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KommentarPR-Desaster auf Schienen

2 min

Ein Unternehmen wie die Deutsche Bahn, das fast ausschließlich mit Verspätungen auf sich aufmerksam macht, wäre ziemlich gut beraten, die besten PR-Leute dieser Republik zu rekrutieren. Zur Öffentlichkeitsarbeit der Bahn an diesem Wochenende jedenfalls, als die bekannteste Klimaschützerin der Welt eine Steilvorlage für kostenlose Werbung in eigener Sache gegeben hat, kann man nur sagen: blamabel, blamabler, Deutsche Bahn!

In ihrer Reaktion auf den Tweet von Greta Thunberg, die ein Foto von sich in „überfüllten Zügen“ postet, unterstellt die Bahn Thunberg, eine Heuchlerin und Lügnerin zu sein. Eine, die Erste Klasse fährt, nur um dann ein Foto zu inszenieren, auf dem sie entbehrungsreich auf dem Boden sitzt. Fake-Greta also!

Nun stimmt es zwar, dass Greta in einem Zug Erste Klasse gefahren ist. Allerdings ist auch richtig, dass sie zuvor während zwei anderer Zugfahrten eben auf dem Boden sitzen musste, wie sie in ihrer Reaktion auf den Bahn-Tweet erklärt.

Die Unterstellung der Bahn ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die „Fuck Greta“-Aufkleber auf ihre Autos kleben und jeden vermeintlichen Fehltritt der 16-Jährigen mit Häme und Wut im Netz kommentieren.

Was hätte die Bahn dabei nicht alles tun können? Greta eine Bahncard 100 auf Lebenszeit schenken, egal welcher Klasse? Das wäre ein schlauer und lässiger PR-Coup gewesen. Sie hätte es auch einfach bei ihrem ersten Dankes-Tweet belassen können.

Für die Bahncard wäre es übrigens noch nicht zu spät. Und für eine Entschuldigung sowieso nicht.