New York – Es ist noch nicht lange her, dass sich Elliot Page als transgender geoutet hat. „Mein Name ist Elliot“, schrieb der kanadische Schauspieler im Dezember auf Instagram. Nun wird der 34-Jährige als erster Transgender-Mann auf dem Titel des „Time“-Magazines zu sehen sein. Ab Freitag werde die Zeitschrift verkauft, teilten die Herausgeber mit. Online ist das dazugehörige Interview mit Page schon zu lesen. Auf dem Cover wird der Schauspieler zitiert: „Ich bin komplett der, der ich bin.“
Im Interview mit „Time“ erzählt Page, dass er schon als Kind ein Junge sein wollte und seine Mutter gefragt habe, ob er das eines Tages sein darf. Mit neun Jahren habe er sich die Haare kurz schneiden dürfen. Doch als er mit zehn Jahren professioneller Schauspieler wurde, sei dies auch mit schwierigen Kompromissen einhergegangen: „Natürlich musste ich ein bestimmtes Aussehen haben.“ Das habe allerdings dazu geführt, dass er sich lange Zeit selber nicht wiedererkannt habe. „Lange konnte ich mir nicht einmal ein Foto von mir ansehen.“
Elliot Page: Ein Kampf für Trans-Menschen
Das Bild von Elliot Page auf dem „Time“-Cover zeigt ihn mit einer neuen Kurzhaar-Frisur. Er steht auf eine Art lässig und gleichzeitig angespannt gegen eine Wand gelehnt und trägt ganz alltägliche Kleidung: Pulli, Jeans, Sneaker. Der Hund und der Tisch sind angeschnitten, sorgen so für Bewegung im Bild, das durch Pages Pose eher steif wirkt.
Auch sein Blick ist ernst und wirkt ein wenig angestrengt. Das hineinfallende Licht lockert es wieder etwas auf. Eine Bildkomposition also, die wohl sagen soll, ja, das bin jetzt ich, ganz alltäglich, aber der Kampf für die Rechte und Gleichheit von Trans-Menschen ist noch nicht vorbei. Und noch etwas ist anders: Page hat sich operieren und das Brustgewebe entfernen lassen. Als er im Dezember seinen Brief auf Instagram veröffentlichte, habe er sich gerade von der Operation erholt, sagt er in dem Interview.
Page wurde 2007 mit dem Film „Juno“ berühmt. Für die Hauptrolle als frühreifer schwangerer Teenager wurde er – unter seinem Geburtsnamen – für einen Oscar nominiert. Zuletzt spielte er bei der erfolgreichen Netflix-Serie „The Umbrella Academy“ mit.
In 2014 outete Page sich als homosexuell. Er heiratete 2018 die Tänzerin und Choreographin Emma Portner, von der er mittlerweile aber wieder geschieden ist.
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Während der Isolation in der Corona-Pandemie habe Page viel Zeit gehabt, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die er sonst womöglich vermieden habe. „Ich war endlich in der Lage, transgender zu sein und mich voll und ganz zu dem werden zu lassen, was ich bin“, sagt Page weiter in dem „Time“-Interview. Dass er es nun zu diesem Punkt in seinem Leben geschafft habe, bringe ihm ein „Gefühl von wahrer Aufregung und tiefer Dankbarkeit – gemischt mit viel Angst und Sorge“, so Page. Nach seinem Outing im Dezember habe er viel Unterstützung und Liebe sowie eine Menge Hass und Transphobie erwartet, so Page. „Genau das ist passiert.“
Vor einigen Jahren war bereits die Schauspielerin Laverne Cox als erste Transgender-Frau auf dem „Time“-Titelbild zu sehen. Nun tritt Elliot Page in diese Fußstapfen. Auf Instagram schreibt er zum Cover: „Schließen Sie sich mir bitte an und lehnen Sie Anti-Trans-Gesetze, Hass und Diskriminierung in all ihren Formen ab.“

