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Jürgen Becker über Klimaaktivisten„Ich finde sehr mutig, dass sie Flughäfen blockieren“

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Kabarettist Jürgen Becker steht vor der Lanxess-Arena. Er trägt eine dunkle Jacke und blickt in die Kamera.

Kabarettist Jürgen Becker

Jürgen Becker ist seit vielen Jahren als Kabarettist erfolgreich. Der 64-Jährige spricht in „Talk mit K“ über sein neues Programm, seine Sympathien für Klimakleber, den Kölner Karneval und die katholische Kirche.

Jürgen Becker arbeitet seit Jahrzehnten erfolgreich als Kabarettist. Überregional wurde der Kölner als langjähriger Gastgeber der „Mitternachtsspitzen“ im WDR Fernsehen bekannt. Bis 2020 moderierte er das Satire-Format.

Jetzt geht er auf Tournee mit seinem neuen Programm „Deine Disco“. Darin erklärt er, warum die E-Gitarre den Lauf der Geschichte veränderte. Jede Bewegung habe ihren eigenen Soundtrack, nur die Klimabewegung stehe ohne eigene Musik da. „Ihr sagt ja immer „Follow the Science“, ihr habt die Wissenschaft auf eurer Seite, aber vergesst die Emotionen nicht“, sagt der 64-Jährige. Ohne Emotionen zu wecken, erreiche man die Menschen nicht.

Die Ziele der Bewegung teilt er. Er hält es für falsch, ihnen vorzuwerfen, nur Staus zu provozieren. Die gebe es in Deutschland täglich tausendfach: „Wir sind der Stau.“ Auch umstrittene Aktionen sieht er positiv. „Ich finde sehr mutig, dass sie Flughäfen blockieren.“ Er selbst fliegt seit Jahren nicht mehr, denn er will auch seinen Beitrag leisten, um die Klimaziele zu erreichen.

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Becker schimpft nicht mehr über Politiker

Deutschland sei das einzige Land der Welt, in dem Weltverbesserer ein Schimpfwort sei. „Wie krank ist eigentlich eine Gesellschaft, die jemand abfällig beurteilt, der die Welt verbessern will?“

Im Podcast „Talk mit K“ spricht er auch darüber, warum er nicht mehr über Politiker schimpft: „Das ist sehr schwer, was die Politiker machen müssen, sehr kompliziert. Und nicht nur die Politik muss liefern, die Bürger müssen auch liefern.“ Deshalb will er lieber Verständnis wecken.

Und natürlich geht es auch um den Kölner Karneval und er erklärt, warum er nicht mehr über die Kirche spricht, an der er sich lange abgearbeitet hat. „Ich thematisiere die katholische Kirche nicht mehr, weil ich finde, bei jemand, der am Boden liegt, brauchen wir nicht auch noch nachzutreten.“


Am Dienstag, 14. November, präsentiert Jürgen Becker sein neues Programm „Deine Disco“ bei einer Vorpremiere im Club Trafic in Ehrenfeld, Venloer Straße 601-603. Los geht es um 20 Uhr. Hier gibt es Tickets.

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