Der Komponist schrieb über 800 Lieder und arbeitete mit vielen Größen der Kölner Musik- und Karnevalsszene zusammen.
150 aus 150Hans Knipp war einer der produktivsten Liedermacher des Kölner Karnevals

Der Kölner Liedermacher Hans Knipp. (Archivfoto)
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 106. Teil der Serie geht es um den Liedermacher und Karnevalisten Hans Knipp.
Bedeutung
Hans Knipp war mit mehr als 870 Liedern, viele davon „Evergreens“, der produktivste Textdichter und Komponist im Kölner Karneval. Am erfolgreichsten war seine Zusammenarbeit mit den „Bläck Fööss“, für die er in 40 Jahren gut 100 Lieder schrieb, darunter viele Hits wie „Mer losse d'r Dom en Kölle“, „Buuredanz“, „Ming eetste Fründin“ oder „Unsere Stammbaum“. Einige der Lieder entstanden gemeinsam mit der Band, andere verfasste Knipp allein. Seine Karriere begann 1968 mit „Mir schenke der Ahl e paar Blömcher“.
Im folgenden Jahr sang Lotti Krekel das Lied, das weit über Kölns Grenzen hinaus ein Hit wurde. Horst Muys, das Enfant terrible des Karnevals, sang 1970 „Ene Besuch em Zoo“. Auch für die Paveier schrieb Knipp einige Hits wie „Buenos dias, Matthias“ oder „Heimat es“. Weitere Interpreten seiner Lieder sind die Höhner, Marita Köllner, Wicky Junggeburth und King Size Dick. Wie kaum ein anderer trug Knipp dazu bei, dass die kölsche Sprache weiterlebt – viele seiner Lieder sind Allgemeingut geworden.
Hans Knipp
Geboren: 10. Mai 1946 in Köln
Gestorben: 2. Dezember 2011 in Altenkirchen
Den Beruf des Liedermachers ergriff er aus Verlegenheit. Nach abgebrochenen Ausbildungen schlug er sich mit Gelegenheitsjobs durch. Eine Zeitlang jobbte er als Auslieferungsfahrer für Büdchen. Seine Beobachtungen des kleinbürgerlichen Milieus übersetzte er in seine häufig sozialkritischen Lieder. Als Zehnjähriger hatte er zu Weihnachten eine Gitarre geschenkt bekommen und ein halbes Jahr Unterricht gehabt. Dies reichte aus, um zu Hause am Küchentisch mit Schreibmaschine und Kassettenrekorder zu komponieren und zu texten.
Wirken in Köln
Knipp besuchte das Humboldt-Gymnasium ohne Abschluss. Als Jugendlicher spielte er Fußball bis zur A-Jugend beim VfL Köln 99.
Bemerkenswert
Weniger bekannt sind Knipps Weihnachtslieder. Er verfasste Text und Titelmelodie „Wartesaal der Träume“ zur ZDF-Serie „Die Weldings vom Hauptbahnhof“.
Spuren in der Stadt
1998 erhielt Knipp den „KölnLiteraturPreis“ des gleichnamigen Fördervereins. 2011 gründete sich ein Musikprojekt, das bis heute seine Lieder öffentlich präsentiert. Inzwischen gehören die ehemaligen Bläck-Fööss-Mitglieder Bömmel Lückerath und Kafi Biermann zum Ensemble. In Nippes ist ein Weg nach ihm benannt.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
