Das heiße Wetter der vergangenen Tage hat den Kölner Parks wieder eine wahre Müllflut beschert. Die Abfallmengen haben sich in wenigen Wochen nahezu verdreifacht.
Abfallmenge verdreifachtWie die AWB gegen Müll in Kölner Parks kämpft

Neben einem Abfallbehälter im Kölner Nordpark liegt Müll auf der Wiese verstreut.
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Sommer, Sonne, Sauerei: Kaum bewegen sich die Temperaturen in Köln stabil über 20 Grad, wächst das Müllaufkommen in den städtischen Parks und Grünanlagen rasant. Zahlreiche Besucher hinterlassen dort beim Picknicken und Grillen so große Abfallmengen, dass vielerorts die Papierkörbe überquellen und der Müll einfach daneben auf die Wiese geworfen wird. Nicht selten machen sich Krähen und Füchse über die Speisereste her und verteilen dabei Plastiktüten, Pappteller, Getränkebecher und anderen Unrat in der Landschaft.
Allein am vergangenen, sehr heißen Pfingstwochenende haben die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (AWB) in knapp 60 besonders stark genutzten Kölner Grünflächen nach eigenen Angaben rund 28 Tonnen Müll eingesammelt. Zum Vergleich: An den Mai-Wochenenden davor, die ebenfalls sonnig, aber kühler waren, lag das Aufkommen laut AWB noch bei etwa 13 bis 14 Tonnen. „Im April hingegen bewegten sich die Mengen bei trockenem Wetter lediglich zwischen 10 und 11 Tonnen“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Diese Entwicklung verdeutliche „den starken Einfluss der Witterung und der intensiveren Nutzung der Grünflächen auf das Müllaufkommen“.
AWB setzt sonntags bis zu 42 Reinigungskräfte in Kölner Parks ein
Dementsprechend richte sich der Personaleinsatz in den Parks maßgeblich nach dem Wetter. „Bei voller Auslastung sind samstags bis zu 28 Mitarbeitende im Einsatz, während sonntags aufgrund der noch stärkeren Nutzung bis zu 42 Kräfte eingesetzt werden“, so die AWB-Sprecherin. Planung und Zahl der Einsatztage würden flexibel an die Wetterlage angepasst. Die sogenannte „Picknickreinigung“ erfolge von etwa Anfang März bis Mitte Oktober. In Wintermonaten würden die Grünanlagen lediglich bedarfsorientiert gereinigt, in der Regel alle zwei Wochen. Im Sommer bleibt der Job hingegen eine Sisyphos-Aufgabe.
An Hotspots wie dem Aachener Weiher hat die AWB bereits große Unterflurcontainer installiert, die fünf Kubikmeter Abfall aufnehmen können. Doch an vielen anderen Stellen in Kölner Parks werden kleine Papierkörbe ohne Deckel, der vor Tierfraß schützt, auch in diesem Sommer die Standardausstattung bleiben, obwohl sie den Müllmengen in der heißen Jahreszeit nicht gewachsen sind.

Im Rheingarten in der Kölner Altstadt steht eine sogenannte „Papierkorbgarage“. Diese großen Abfallbehälter testet die AWB zurzeit in der Innenstadt.
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Weitere große Abfallbehälter will die AWB dort aber vorerst nicht aufstellen. Erst sollen in einem Pilotprojekt die sogenannten „Papierkorbgaragen“ erprobt werden. Das sind Blechbehälter, in die eine 240-Liter-Abfalltonne gestellt wird. Der Einwurfschlitz ist so groß, dass selbst Pizzakartons mühelos hineinpassen, die Leerung geht dank der Tonne im Inneren schnell von der Hand. Prototypen stehen unter anderem bereits im Rheingarten in der Altstadt.
Papierkorbkonzept soll Einsatzbereiche definieren
Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) hatte angekündigt, dass 100 solcher Abfallbehälter in der Innenstadt aufgestellt werden sollen. Ihre Auslieferung erfolge „voraussichtlich im Laufe dieses Sommers“, sagte die AWB-Sprecherin. Platziert werden sie an Hotspots in der City. „Eine Ausweitung auf Grünanlagen ist derzeit nicht vorgesehen.“ Erst nach erfolgreichem Abschluss der Testphase in der Innenstadt könnten sie auch an anderen Orten installiert werden, „sofern der Einsatz dort als sinnvoll erachtet wird“.
Nach dem Test werde ein Papierkorbkonzept erarbeitet, es solle „den bedarfsgerechten Einsatz der unterschiedlichen Papierkorbtypen für die jeweiligen Einsatzbereiche verbindlich festlegen“. Dass viele Abfallbehälter in der Stadt häufig überfüllt sind, liegt laut AWB auch daran, dass seit einigen Jahren immer mehr Menschen ihren Hausmüll nicht zu Hause, sondern in öffentlichen Abfallbehältern entsorgen, also auf Kosten anderer.
Finanziert wird die Reinigung der Parks und die Entsorgung von wild abgelagertem Müll über die Kölner Abfallgebühren. Das bedeutet: Je mehr Müll Menschen in der Stadt hinterlassen, was hohe Kosten verursacht, desto mehr müssen Bürger und Unternehmen für die Müllabfuhr an ihrem Wohn- oder Geschäftssitz bezahlen.