Die Einsatzkräfte der DLRG waren an den Hitzetagen an den Gewässern im Oberbergischen gefordert.
BeverZweimal wurden in den letzten Tagen in Oberberg vermisste Personen im Wasser gesucht

An den Talsperren behielten zahlreiche Ehrenamtliche der DLRG die Badegäste im Blick.
Copyright: dpa (Symbolfoto)
Zweimal lautete die Alarmierung in den vergangenen Tagen „Person unter Wasser“ – zweimal an der Bevertalsperre in Marienheide. Die DLRG-Ortsgruppen aus dem Oberbergischen Kreis waren an den Hitzetagen, an denen es zahlreiche Menschen für eine Abkühlung an die Talsperren und in die Freibäder gelockt hat, im Dauereinsatz, um bestmöglich für die Sicherheit der Badegäste zu sorgen. Die hohen Temperaturen hätten für die ehrenamtlichen Kräfte eine hohe Belastung bedeutet, heißt es vonseiten der DLRG für den Bezirk Oberberg.
Was die Alarmierungen zu den Personen unter Wasser an der Bever angeht, gingen diese beide Male glücklicherweise gut aus. In einem Fall sei ein jugendlicher Stand-Up-Paddler aus dem Blickfeld seiner Eltern geraten. Er war an einem anderen Ufer aus dem Wasser gestiegen, hatte jedoch vergessen Bescheid zugegeben. Neben den Wasserrettern der DLRG war in diesem Fall auch die Drohnenstaffel der Feuerwehr sowie ein Polizeihubschrauber im Einsatz, der das Gewässer aus der Luft absuchte. Insgesamt waren 25 Einsatzkäfte vor Ort. Am Ende konnten alle aufatmen, berichtet Philip Solbach, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Bergneutadt, von der ebenfalls Kräfte bei dem Einsatz dabei waren. Solbach selbst unterstützt zurzeit beim DLRG-Wachdienst an der Ostsee.
Größerer Einsatz: Hilferuf an der Bevertalsperre gemeldet
Ein andermal habe es Hilferufe an der Bever gegeben, auch hier konnten die 30 Einsatzkräfte schließlich Entwarnung geben. Dass es nicht immer gut ausgeht, zeigte sich am Dienstag in Köln, als Badegäste im Fühlinger See eine Leiche fanden. Nach ersten Ermittlungen handelt es sich dabei um einen 21-Jährigen, der seit Samstag vermisst wurde.
Jeder Einsatz binde enorme personelle Kapazitäten, da viele der DLRG-Kräfte nicht nur im Wasserrettungsdienst eingesetzt werden, sondern zusätzlich zu Notfällen alarmiert werden. „Dieses Engagement ist alles andere als selbstverständlich und zeigt, mit welchem Einsatz unsere Ehrenamtlichen ihre Freizeit für die Sicherheit anderer Menschen investieren“, heißt es vonseiten der DLRG Oberberg. Tobias Starke, Leiter Einsatz des DLRG Bezirks Oberbergischer Kreis, erläutert zudem: „Die hohe Anzahl an Einsatzkräften bei beiden Einsätzen hat erneut gezeigt, dass wir uns innerhalb der DLRG aufeinander verlassen können, wenn es darauf ankommt.“ Und er ergänzt stolz auf das Engagement im Oberbergischen Kreis: „Die Zusammenarbeit über die einzelnen Ortsgruppen hinweg funktioniert hervorragend und ist ein entscheidender Baustein für eine erfolgreiche Gefahrenabwehr.“
DLRG-Kräfte im gesamten Oberbergischen Kreis verteilt
Starke weißt darauf hin, dass sich die DLRG-Kräfte im gesamten Oberbergischen Kreis verteilen. Im Einsatzfall müssen deshalb teils weite Anfahrtswege zurückgelegt werden. Die Ausrückzeiten zu einer Einsatzstelle seien trotz alle Bemühungen, schnell vor Ort zu sein, nicht zu unterschätzen. „Umso wichtiger ist es, dass jeder Einzelne Verantwortung übernimmt. Wer baden geht oder sich an Gewässern aufhält, sollte Risiken realistisch einschätzen, auf sich selbst und andere achten und bei gefährlichen Situationen frühzeitig handeln oder Hilfe verständigen. Umsichtiges Verhalten kann dazu beitragen, Notlagen zu vermeiden und Leben zu retten“, appelliert er.
Generell sei es in den vergangenen Tagen voll gewesen an den Talsperren, berichtet auch Philip Solbach. Die DLRG-Ortsgruppe Bergneustadt nutzte ihre sozialen Kanäle im Internet, um präventiv auf die Gefahren beim Schwimmen in Talsperren hinzuweisen.
Achtmal wurden die DLRG-Kräfte aus Oberberg übrigens seit Jahresbeginn – neben ihrer Wachdienste an den Gewässern – zu größeren Einsätzen alarmiert . Darunter waren auch die zwei jüngsten Alarmierungen an der Bevertalsperre. In den vergangenen heißen Tagen kam es außerdem zu weiteren kleineren Einsätzen und Hilfeleistungen. Dazu gehören auch Fahrten mit dem Rettungsboot, um die Feuerwehr vom Wasser aus auf mögliche Waldbrandquellen hinzuweisen.
Und was die neue Wasserrettungsstation der Bergneustädter an der Aggertalsperre angeht, sagt Philip Solbach: „Dort Wachdienst zu machen, macht einfach Spaß.“

