Köln/ Düsseldorf – Wegen eines Streiks des Sicherheitspersonals kommt es an den Flughäfen in Düsseldorf und Köln/Bonn erneut zu Ausfällen und Verspätungen. „An beiden Airports haben insgesamt rund 250 Fluggastkontrolleure um 4.00 Uhr morgens die Arbeit niedergelegt“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Der Streik werde voraussichtlich bis Mitternacht dauern. Die Passagiere müssen sich auf entsprechende Behinderungen einstellen.
Der Flugbetrieb in Düsseldorf war bereits am Morgen stark beeinträchtigt, wie der Flughafen mitteilte. Von ursprünglich 609 Flügen seien 228 gestrichen worden, davon 183 Abflüge und 45 Landungen. Am Flughafen Köln/Bonn wurden bis zum Morgen 78 Flüge annulliert, 55 Starts und 23 Landungen mit 22.000 Passagieren. Insgesamt standen in Köln am Freitag 102 Abflüge und 108 Ankünfte auf dem Plan. Aktuell seien nur zwei Passagier-Kontrollstellen geöffnet, es müsse über den ganzen Tag hinweg mit „erheblichen Beeinträchtigungen“ gerechnet werden.
Beide Airports baten die Fluggäste, sich vor der Anreise bei ihrer Fluggesellschaft oder dem Reiseveranstalter über den Flugstatus zu informieren. Um die Kontrollen zu beschleunigen, sollten Passagiere möglichst auf Handgepäck verzichten.Hintergrund des Arbeitskampfes sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen für das Wach- und Sicherheitsgewerbe in Nordrhein-Westfalen. Auskunft erteilt auch die Flughafen-Hotline 02203-404000.
Druck auf Arbeitgeber erhöhen
Mit dem erneuten Ausstand will Verdi den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem deutliche Verbesserungen für untere Lohngruppen. Die Branche hat in NRW 34 000 Beschäftigte, davon 2000 an Flughäfen. Eine neue Verhandlungsrunde ist am kommenden Montag geplant.
Nach mehreren erfolglosen Gesprächsrunden wollen Arbeitgeber und Gewerkschaft nach Angaben von Verdi am Montag wieder verhandeln. „Die Beschäftigten demonstrieren mit ihrem Ausstand noch einmal eindringlich ihre Entschlossenheit in diesem Tarifkonflikt. Wir erwarten am Montag den Durchbruch in den Verhandlungen und wollen vor den Osterferien einen neuen Tarifvertrag unterschreiben“, sagte ver.di-Verhandlungsführerin Andrea Becker.
Die Osterferien in NRW beginnen am 25. März. Die Arbeitgeber hätten seit Dezember kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. „Montag muss der Knoten durchgeschlagen werden“, erklärte Becker.
Die Passagiere an den Flughäfen werden von sogenannten Luftsicherheitsassistenten kontrolliert - sie sind Angestellte von Firmen, die die Aufgabe im Auftrag der Bundespolizei übernehmen. Nach Gewerkschaftsangaben arbeiten 70 bis 80 Prozent der Sicherheitsleute in Nordrhein-Westfalen in der untersten Lohngruppe und erhalten in der Stunde 8,23 Euro. Verdi fordert zwischen 2,50 Euro und 3,64 Euro mehr pro Stunde. Der Verband der Sicherheitsfirmen BDSW nennt die Forderung „völlig überzogen“. (ksta,dpa,rtr)