Um noch mehr Aufmerksamkeit für ein wichtiges Thema zu erzeugen, ging im Rhein-Energie-Stadion ein Weltrekord über die Bühne. Unter anderem die Räuber waren beim größten Musikevent mit Kindern dabei.
Weltrekord stehtKinder feiern im FC-Wohnzimmer kölsche Party zu einem ernsten Thema
Als die Räuber die FC-Torhymne anstimmten, gab es auf den Tribünen endgültig kein Halten mehr. „Denn wenn et Trömmelche jeht, dann stonn mer all parat. Un mer trecke durch die Stadt, un jeder hätt jesaat: Kölle Alaaf, Alaaf – Kölle Alaaf“, sangen tausende Kinder voller Leidenschaft.
Im Rhein-Energie-Stadion waren sie am Freitag (3. Juli 2026) Teil eines Weltrekords. Bei der bisher größten musikalischen Veranstaltung mit Kindern ging es herrlich kölsch und lustig zu. Dabei steckte hinter dem außergewöhnlichen Event im FC-Wohnzimmer ein ernster Hintergrund.
Köln feiert größte musikalische Veranstaltung mit Kindern
Da über 20 Prozent der unter Zehnjährigen in Deutschland nicht schwimmen können und viele Grundschulen aus Mangel an Bädern und Personal gar keinen Unterricht mehr anbieten können, wurde vor knapp einem Jahr Mobi ins Leben gerufen – ein mobiles, hochmodern ausgestattetes Schwimmbad in einem Container.
Rund 600 Kinder haben seit Oktober 2025 bereits an den kostenlosen Kursen teilgenommen. Finanziert wird Mobi vom Förderverein der Sparkasse KölnBonn durch 3,5 Millionen Euro. Die Organisation liegt beim Kreissportbund Düren. Um noch mehr Aufmerksamkeit für das Thema zu verschaffen, wurde am Freitag das Weltrekord-Event auf die Beine gestellt.
17.000 Kinder wurden im Vorfeld eingeladen. Nach dem über zweistündigen Programm konnte Notar Wolfgang Gruntkowski von Guinness World Records das Resultat verkünden: „14.019 Grundschulkinder waren dabei.“ Begleitet wurden sie von rund 3000 Erwachsenen. Der bisherige Rekord lag bei 8500 Kindern.
Die Umsetzung war eine logistische Meisterleistung, die von rund 100 Freiwilligen unterstützt wurde. Seit den Morgenstunden wurden die Kinder mit rund 300 Bustouren von rund 70 Schulen abgeholt und nach Müngersdorf gebracht. Überall wurde Wasser verteilt. Die Kinder trugen rote und weiße Kappen und bekamen Fähnchen. Nach dem Konzert ging der stundenlange Rücktransport los.

Henning Krautmacher sang zusammen mit den Lucky Kids die FC-Hymne im Rhein-Energie-Stadion.
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„Ein Event dieser Größenordnung braucht eine Organisation, die bis ins Detail durchdacht ist. Dass alles so gut geklappt hat, ist das Ergebnis monatelanger Vorbereitung“, sagte Geschäftsführer Wolfgang Schmitz vom Kreissportbund.

Räuber-Frontmann Sven West sang in luftiger Höhe den Mottosong „Schwemme künne“.
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„Die Zukunft Kölns sitzt hier auf der Tribüne“, sagte FC-Stadionsprecher Michael Trippel, der durch das Programm „in der schönsten Stadt Deutschlands“ führte. Auch FC-Präsident Jörn Stobbe war dabei. „Hennes IX. und ich haben eins gemeinsam: Wir können beide nicht besonders gut schwimmen. Und wir können nicht singen. Dafür benötigen wir die Hilfe der Kinder“, sagte er.

Ein Höhepunkt für die Pänz: Das FC-Maskottchen Hennes IX. wurde von Betreuer Ingo Reipka durchs Stadion geführt.
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Oberbürgermeister Torsten Burmester war vom hohen Geräuschpegel im Stadion beeindruckt. „Das ist ja lauter als beim FC. Ich bin stolz auf den Weltrekord. Aber noch viel wichtiger ist, dass wir ein Zeichen für das Schwimmen setzen.“ Denn diese Botschaft nahm jedes Kind mit nach Hause: Es ist wichtig, sicher schwimmen zu können.

Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (l.) freute sich an der Seite von Gero Wiesenhöfer vom Förderverein der Sparkasse KölnBonn über den Rekord.
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Zum Auftakt sang Ex-Höhner-Frontmann Henning Krautmacher zusammen mit den Lucky Kids die FC-Hymne. Zudem verlas der Sänger elf ironische Gebote. „Schwimmbrillen lassen einen aussehen wie einen erstaunten Frosch und Schwimmnudeln sehen lecker aus, sind es aber nicht“, hieß es darin.

Zugabe-Rufe gab es für die Trampolinaufführung von Professor Wacko aus dem Circus Roncalli.
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Den größten Jubel gab es für den Auftritt von FC-Maskottchen Hennes. Die Funky Marys wurden von den Kindern ebenso frenetisch gefeiert wie Sängerin Devado. Comedian Georg Leiste sorgte für fröhliche Stimmung. Für Professor Wacko vom Circus Roncalli gab es lautstarke Zugabe-Rufe.
Die Räuber spielten ihre zahlreichen Hits und den eigens für das Mobi-Projekt komponierten Song „Schwemme künne“. Auch für die Band war dieses Erlebnis ein ganz besonderes. „Solch eine Energie, die kann nur von Kindern kommen“, sagte Frontmann Sven West strahlend. „Das war irre.“