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150 aus 150Tommy Engel steht seit mehr als 60 Jahren auf der Bühne

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Der Sänger Tommy Engel steht beim ersten von drei Nachhol-Konzerten zum 50-jährigen Jubiläum der Band " Bläck Fööss" auf der Bühne.

Tommy Engel bei einem Nachhol-Konzert zum 50-jährigen Jubiläum der Bläck Fööss im Jahr 2022.

Der Musiker war bis 1994 Sänger der Bläck Fööss, die mit Hits wie „Drink doch eine met“ den Karneval revolutionierte.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 97. Teil der Serie geht es um den Musiker Tommy Engel.

Bedeutung

Der Sänger und Entertainer wuchs in Sülz als jüngstes von zehn Kindern auf. Sein Vater Richard Engel war Teil der „Vier Botze“, einer bekannten Kölsch-Combo. Als Zehnjähriger stand Tommy Engel in einem Schwank von Willy Millowitsch erstmals auf der Bühne. Mit Lotto Krekel spielte er in einer WDR-Kindersendung. Eine Schornsteinfeger-Lehre brach er ab und lernte Schlagzeug.

Ab 1962 spielte er in verschiedenen Bands, zuletzt bei den „Stowaways“. 1970 gründeten diese die „Bläck Fööss“, um in kölscher Sprache zu singen. Eine Zeit lang existierten beide Formationen nebeneinander. Die „Stowaways“ nahmen 1974 „Hey Hey Wickie“ auf, die deutsche Titelmusik der TV-Trickfilmserie „Wickie und die starken Männer“. Die „Fööss“ revolutionierten den Karneval, nicht nur vom Aussehen her, sondern vor allem musikalisch. Dazu trug Engel als Mundartsänger wesentlich bei. Bereits die zweite Single, „Drink doch eine met“, war ein Riesenhit. Dabei regte die Band im Karneval nicht nur zum Schunkeln, sondern auch zum Nachdenken an, wie zum Beispiel in „En unserem Veedel“.


Tommy Engel

Geboren: 28. November 1949 in Köln


1994 nahm Engel seinen Abschied von der Band, weil sich diese seiner Meinung nach auf den Karneval fokussierte. Bereits 1992 startete er mit Rolf Lammers und Arno Steffen das erfolgreiche Projekt „L.S.E.“. Dann konzentrierte er sich auf seine Solokarriere. Gemeinsam mit dem Komponisten und Pianisten Jürgen Fritz sowie mit seiner Band begeistert er mit seinen kölschen Liederprogrammen. Mit „Du bes Kölle“ gelang ihm 2007 wiederum ein Song mit Hymnen-Status. Seit 2005 präsentiert er jährlich eine stets ausverkaufte Dinner-Weihnachtsshow. 2024 stand er erstmals im Theater am Tanzbrunnen mit „Familich & Fründe“, u. a. mit Sohn und Enkel, auf der Bühne.

Wirken in Köln

Engel unterstützt seit Gründung 1992 die Initiative „Arsch huuh, Zäng usseinander“ und ist Mitglied im Komitee Alternative Ehrenbürgerschaft.

Bemerkenswert

Von 1998 bis 2012 spielte Engel einen Lkw-Fahrer in den WDR-TV-Serien „Die Anrheiner“ und „Ein Fall für die Anrheiner“. Mit Bernd Imgrund veröffentlichte er 2012 seine Autobiographie.

Spuren in der Stadt

Zu seinem goldenen Bühnenjubiläum widmete die KVB ihm 2009 eine Straßenbahn mit seinem Konterfei.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.