenden, arbeitsreichen und lustigen Session“ (Uwe Lang) mussten sie die Insignien ihrer Macht abgeben.
Janina Kolf wurde im Juli 2000 geboren, lebt seit jeher in Niederdollendorf, studierte Agrarwissenschaften in Bonn und ist Tänzerin bei den Rheintöchtern des TuS Dollendorf und Mitglied bei den Jecken Weibern Dollendorf.
Ihr Prinz erblickte im Juni 2001 das Licht der Welt, schloss eine Ausbildung zum Industriemechaniker bei RHI Magnesita ab, wo er bis heute tätig ist. Der Prinz gehört seit knapp zehn Jahren der St. Sebastianus-Junggesellen-Bruderschaft Niederdollendorf an. Seit September 2022 sind die beiden, die sich schon in der Kindheit kennengelernt hatten, ein Paar. Im Sommer 2023 bezogen sie eine gemeinsame Wohnung in Niederdollendorf.
Fast 600 Teilnehmer hatte nach Angaben von Uwe Lang der Rosenmontagszug, bei dem die Grundschule Oberdollendorf sich mit rund 115 Kindern stark machte für den Erhalt eines Musikangebots an ihrer Schule: „Leev Stadt Königswinter hört uns zu, Dolle Kids sin bunt un bruche Jekits dazu“, hieß es auf einem Transparent.

Gesund: Die Gruppe Zurstrassen verteilte Möhren, Lauch, Kohl und Äpfel anstelle von Kamelle.
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„Ziehen die Preise weiter an, bauen wirs Gemüse selbst an“, erklärte die Gruppe Zurstrassen, die im Niederdollendorfer Zug einmal als „Royals and Friends“ gestartet war und jetzt als verarmte Bauern unterwegs waren. Sie verteilten keine Kamelle an die Jecken am Straßenrand, sondern Möhren, Lauch, Sellerie und Äpfel.
„Regenbogenbunt“ waren die Eltern und Pänz des Kindergartens Schneckenhaus unterwegs. Die „Kleinen Könige“, einer Gruppe, die seit Jahren in Niederdollendorf dabei ist, machten nicht nur ordentliche Seifenblasen, sie waren selbst als solche op jück: „Seifenblasen überall“.
Die Rheintöchter waren vor Begeisterung schier aus dem Häuschen
Derweil hatte der Kindergarten Merlin das Thema Zirkus umgesetzt, während sich bei der Gruppe um Rita Santos, die zum zweiten Mal in Niederdollendorf dabei war, alles um den Fußball drehte: „Amigos Da Bola“ stand auf dem Schild am Bollerwagen. Auch im Zug dabei – und zwar am Anfang im strömenden Regen – waren die KG Mer brängen et fädig, die Niederdollendorfer Junggesellen (mit viel Musik), der Musikzug der Feuerwehr, die Alten Herren Niederdollendorf und nicht zuletzt die Rheintöchter des TuS Dollendorf.
Die jungen Frauen stürmten später geradezu auf den Platz an der Kirche, als sie sahen, dass ihre Mitstreiterin Janina als neue Prinzessin ausgeguckt worden war.

