Köln – Schon am vergangenen Dienstag haben die Mitarbeiter des Rikscha-Dienstes Perpedalo häufiger als gewöhnlich in die Pedalen getreten. „Sie waren vermehrt im Einsatz“, sagt Johannes Wittich, Inhaber des Fahrradkutschenbetriebs. Auch ab Mittwoch, dem ersten Streiktag, werden voraussichtlich möglichst viele Rikscha-Fahrer arbeiten.
Allein Berufspendlern dürfte die außergewöhnliche Beförderungsleistung eher wenig bringen. Die Räder mit Platz für zwei Passagiere sind zwar zentral am Dom vorzufinden. Jedoch beginnen die meisten Fahrer erst um 9 Uhr mit ihrer Schicht.
Rikschas mit begrenzter Reichweite
Auch scheint die Reichweite begrenzt. „Normalerweise beschränkt sich das Einsatzgebiet innerhalb der Ringe“, so Wittich. Zwischen zwei und vier Kilometern betrage die durchschnittliche Fahrleistung. In Ausnahmefällen geht es auch darüber hinaus.
Wer dennoch mit der Rikscha zum Büro gelangen will, der müsste dafür tief in die Tasche greifen. Pro Viertelstunde kostet die Fahrt 9 Euro. Ruft man die Rikscha zum Büro, werden obendrein 2 bis 3 Euro extra fällig.
Taxizentrale rechnet mit Ansturm
Die Kölner Taxizentrale verdoppelt am Mittwoch die Belegschaft, um den erwartet starken Ansturm bewältigen zu können. „Und draußen werden sicherlich alle Kollegen auf der Straße unterwegs sein“, meint Alexander Dragicevic, Vorstandsmitglied der Taxigenossenschaft.
Am vergangenen Streiktag verzeichneten die Taxifahrer ein doppelt so hohes Fahrgastaufkommen. Dennoch blieb es laut Taxifahrern auf den Kölner Straßen verhältnismäßig ruhig. „Da war ich selbst etwas erstaunt, dass nicht so viel Stau war“, sagt Dragicevic.
Wer im Taxi fährt, bezahlt den Fahrer nach einem von der Kölner Stadtverwaltung festgelegten Satz. Er setzt sich aus der Anfahrt (3 Euro), Zeit und Länge der Fahrt zusammen. Eine rund sieben Kilometer lange Fahrt, etwa zum Rheinenergie-Stadion, würde circa 20 Euro kosten – eine gute Verkehrslage vorausgesetzt.
Bahnen fahren durch Köln
Selbst wenn die Kölner Verkehrsbetriebe streiken: Bahnen fahren trotzdem durch Köln. Im freilich nicht so engmaschigen Netz der S-Bahnen und Regionalexpresse können Berufstätige wenigstens einen Teil ihrer Strecken zurücklegen.
Besitzer von VRS-Monatskarten können die S-Bahnen und sogar Regionalexpresse mit ihrem Ticket nutzen. Für eine Fahrt, beispielsweise vom Hauptbahnhof bis zum Bahnhof Köln-Ehrenfeld, bezahlen Zugfahrer 2,80 Euro (Preisstufe 1b).
Leihräder am Streiktag begehrt
Wer mit dem Zug dann noch nicht nah genug am Ziel ist, könnte dann noch selbst in die Pedalen treten - auch ohne ein eigenes Rad. Ohnehin soll an beiden Streiktagen bestes Radlerwetter herrschen. Der "Call a bike-Service" der Deutschen Bahn erfreut sich in der Domstadt wachsender Beliebtheit. Häufig in der Nähe zu Bahnhöfen und Haltestellen gelegen, könnten vom Streik Betroffene die Mobilitätslücke zum Zielort überbrücken.
Der erste Warnstreik hatte laut einer Sprecherin der Deutschen Bahn schon eine gesteigerte Nachfrage zur Folge. Deshalb rechnet die Bahn auch am Mittwoch und Donnerstag mit hohen Ausleihzahlen. Im Kölner Stadtgebiet stehen 850 Leihräder zur Verfügung. Die einzelnen Verleihstationen sind auf einer Karte zu finden. Eine Tagespauschale fürs Zweirad kostet 15 Euro. Bahncard-Besitzer und Studenten bezahlen 9 Euro. Auch eine minutengenaue Abrechnung (8 Cent) ist möglich.
Trotz Streik gibt es also genug Alternativen, um voranzukommen.
