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Peter Thiel kritisiert Leo XIV.Ist der Papst der Antichrist?

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Papst Leo XIV. hält vor dem Dom von Pavia eine Rede.

Papst Leo XIV. hält vor dem Dom von Pavia eine Rede.

Tech-Kaiser Peter Thiel rügt Leo XIV. dafür, dass er die KI entwaffnen möchte. Endlich hat der Papst wieder einen würdigen Gegner.

Was dem christlichen Gott der Teufel, war dem Papst über Jahrhunderte hinweg der deutsche Kaiser: sein Lieblingsfeind, der Mann, den man zu hassen liebt. Schließlich bringt einen nichts verlässlicher in die Geschichtsbücher als ein Glaubenskrieg um die stellvertretende Weltherrschaft. Vom Scharmützel etwa, das sich Gregor IX. im Jahr 1239 mit Friedrich II. lieferte, könnten heutige Despoten noch viel lernen. Als Gregor seinen Widersacher offiziell zum Antichrist erklärte, entdeckte die kaiserliche Gegenpropaganda im Papst kurzerhand einen der apokalyptischen Reiter.

Heute plagt sich Leo XIV. vor allem mit den Pius-Brüdern ab

Heute plagt sich Leo XIV. vor allem mit den Pius-Brüdern ab und sein Statthalter im Himmel muss sich fragen lassen, warum er jetzt Eintritt in den Dom verlangt. Beide dürften daher hoch erfreut vernommen haben, dass der Tech-Kaiser Peter Thiel den aktuellen Papst für einen kommunistischen Agenten hält. Wie der Sender CNN berichtet, beklagte sich Thiel auf dem Aspen Ideas Festival darüber, dass sich Leo in seiner Enzyklika über die „Großartige Menschheit“ für eine „Entwaffnung“ der Künstlichen Intelligenz ausspricht. Und weil diese Forderung mutmaßlich in den USA größere Beachtung finden werde als in China, sieht Thiel neben den eigenen Geschäftsinteressen auch die Waffengleichheit im KI-Wettrüsten der Supermächte gefährdet.

Laut CNN schloss Thiel daraus, dass Leo für die chinesischen Kommunisten arbeite – und erntete im Publikum dafür Gelächter. Man könnte es für eine gute Pointe halten, wäre der Multimilliardär Thiel kein bekennender Christ und Apokalyptiker, der innig glaubt, die Tech-Branche sei dazu auserwählt, die Herrschaft des Antichristen zu vereiteln. Und mit einem verkappten Kommunisten auf dem Stuhl Petris, daran dürfte es keinen Zweifel geben, ist der Anfang vom Weltende nicht mehr fern.

In Thiel scheint Leo XIV. einen würdigen Gegner im Ringen um die christliche Weltseele gefunden zu haben. Der deutschstämmige Tech-Bruder mag sich nicht für einen Kaiser des Heiligen Römischen Reichs halten, aber für das Nächstbeste möglicherweise schon. Und so darf man gespannt sein, wer von beiden uns vom Bösen, also dem jeweils anderen, erlöst. Und ob die KI der Heilige Geist ist oder Teufelszeug.