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Besucherrekord dank KusamaErfolg macht sexy – gilt das auch für Köln?

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Besucher gehen durch eine Installation mit gelb gepunkteten Tentakeln im Kölner Museum Ludwig.

Besucher gehen durch eine Installation der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama im Kölner Museum Ludwig. 

450.000 Besucher haben die Kusama-Schau im Kölner Museum Ludwig gesehen. Von diesem Erfolg sollte sich die Politik anfixen lassen. 

Weder ist Kunst eine Sportart noch streben Museen nach olympischen Rekorden. Trotzdem wird beides, wie alles in dieser Welt, an Zahlen gemessen, seien es Preise und Auktionserlöse oder Besucher, die in Ausstellungen und Sammlungen strömen. Auch in der Kunstwelt macht Erfolg sexy und ernährt sich aus sich selbst. Allein deswegen darf man sich über den Rekord freuen, den das Kölner Museum Ludwig jetzt in den Büchern stehen hat: Wenn an diesem Sonntag die Kusama-Ausstellung schließt, werden mehr als 450.000 Menschen die Schau besucht und dafür Eintritt bezahlt haben. Damit kann man sich selbst im internationalen Wettbewerb sehen lassen.

Die Rekordeinnahmen werden gebraucht, um das geplante Defizit auszugleichen

Warum nicht immer oder wenigstens häufiger so, mag sich jetzt mancher denken, für den die städtischen Museen vor allem ein Kosten- und Werbefaktor sind. Aber auch Kulturdezernent Stefan Charles dürfte sich in seiner Forderung bestätigt fühlen, die Zahl der Besucher in sämtlichen Kölner Museen bis 2029 auf jährlich zwei Millionen zu steigern. Die Hauptlast daran soll das Museum Ludwig schultern, zumal derzeit niemand vorherzusagen wagt, wann mit dem Römisch-Germanischen-Museum ein früherer Kölner Publikumsliebling am alten Standort wiederaufersteht.

Leider lehrt ein Blick in die Kassenbücher, dass sich Besucherrekorde nicht zuverlässig planen lassen – im Museum Ludwig hatte die alte Bestmarke, 360.000 Besucher bei der Edward-Hopper-Retrospektive, seit dem Jahr 2005 Bestand. Die Zeit dazwischen war aber mitnichten verloren; sie wurde von den Kuratoren mit hervorragenden und oft auch gut besuchten Ausstellungen gefüllt. Doch selbst die weltberühmte Ludwig-Sammlung kann nicht ausgleichen, dass Köln als Ganzes in der Gunst der Kulturtouristen weit hinter großen Metropolen wie Berlin oder Paris rangiert. Ein anderer Standortnachteil ist der knappe Etat des städtischen Museums. Ludwig-Direktor Yilmaz Dziewior hat glaubhaft versichert, dass die Kusama-Schau ein Kraftakt war, den sich das Museum mithilfe der Stadt und privater Sponsoren selbst zum 50-jährigen Bestehen „schenkte“ – und der so schnell nicht zu wiederholen ist. Auch die Rekordeinnahmen werden vor allem gebraucht, um das „geplante Defizit“ des Hauses auszugleichen.

Aber genug geklagt, denn die Kusama-Schau hat auch Köln als Ganzes wieder in positive Schlagzeilen gebracht, und davon kann man nie genug bekommen. Bleibt zu hoffen, dass die Politik daran so viel Gefallen gefunden hat, dass sie nach mehr verlangt und bereit ist, dafür etwas zu investieren. Damit dieser Erfolg neue Erfolge schafft, braucht es nämlich nicht nur ehrgeizige Vorgaben, sondern eine Strategie, die durch ein finanzielles Bekenntnis der Stadt beglaubigt wird. Allein darauf zu hoffen, dass die vielen Museumsbaustellen eines Tages fertiggestellt sind und sich wie von selbst zur Via Culturalis fügen, reicht hier nicht. Obwohl dies die Voraussetzung für alles andere ist. Mit einem Museum Ludwig im Interim ist an Rekorde nicht einmal zu denken.