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Auch Fälle in KölnSenioren in Kliniken beklaut – die Spur führt durch halb Deutschland

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Ein 47-Jähriger soll vor allem ältere Menschen in Krankenhäusern in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen bestohlen haben – mit deren Bankkarten hob er Tausende Euro ab.

Ein 47-Jähriger soll vor allem ältere Menschen in Krankenhäusern in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen bestohlen haben – mit deren Bankkarten hob er Tausende Euro ab.

In Kliniken von Köln bis München hat ein Mann Senioren um ihr Geld gebracht. Der Schaden liegt bei rund 23.000 Euro.

Weil er vor allem ältere Menschen in Krankenhäusern in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen bestohlen haben soll, steht ein 47-Jähriger in Heidelberg vor Gericht. Der Mann soll laut Anklage von insgesamt zehn Betroffenen Geldbeutel und Bankkarten gestohlen haben.

Mit den Bankkarten soll er Geld abgehoben und unter anderem in Sportgeschäften und Kaufhäusern eingekauft haben. Der Schaden belaufe sich insgesamt auf rund 23.000 Euro, sagte die zuständige Staatsanwältin beim Prozessauftakt. Dem Angeklagten wird unter anderem gewerbsmäßiger Computerbetrug vorgeworfen. Ihm drohen laut Landgericht bis zu zehn Jahre Haft.

Angeklagter kaufte für Hunderte Euro in Sportgeschäften ein

Die Taten ereigneten sich laut Staatsanwaltschaft ab Juni 2025 in den baden-württembergischen Städten Eberbach, Sinsheim, Mühlacker, Waldkirch und Buchen, im bayerischen Fürth und in München sowie in Köln. Der Mann stahl die Geldbeutel laut Staatsanwaltschaft oft aus Nachtschränkchen von älteren Menschen, die teilweise aufgrund ihrer Krankheit nicht ansprechbar waren.

Eine Krankenpflegerin reicht einem Patienten in einem Klinikum ein Glas Wasser. (Symbolbild)

Eine Krankenpflegerin reicht einem Patienten in einem Klinikum ein Glas Wasser. Vor allem auf Senioren soll es der Dieb abgesehen haben. (Symbolbild)

Anschließend hob er demnach mit den Bankkarten und den gefundenen PINs an Bankautomaten zum Teil mehrfach bis zu 1000 Euro ab. Zudem bezahlte er laut Anklage in Restaurants Rechnungen von über 100 Euro, kaufte in Sportgeschäften, Drogeriemärkten und Kaufhäusern jeweils für Hunderte Euro ein.

Angeklagter gesteht und sagt: „Es tut mir leid“

Der Mann ließ über seinen Anwalt ausrichten, dass er die Taten im Großen und Ganzen begangen habe. Er könne sich nicht an jede einzelne Tat erinnern.

Der Angeklagte berichtete auf Polnisch, dass er seine Eltern schon in der Jugend verloren habe. Er habe viele Probleme gehabt, Alkohol und Drogen konsumiert. „Das hat dazu geführt, dass ich gestohlen habe“, ließ er seine Dolmetscherinnen übersetzen. „Ich weiß nicht, was ich noch dazu sagen kann – dass es mir leidtut.“ Der Mann saß laut Gericht bereits mehrfach im Gefängnis, unter anderem wegen Einbruchsdiebstahls.

Die Staatsanwaltschaft gehe davon aus, dass der Mann einen Komplizen hatte, sagte der Richter. Auf Nachfrage konnte der Angeklagte nicht erklären, wohin große Teile des Geldes geflossen seien.

Geld vom Konto eines Toten abgebucht

Die Ermittlungen hatten laut Staatsanwaltschaft begonnen, nachdem die Angehörigen eines im Klinikum in Eberbach (Rhein-Neckar-Kreis) verstorbenen Patienten Anzeige erstattet hatten. Sie hatten festgestellt, dass der Geldbeutel des Toten fehlte und Geld von seinem Konto abgebucht wurde.

Anhand der Kontoauszüge konnten die Standorte der Geldautomaten ermittelt werden. Durch die Analyse der Videoaufzeichnungen und die Verwendung eines Gesichtserkennungssystems habe der Mann identifiziert werden können, hieß es. Ermittler konnten eine Verbindung zu Diebstählen in Krankenhäusern von anderen Städten herstellen. Ein Urteil könnte am 20. Februar verkündet werden. (dpa)