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Kölner StadtgartenFrançoiz Breut eröffnete die Konzertreihe „Le Pop La Série“

3 min

Françoiz Breut

Köln – „Ihr habt kein Wort von dem verstanden, was ich gerade gesagt habe, oder?“ Fragt Françoiz Breut das Publikum im Green Room, diesmal auf Englisch. Zuvor hatte die Frau aus Cherbourg warme Dankesworte zum Abschluss ihres hochsommerlichen Konzertes gesprochen — der Green Room ist kein Raum, sondern die kleine Open-Air-Bühne des Stadtgartens. Aber eben auf Französisch und niemand hatte applaudiert, obwohl man doch nach jedem einzelnen Stück eifrig Beifall gespendet hatte.

Die kulturellen Barrieren zum Nachbarland ragen immer noch himmelhoch. Nennen Sie doch auch mal nur eine Band oder Sängerin, die zurzeit in Frankreich populär ist! Das Kölner Label Le Pop Musik hat in dieser desolaten Situation bereits Unschätzbares geleistet. Schwer zu glauben, dass die erste „Le Pop“-Kompilation vor fast 20 Jahren erschienen ist. Dank ihr und vieler folgender Veröffentlichungen des Labels haben sich einige der interessantesten Protagonisten des Nouvelle Chanson treue, wenn auch kleine Fangemeinden in Deutschland erobern können.

Françoiz Breut ist eine der interessantesten Protagonisten des Nouvelle Chanson

Françoiz Breut war von Anfang an dabei. Sie ist also genau die Richtige, um die neue Konzertreihe „Le Pop La Série“ zu eröffnen. Einst war Breut auch diejenige, die eine überraschende Brücke über den Atlantik schlug, bis tief in den Westen der USA hinein: Bands aus Tuscon, Arizona, wie Giant Sand und Calexico bekannten sich zum Breut-Fantum, und mit letzteren nahm sie denn auch einige gemeinsame Stücke auf. Etliche Schlüssel-Songs aus ihren Anfangstagen singt sie natürlich auch am Donnerstabend in Köln, allen voran „Si Tu Disais“.

Auf ihrem neuen exzellenten Album „Flux Flou de la Foule“ – man könnte es mit „der vage Fluss der Menge“ übersetzen, oder einfach die vollkommene Frenchness des Titels goutieren – hat sich Breut nun jedoch elektronischeren Sounds zugewandt. Weniger Wüstenhall, mehr sexy Bassläufe und Synthesizer-Linien.

Ihr Live-Trio aus Schlagzeuger, Keyboarder und einem Gitarristen der zwischen Bass und E-Gitarre alterniert, beherrscht die perfekte Ökonomie der Mittel. Hier sitzt jeder Ton am genau richtigem Ort, es ist auch kein überflüssiger dabei – und trotzdem vermeidet die kleine Band die Easy-Listening-Falle der reinen Gefälligkeit.

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Wahrscheinlich wäre man angesichts der monatelangen Abwesenheit von Live-Musik schon mit sehr viel weniger zufrieden gewesen, doch von Françoiz Breuts Stimme und diesem leicht psychedelischen Klangteppich umwoben zu werden, das ist wirklich die pure Freude.

Die nächsten Termine der Série im Green Room kommen nun Schlag auf Schlag: Am 24. Juni tritt mit Mathieu Boogaerts ebenfalls einer der „Le Pop“-Künstler der ersten Stunde auf. Seit zehn Jahren hat er seine eigentümliche Mischung aus Chanson, Dub-Reggae, brasilianischen und afrikanischen Einflüssen nicht mehr hier aufgeführt. Raphaële Lannadère, die als Sängerin unter dem schlichten Pseudonym L firmiert, war überhaupt erst einmal in Deutschland zu sehen, in Köln tritt sie nun am 22. Juli auf.

L ist das beste Beispiel für den fehlenden Austausch: In Frankreich seit Jahren als einzig wahre Erneuerin des klassischen Chansons gefeiert, ist sie in Deutschland nahezu unbekannt. Eine wunderbare Gelegenheit, endlich mal der oder die Erste zu sein. Weitere Termine von „Le Pop La Série“ sollen folgen.