Die Bläck Fööss feierten ihr 50. Tanzbrunnen-Jubiläum mit vielen Gästen. Es gab viele alten Klassiker.
Jubiläum im TanzbrunnenBläck Fööss singen Klassiker mit Kasalla
„Wenn sich de Familich triff, kütt nur vun allem et Bess op d’r Desch.“ Zum 50. Mal veranstaltete die Mutter aller kölschen Bands am Samstagabend (29. August 2026) ihr jährliches Open Air im Tanzbrunnen. Und wieder war es „en herrlich, herrlich, lange Naach.“
Die Bläck Fööss schenken Köln seit 56 Jahren wunderbare Lieder. Natürlich ist die Band nicht mehr in ursprünglicher Besetzung aktiv. „Aber viele Eltern haben auch ihre Kinder mitgebracht, um das Liedgut an die nächste Generation weiterzugeben“, stellte auch Sänger Pit Hupperten (52) glücklich fest.
3000 Fans feiern 50. Jubiläum der Bläck Fööss im Tanzbrunnen
Drei Stunden lang präsentierten die Fööss insgesamt 39 Lieder aus ihrem Repertoire. Das Konzert hätte gerne noch einige Zeit länger gehen können, denn mit einsetzender Dunkelheit wurde es immer stimmungsvoller und emotionaler im Tanzbrunnen. Und bei über 400 geschriebenen Titeln wäre noch genug Auswahl gewesen.
Den Auftaktsong nahm Petrus leider zu wörtlich. Das Kommando „Oh, leever Jott, jevv uns Wasser“ sorgte für den ersten Regenguss über dem Gelände. Die danach folgende „Sommernaach am Rhing“, einer von fünf neuen Titeln im Programm, fühlte sich daher erst mal nicht nach „Hawaii-Hemp un Flip-Flops, Caipis un Wing“ an.
Doch mit etlichen Klassikern wie „Drink doch eine met“, „Pütze Hein“ oder „Polterovend“ wurden die Wolken vertrieben. Zum Jubiläum waren nicht nur 75 Zugordner der Schull- un Veedelszöch gekommen. Die Fööss hatten auch etliche Gäste eingeladen. Zum Start kamen die Kölschrocker von Kasalla auf die Bühne.

Zwei Kölner Band-Größen auf einer Bühne: Basti Campmann von Kasalla und Pit Hupperten sowie Mirko Bäumer von den Bläck Fööss beim gemeinsamen Auftritt.
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„Wir wurden eingeladen, was uns sehr gefreut hat. Diese wunderbaren Melodien gehören zu Köln wie der Dom und der FC“, sagte Sänger Basti Campmann (49) zu dieser Redaktion. „Und die Fööss haben sich von uns ein ganz besonderes Lied gewünscht.“
2022 hatte Kasalla beim zweiten Kölner Tauschkonzert einen Klassiker aus dem Jahr 1990 neu interpretiert: den „Buuredanz“ als Rammstein-Version mit harten Gitarren und düsterem Gesang. Da hörte man die Spellmannszöch ins Dorf einmarschieren und die Ferkel im Stall quieken. Und alles garniert mit einem „pflügenden“ Bass.
Es war schon ein beeindruckendes Bild und ein satter Klang, als elf Musiker zusammen das Lied spielten. Hupperten röhrte entfesselt ins Mikro. Nebenmann Mirko Bäumer (57) hatte seinen Spaß. „Wer hat das Lied so ruiniert? Einmal durch den Fleischwolf gedreht“, sagte er lachend. Anschließend spielten beide Bands „Mir sin Eins“ gemeinsam. Kasalla legten noch „Alle Jläser huh“ nach, dann ging es für die Band weiter zum Auftritt nach Höngen.
Vier Alt-Fööss lassen sich feiern
Dafür durften sich anschließend vier Alt-Fööss feiern lassen. Kafi Biermann (80) sang „Die kleine Saache“, Ralph „Gus“ Gusovius (76) wählte „Alles für die Liebe“. Der Ex-Schlagzeuger hatte 2023 nach 29 Jahren seinen letzten Auftritt mit der Band in der Lanxess-Arena. Die Entwicklung dort bei der Lachenden Kölnarena sah er kritisch: „Da geht es nur noch um Höher, Schneller, Weiter.“

Zum „Veedel“ kamen alle noch einmal auf die Bühne: Mirko Bäumer, Ralph „Gus“ Gusovius, Kafi Biermann, Bömmel Lückerath, Erry Stoklosa und Pit Hupperten (v.l.) sangen gemeinsam.
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Gründungsmitglied „Bömmel“ Lückerath (78) zog noch einmal das rote Samtjackett über und sang „Moni hat geweint“. Die Menge jubelte und forderte lautstark eine Zugabe. Als Erry Stoklosa (78) für „Ich han nen Deckel“ und „Rheinhotel“ auf die Bühne kam, stockte ihm kurz die Stimme. „Da zogen 50 Jahre in zehn Sekunden durch meinen Kopf“, sagte er nachher. „Ich habe mein halbes Leben hier verbracht und war mehr auf den Bühnen als zu Hause“, sagte er ergriffen.
Die 3000 Fans sangen jeden Titel begeistert mit, auch wenn viele Songs schon etliche Jahre auf dem Buckel haben. „Ich würde gerne wissen, wie viele damals noch gar nicht geboren waren, als die Lieder erschienen sind“, freute sich Hupperten. Von den fünf neuen Titeln war „Nit uns Sproch“ direkt ein Ohrwurm. Die Balladen „Fründschaft“ und „Et letzte Leed“ kamen auch gut an.
Zum „Veedel“ kamen noch einmal alle Alt-Fööss auf die Bühne und sangen mit der neuen Generation den Klassiker. Mit der spontan angestimmten Textzeile „Joode Naach. Kölle jeit jetz schlofe, un d'r Dom hält Waach“ endete eine wunderbar familiäre Zeitreise durch über fünf Jahrzehnte Köln-Hymnen.
