Wenige Tage vor der geplanten Gen-Z-Demonstration auf dem Kölner Heumarkt haben Unbekannte einen Farbanschlag auf eine Filiale der Deutschen Bank an der Aachener Straße 392-394 in Köln-Braunsfeld verübt. Schaufenster und Eingangstür wurden großflächig mit roter Farbe beschmiert. Dabei kamen augenscheinlich Farbbeutel und Sprühdosen zum Einsatz. Die Tat erfolgte offenbar in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch.
Die unbekannten Täter hinterließen auch einen Hinweis auf die Demo. Sie sprühten „31.10.,14.00 Uhr, Heumarkt“ auf das Schaufenster. Um 14 Uhr soll am Samstag die Demonstration der Protestbewegung „Gen Z regelt“ auf dem Heumarkt in der Kölner Altstadt starten.
15.000 Teilnehmer bei Gen-Z-Demo in Köln erwartet
Bundesweit wollen an diesem Tag Zehntausende Jugendliche und junge Erwachsene auf die Straße gehen. Gefordert werden unter anderem mehr Geld für Bildung, Suchthilfe und Psychotherapie, ein bezahlbares Leben, ein „Nein“ zur Wehrpflicht sowie konsequenter Klimaschutz. Dabei beziehen sich die jungen Menschen ausdrücklich auf die jüngsten Proteste in Frankreich, Italien und anderen europäischen Ländern, bei denen es teilweise zu schweren Ausschreitungen gekommen ist. In Köln wird mittlerweile mit rund 15.000 Teilnehmern gerechnet.

Die Filiale der Deutschen Bank an der Aachener Straße 392 in Braunsfeld wurde mit roter Farbe beschmiert, mit Verweis auf die „Gen Z“-Demo am 31.10. (Leserfoto)
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Ein Anwohner sagte unserer Redaktion, die Mitarbeiter der Deutschen Bank seien am Morgen völlig entsetzt gewesen, als sie die Filiale öffnen wollten und die beschmierte Fassade sahen. „Alle waren fassungslos.“ Er habe gehört, es bestehe die Gefahr, dass Linksextremisten die für Samstag geplanten Schülerproteste unterwandern. Dass nun auch Braunsfeld betroffen sei, damit habe man nicht gerechnet.
Ein Sprecher der Deutschen Bank erklärte auf Anfrage, es handele sich nicht um eine klassische Bankfiliale mit Schaltern und Laufkundschaft, sondern um ein „Private Banking Center“, in dem man Beratungsgespräche für Privatkunden nach telefonischer Voranmeldung durchführe. Es sei niemand zu Schaden gekommen. Zur Frage, ob die Deutsche Bank Ziel weiterer Angriffe war, äußerte sich der Sprecher nicht. Er sagte: „Wir beobachten die Entwicklungen aufmerksam und sind entsprechend vorbereitet. Die Sicherheit unserer Kundinnen und Kunden sowie unserer Mitarbeitenden hat höchste Priorität.“
Graffiti auch an einem Schulgebäude in Ehrenfeld
Ein Sprecher der Kölner Polizei erklärte, der Farbanschlag in Braunsfeld sei der Behörde bekannt. „Der Vorfall wurde als Sachbeschädigung durch Graffiti zur Anzeige gebracht.“ Einen gleich gelagerten Fall von Graffiti habe es an einem Schulgebäude an der Weinsbergstraße in Ehrenfeld gegeben. „Auch in diesem Fall wurde ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung durch Graffiti eingeleitet.“ Weitere Fälle von Farbschmierereien oder Sachbeschädigungen in Köln im Zusammenhang mit den „Gen Z“-Protesten waren am Mittwochnachmittag nicht bekannt.
In den vergangenen Monaten hatte es Farbattacken unter anderem am Kölner Rathaus und der Parteizentrale der SPD gegeben. Dabei wurden die Gebäude mit Farbbeuteln beworfen und mit Parolen verunstaltet. Später tauchte auf der Online-Plattform Indymedia ein Video auf, das mehrere vermummte Personen bei den Sprühaktionen zeigt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz bezeichnet Indymedia als „linksextremistische Internetplattform“.
Die Täter können in der Regel nicht ermittelt werden. Der Polizeisprecher sagte: „Die Ermittlungsarbeit solcher Delikte ist durchaus komplex, da Sprühaktionen in der Regel meist in den Nachtstunden und ohne Aufmerksamkeit zu erregen durchgeführt werden, sodass Zeugen oder Geschädigte erst mehrere Stunden später die Beschädigungen sehen.“ Auf die polizeiliche Einsatzlage während der Demo am kommenden Samstag bereite sich die Kölner Polizei derzeit „intensiv“ vor.

