Der landesweite Schulausfall in NRW wegen Glatteis ist zwar ein Segen für die Sicherheit, bedeutet für viele berufstätige Eltern jedoch einen Albtraum.
„Früher auch überlebt“Schulfrei wegen Glatteis sorgt für hitzige Diskussionen – Albtraum für viele Eltern

Wegen einer Unwetterwarnung für Glatteis fällt am Montag in ganz NRW die Schule aus.
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Der für Montag angekündigte landesweite Schulausfall in Nordrhein-Westfalen wegen drohender Glatteisgefahr sorgt in den sozialen Medien und diversen Whatsapp-Gruppen von Schulklassen für rege Diskussionen. Das Schulministerium hat aufgrund einer Warnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) den Präsenzunterricht ausgesetzt und auf Distanzunterricht umgestellt, um Schüler und Lehrer vor rutschigen Wegen zu schützen.
Während einige die organisatorischen Herausforderungen beim Fernunterricht beklagen, loben andere die Maßnahme als vernünftig. Für viele berufstätige Eltern ist es aber ein Albtraum, weil Eltern jonglieren müssen.
Schulfrei in NRW: Albtraum für viele Kölner Eltern
In WhatsApp-Gruppen von Kölner Schulen wird heftig diskutiert. Auch die Tatsache, dass Kitas geöffnet bleiben, sorgt für Diskussionen. Unter dem Instagram-Post der Stadt Köln echauffieren sich viele Bürgerinnen und Bürger über diese Entscheidung. „Wie haben wir das früher nur überlebt?“, schreibt eine Userin.
Die Debatte dreht sich um das Thema Sicherheit vs. Lernverluste und enthält Aufrufe zu einer besseren Vorbereitung auf extreme Wetterlagen. Insgesamt polarisiert das Thema: Die Reaktionen reichen von „endlich mal schulfrei” bis „Chaos für Berufstätige”.
Eltern in Köln beklagen Entscheidung der Stadt Köln
Natürlich blicken viele Eltern mit Stress und Sorgen auf den Unterrichtsausfall. Spontane Kinderbetreuung aufzutreiben ist nicht so leicht. Auf Instagram und Facebook-Gruppen (z. B. Elternforen in Köln oder Düsseldorf) häufen sich Fragen zu Fernunterricht: „Wie organisiert ihr den Tag?“
Auch der Facebook-Post vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ zum Schulfrei löste viel Unmut aus. Viele Kölnerinnen und Kölner sind empört und stehen vor einem Dilemma. Die Kommentare reichten von „Lächerlich und peinlich“ bis „Was ist mit dieser Gesellschaft eigentlich nicht mehr richtig?“
Es macht sich auch viel Wut breit. „Wir sind nur noch von Angst und Vorsicht zerfressen! Heute sind es 0 Grad und strahlender Sonnenschein - phantastisches Winterwetter also. Fußballspiele werden abgesagt, Kinder gehen nicht zur Schule, usw. Dieses Land ist doch nur noch lachhaft,“ schreibt ein anderer User.
Wetterumschwung in NRW in Sicht
Auf Instagram und Nachrichtenportalen häufen sich aber die Kommentare zu regionalen Unterschieden, beispielsweise in Westfalen oder Ostwestfalen-Lippe, wo einige Schulen bereits früher schlossen.
Am Sonntag hatte der DWD für ganz Nordrhein-Westfalen die zweithöchste Unwetterwarnstufe wegen Glatteises herausgegeben. In der zweiten Nachthälfte zieht von Westen Niederschlag ins Land, der auf die gefrorenen Böden trifft. Dadurch könne verbreitet Glatteis auftreten. „Es ist mit erheblichen Beeinträchtigungen auf allen Verkehrswegen zu rechnen“, betonte der DWD.
Entspannung ist aber in Sicht: Ein Wetterumschwung wird die frostigen Temperaturen im Rheinland ab Dienstag beenden. „Am Mittwoch tagsüber hat sich der Winter so weit aus Deutschland verabschiedet und die Brechstange wieder eingepackt“, sagte DWD-Meteorologe Oliver Reuter. Richtiges Winterwetter steht dann vorerst nicht mehr an. (mbr)

