Abo

Was steht wann still?Was Kölner zum dreitägigen KVB-Streik wissen müssen

4 min
Eine mit Streik-Plakaten beklebte Straßenbahn der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) steht vor dem Bahndepot.

Bis Donnerstag stehen die Stadtbahnen in Köln still (Archivbild)

Wann fahren die Busse noch? Und was ist mit den S-Bahnen? Die wichtigsten Infos zum Warnstreik in Köln.

Die Gewerkschaft Verdi hat in dieser Woche gleich für mehrere Tage zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. Das wirkt sich stark auf den ÖPNV in Köln aus. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wann wird in dieser Woche gestreikt?

Der erste Streiktag in dieser Woche war der Montag. Vom Streik betroffen waren unter anderem die KVB-Kundencenter und Verkaufsstellen. Ab dem heutigen Dienstag wird auch der Verkehr bestreikt. Mittwoch und Donnerstag sind ebenfalls Streiktage, die den ÖPNV beeinträchtigen.

Was steht an diesem Dienstag still?

Heute sind die Mitarbeitenden im Fahrdienst zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Das heißt, es fahren weder Busse noch Bahnen der KVB. Das betrifft auch die Linien 16 und 18, die gemeinsam mit den Stadtwerken Bonn betrieben werden. S-Bahnen sind vom Streik nicht betroffen – auch an den Folgetagen nicht. Außerdem fahren einzelne Buslinien, die von Subunternehmen befahren werden.

Was passiert am Mittwoch?

Am 18. März sind die Mitarbeitenden in den Werkstätten zum Streik aufgerufen. Wie die KVB mitteilt, werden an diesem Tag keine Stadtbahnen fahren, da möglicherweise liegenbleibende Bahnen nicht repariert oder abgeschleppt werden könnten. Busse sind davon nicht betroffen. Die KVB schreibt allerdings, dass Bus-Fahrgäste damit rechnen müssen „dass es zu Unregelmäßigkeiten im Fahrplan kommen kann“.

Und was passiert am Donnerstag?

Am 19. März schließen sich die Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen einem bundesweiten Aktionstag von Verdi an, sodass auch die KVB in Gänze bestreikt wird. An diesem Tag stehen Bahnen und Busse der KVB still und nur durch Subunternehmen durchgeführte Busfahrten finden statt.

Wurde bei der KVB in diesem Jahr nicht schon öfter gestreikt?

Ja. An vier Tagen – drei davon im Februar, einer im März – stand die KVB in diesem Jahr bereits still.

Drei Tage Streik am Stück: Ist das nicht extrem?

Ja, wobei es kein direkter 72-Stunden-Streik ist, sondern drei Tage, an denen unterschiedliche Bereiche bestreikt werden. Bei der KVB wirkt sich das allerdings so aus, dass die Stadtbahnen drei Tage nicht fahren.

Gibt es auch gute Nachrichten?

Zumindest im Kontext. Denn der Verkehr der Deutschen Bahn, der Mittelrheinbahn und anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen ist nicht durch den Streik der Gewerkschaften betroffen. Kunden der KVB können somit auch auf S-Bahnen, Regionalbahnen (RB) und Regionalexpressbahnen (RE) ausweichen. Die KVB schreibt: „Innerhalb der räumlichen Geltungsbereiche im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) gelten die Tickets der KVB-Kunden auch in diesen Verkehrsmitteln.“

Warum wird gestreikt?

Hintergründe der aktuellen Arbeitsniederlegungen sind die Tarifverhandlungen im kommunalen Nahverkehr, die zwischen den kommunalen Arbeitgeberverbänden der Länder und Verdi geführt werden. Während es in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein bereits Einigungen gab, sind die Fronten in NRW nach zwei Verhandlungsrunden verhärtet. Für die Gewerkschaft steht eine Entlastung der Arbeitnehmer im Zentrum der Verhandlungen. Sie fordert unter anderem eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich sowie höhere Zuschläge für Sonntagsarbeit. Der Arbeitgeberverband betont jedoch die desolate Finanzsituation der kommunalen Träger und warnt davor, dass eine Reduzierung der Arbeitszeit die Effizienz des ÖPNV gefährde.

Droht noch mehr Streik?

Das hängt ganz davon ab, wie die Tarifverhandlungen weitergehen.

Welche Alternativen zur KVB gibt es?

Taxi: Der größte Anbieter in Köln ist „Taxi-Ruf“ mit rund 1100 Fahrzeugen und etwa 3000 Fahrern. An Streiktagen müssen Fahrgäste mit erhöhter Nachfrage rechnen.

S-Bahn und Regionalzüge: Kölnerinnen und Kölner können innerhalb des Gültigkeitsbereichs ihre Tickets die Züge der Deutschen Bahn, der Mittelrheinbahn und anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen nutzen (S-Bahn, Regionalbahn (RB) und Regionalexpress). Diese sind nicht durch den Streik der Gewerkschaft betroffen.

Uber und Bolt: Die Mietwagenanbieter sind in Köln verfügbar, Buchung und Bezahlung laufen per App. Auch hier gilt: An stark nachgefragten Tagen können Preise steigen.

E-Scooter: Vier Anbieter sind in Köln aktiv – Dott, Bolt, Lime und Voi. Beim Abstellen sind dringend die städtischen Verbotszonen zu beachten.

Leihrad: Wer in Köln ein Leihrad nutzen möchte oder muss, hat die Wahl zwischen zwei Anbietern: der KVB und der Deutschen Bahn mit ihrem Dienst „Call a Bike“. Beide setzen auf eine eigene App. Ein Unterschied besteht bei der Rückgabe: Während „Call a Bike„-Nutzer das Rad zwingend an einer Station abgeben müssen, erlaubt die KVB zusätzlich die Rückgabe in sogenannten „pinken Zonen“. Allerdings fällt dort eine Abstellgebühr von einem Euro an.

Carsharing: „Free2Move“ (vormals „Share now“) und „Miles“ ermöglichen eine flexible Rückgabe im Stadtgebiet, „Cambio“ arbeitet stationsbasiert. Für alle ist eine Registrierung mit Führerschein erforderlich.