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„Wir haben die Nase voll“Gen Z erklären bei Pressekonferenz in Köln ihren Protest

Drei junge Organisatoren erklären vor den für Samstag angekündigten Protesten, was sie antreibt.

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30.10.2026, Nordrhein-Westfalen, Köln: Emma Hübner (r), Steve (l) und Lina Friedrich (M), Organisatoren des Aktionsbündnisses "Gen Z regelt", kommen zur Pressekonferenz vor den bundesweiten Demonstrationen am Samstag (31.10.). Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Emma Hübner (r.), Steve (l.) und Lina Friedrich von „Gen Z regelt“ bei einer Pressekonferenz in Köln, einen Tag vor den bundesweiten Demonstrationen am 31. Oktober.

Nach Aufrufen der Initiative „Gen Z regelt“ wollen am Samstag bundesweit mehr als 160.000 junge Menschen auf die Straße gehen. Alleine 15.000 Demonstranten werden am Kölner Konrad-Adenauer-Ufer erwartet. Einen Tag vor den Protesten treten drei Mitinitiatoren von „Gen Z regelt“ nun erstmals vor die Presse – und teilen, was sie bewegt.

Sie sind zwischen 18 und 28 Jahren alt und waren mehrheitlich bisher nicht politisch aktiv. Gefunden haben sie sich online – ihre Beweggründe seien aber dieselben. „Wir haben die Nase voll“, sagt der 18‑jährige Steve, der gerade sein Abitur gemacht hat und zuvor Schülersprecher eines Münchner Gymnasiums war. Zentrale Forderungen seien mehr Investitionen in Bildung, Klimaschutz und Gesundheit sowie ein Ende der Wehrpflicht-Debatte. Die 21-jährige Lina Friedrich beschreibt einen Personalmangel im Gesundheitswesen und sinkende Vergütungen für Therapeutinnen und Therapeuten: „Wir müssen erst an unserem Tiefpunkt ankommen, um gehört zu werden.“

Herr Merz, wir werden unser Grundrecht zur Versammlung so lange wahrnehmen, bis Sie aufhören, uns zu ignorieren. Wir sind die Jugend, und wir sind die Zukunft
Steve (18) aus München

„Wir sind eine Generation junger Menschen, die wie nie zuvor in Deutschland in einer alternden Gesellschaft zurechtkommen muss“, sagt die 28-jährige Psychologiestudentin Emma Hübner aus Köln. „Unsere klare Erklärung an die Regierung: Die Jugend muss gefördert werden. Wir brauchen jetzt Investitionen in Bildung, Klimaschutz und Gesundheit.“ Direkt gerichtet an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagt die Initiative: „Herr Merz, wir werden unser Grundrecht zur Versammlung so lange wahrnehmen, bis Sie aufhören, uns zu ignorieren. Wir sind die Jugend, und wir sind die Zukunft“, so der 18-jährige Steve.

Initiative plant friedlichen Protest

In Berlin, Köln, Frankfurt und München organisiert „GenZ regelt“ die Proteste selbst, 30 weitere Städte hätten sich der Initiative angeschlossen. Wie berichtet, begleitet die Sorge vor Gewalt den Protest. Einzelne Geschäfte in Köln hatten angekündigt, an diesem Tag zu schließen, aus Angst vor Ausschreitungen und Sachbeschädigung. Die Organisatoren selbst beklagen, der öffentliche Diskurs konzentriere sich zu stark auf mögliches Gewaltpotenzial: „Keiner will mit uns reden, stattdessen ist immer nur das Thema Gewalt auf der Agenda. Dabei würden wir uns gerne über die Wirtschaft unterhalten, über den Klimawandel oder über die Schulen.“ Es sei ausdrücklich ein friedlicher Protest geplant.

„Gen Z regelt“-Sprecherin für Köln: Emma Hübner

Zugleich sorgen Sicherheitshinweise auf der Initiativen-Webseite – etwa der Rat, ein Erste-Hilfe-Set mitzubringen oder sich eine Notfallnummer auf den Arm zu schreiben – für Fragen. Auf eine entsprechende Nachfrage unserer Redaktion verwiesen die Organisatoren auf ihr Ziel, die Sicherheit der Teilnehmenden zu gewährleisten, und auf öffentliche Vorwürfe gegen die Bewegung, in denen von „Krawallmigranten“ die Rede sei und ein Militäreinsatz gefordert wurde.

Der Protest von „Gen Z“ ist auch innerhalb der eigenen Zielgruppe umstritten. Die Bundesschülerkonferenz, die rund acht Millionen Schülerinnen und Schüler vertritt, hatte die Proteste zunächst als „grundsätzlich positiv“ bewertet, sich aber kurz vor dem Protesttag distanziert: Die Organisationsstrukturen von „Gen Z regelt“ seien undurchsichtig, es bestehe die Gefahr politischer Instrumentalisierung. Die Organisatoren selbst weisen Kritik an mangelnder Transparenz zurück: Man habe Leitlinien veröffentlicht, an die sich die Ortsgruppen aus Köln, Berlin, Frankfurt und München halten sollen, Kontrolle über einzelne Social-Media-Kanäle könne man aber nicht übernehmen.