Der Gründer der minimalistischen „Schule der Dinge“ Lee Ufan zeigt eine Auswahl seiner Gemälde im Kölner Museum Ludwig. Die fünf ausgestellten Werke des Südkoreaners zeigen große weiße Flächen, auf denen Elemente mit einem Verlauf von Farbschattierungen zu sehen sind. „Das ist ein Dialog zwischen Malen und Nicht-Malen“, sagte der Maler und Bildhauer am Freitag. Die Ausstellung beginnt am Samstag und endet am 4. April.
Der 90-jährige Lee lebt und arbeitet seit mehr als 50 Jahren in Japan und Frankreich. Er gründete die japanische minimalistisch arbeitende „Mono-ha-Bewegung“ (deutsch: Schule der Dinge), in deren Tradition er bis heute nach „einer harmonischen Neuordnung der Dinge“ sucht.
Weniger ist mehr
Lee begann laut eigenen Angaben 2015 damit, mit einem breiten Pinsel mehrfarbige Striche in mehreren Lagen auf große Leinwände aufzutragen. „Durch die Schichtung der Pinselstriche wird die Leinwand räumlich, wodurch die Vielschichtigkeit der Zeit offenbart wird“, ließ der Künstler mitteilen.
In einem Begleitfilm zur Ausstellung sagt Lee: „Ich glaube, sich mit weniger zufriedenzugeben, muss mit gesteigertem Denken einhergehen.“ Wenn er darüber nachdenke, was Kunst sei, habe er eine aufgehende Sonne vor Augen: „Ein unermesslicher Ausgangspunkt für Kreativität.“
Ein Stück globaler Ausrichtung
Zu den fünf Gemälden von Lee im Ausstellungsraum gehört auch ein Bild, das für die Sammlung des Museums Ludwig bestimmt ist. „Lee Ufans Werk wird eine großartige Bereicherung für die Sammlung des Museums Ludwig sein und zu dessen globaler Ausrichtung beitragen“, sagte Mami Kataoka. Sie ist Gastjurorin des Wolfgang-Hahn Preises der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig, mit dem Lee am Freitagabend ausgezeichnet wird. (kna)

