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Summerjam 2026Vereinte Kontraste auf der Feel-Good-Insel im Fühlinger See

3 min
Festivalgäste beim Summerjam Festival 2026 am Fühlinger See.

Das Summerjam Festival ist eines der größten Reggae-Festivals in Europa.

Beim Summerjam 2026 sorgt nicht nur das Line-Up für Abwechslung. Vereint wird das Festival durch die Liebe für Musik und gute Laune.

Als die Nacht am Samstagabend den Fühlinger See übernimmt, wechselt auch beim Summerjam die Stimmung. Zu basslastigen Hip-Hop-Beats wippende Hände lösen den sanften Reggae-Hüftschwung ab. Auf der Bühne steht Bonez MC, einer der erfolgreichsten Rapper Deutschlands. Rap von Hamburgs Straßen statt Klängen von jamaikanischen Stränden.

Das Summerjam ist auch 2026 eines der größten Reggae-Festivals Europas. Da passt der Hamburger Rapper auf den ersten Blick nicht so wirklich rein. Aber genau dafür will das Summerjam an diesem ersten Juli-Wochenende stehen: Kontraste, vereint in der Liebe für Musik und gute Laune.

Eine Feel-Good-Insel im Fühlinger See

„Das Line-up bietet eine abwechslungsreiche Mischung aus Reggae, Dancehall, Hip-Hop und Afrobeats“, sagt Luna Baumann Dominguez, Sprecherin des Festivals. Für alle soll etwas dabei sein, alle sollen sich wohlfühlen auf der Insel im Fühlinger See. So bunt wie das Programm ist auch das Summerjam-Publikum, Altersspanne und die Anzahl der Nationalitäten sind ähnlich hoch. Knapp 22.000 Besuchende sorgen in diesem Jahr für eine gute und gelöste Stimmung.

Kontraste gibt es auch abseits der Bühnen. Zwischen Kleidung aus Trinidad und Tobago und Thai-Delikatessen steht der Getränkewagen einer großen deutschen Biermarke, den badischen Flammkuchen gibt es gegenüber vom jamaikanischen Streetfood. Seine Wurzeln verliert das Festival aber nicht, Reggae dominiert. Mit Julian und Ky-Mani stehen zwei Söhne von Bob Marley auf der Bühne, viel mehr Reggae geht kaum.

Und sobald man die Brücke auf die Festival-Insel im Fühlinger See überquert, legt sich zusammen mit dem trockenen Sommer-Staub der Gehwege ohnehin ein Mantel aus Lockerheit und guter Stimmung über die Summerjam-Besuchenden. Das Festivalgelände fühlt sich an wie eine Feel-Good-Insel in einem anderen Land. Nur vereinzelte FC-Trikots erinnern daran, dass man noch immer in Köln ist.

Soziales Projekt sorgt mit für sauberen Campingplatz

Umarmt werden Festival-Insel und Fühlinger See von einem Meer aus Zelten. Die Campingflächen sind voll, dicht an dicht stehen kleine Zelte und Pavillons. Und auch hier wird deutlich, wie viele Kulturen aufeinanderprallen. Der Kasten Kölsch hinter einer Kenia-Flagge, ein Früchte-Buffet auf dem einen, zerquetschte, leere Bierdosen als Festival-Klassiker auf dem nächsten Campingtisch. Als die Fußball-Weltmeisterschaft vor 20 Jahren unter anderem in Köln gespielt wurde, lautete das Motto: „Die Welt zu Gast bei Freunden.“ Dem steht das Summerjam in nichts nach. Hier kommt die (Reggae-)Welt zusammen.

Die Festivalgäste zelten in Ufernähe.

Die Festivalgäste zelten in Ufernähe.

Gute Gäste helfen beim Aufräumen. Müll muss man auf den Wegen des Festival-Geländes mit der Lupe suchen, die Mülltonne zwischen den Zelten hingegen ist randvoll. Zehn Euro Müllpfand müssen Campende seit 2024 abgeben. Die bekommen sie zurück, wenn sie ihren Müll abgeben. Auch das Projekt Zukunftsmusik sorgt für saubere Campingplätze beim Summerjam: Freiwillige sammeln Pfandflaschen für die musikalische Förderung sozial benachteiligter Kinder.

Kölner Musiker Gentleman schließt den Reggae-Kreis

Am Abend zieht es dann immer mehr Menschen aus den Zelten und von den Essensständen zu den großen Bühnen. Dort folgt auf die harten Hip-Hop-Beats von Bonez MC der Lokalmatador. Der Kölner Musiker Gentleman schließt den Kreis der Kontraste und holt zum Abschluss des Festivaltags den Reggae zurück auf die Bühne.

Das Logo des Summerjam auf einem schwimmenden Steg.

Das Logo des Summerjam auf einem schwimmenden Steg.

Gentleman bringt die Feel-Good-Musik auf die Feeld-Good-Insel. Alle sollen sich wohlfühlen, im Zweifel wartet er auch mal kurz, bis alle jemanden zum Umarmen gefunden haben. Der Kölner ist auf der Summerjam-Bühne ohnehin in seinem Element. „Ich liebe Summerjam, das hier ist meine Heimat, meine Stadt“, sagt er.

Nachdem Bonez MC bei seinem Auftritt noch Mittelfinger für die bayerische Polizei vom Publikum gefordert hat – die Kölner Kolleginnen und Kollegen nahmen das mit einem Lächeln – möchte Gentleman lieber Peace-Zeichen und Feuerzeuge sehen. In der Power, mit der sie ihre Musik auf die Bühne bringen, nehmen sich Bonez MC und Gentleman allerdings kaum etwas. Und schon verschwinden die Kontraste. Hamburger Straßen und jamaikanische Strände liegen ganz nah beieinander, mitten im Fühlinger See.