Köln – Wo sich eine Tür schließt, weiß das Sprichwort, öffnet sich eine andere. In diesem Fall ist es die Haustür zur wundersamen, einzig aus einer Küche bestehenden WG von Mr. Boots und Captain Trulli-Wulli, die plötzlich nicht mehr aufgehen will.
Obwohl doch die Arbeit ruft – was immer die beiden von Isabella Kolb und Claudio Schulz-Keune verkörperten Fantasiegestalten arbeiten mögen. Aber gut, bleiben sie eben zu Hause und freuen sich über den geschenkten Tag, über all die Türen, die sich nun öffnen, die Tausend Möglichkeiten, die sich auftun, wenn man den Alltag einfach aussperrt.
„Was wäre wenn“, eine Coproduktion der Kölner Comedia mit dem freien Ensemble Toboso aus Essen, holt das absurd Möglichste aus dieser Grundsituation heraus, mit ganz einfachen Mitteln. Einer alten Küchenzeile, einem Tisch, einer Orangenpresse und einer höchst lebendigen Pflanze. Boots und Trulli-Wulli gehen auf Weltreise durch ihr Zimmer, mit Pizza-Kartons als Flugzeugflügeln, stürzen ab, erleben Inselabenteuer, verkrachen sich zwischendrin aber auch gewaltig, weil sich zwei Menschen nun mal selten das gleiche wünschen. Es ist ein Kinderspiel, das wie von selbst die verrücktesten Um- und Abwege nimmt (am Ende zählt die Freundschaft). Wie Regisseur Fabian Sattler diese Leichtigkeit inszeniert ist aber hohe Kunst.
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Erwachsene Begleitpersonen werden Sattlers Vorbilder erkennen: Von den Autodidakten des Stummfilms, Chaplin, Keaton, Lloyd über Jacques Tati bis zum ungarischen Theaterzauberer Viktor Bodó, für das Zielpublikum (ab 6 Jahre) dürfte aber einzig spielentscheiden sein, dass es Sattler an Einfallsreichtum mit diesen großen Namen durchaus aufnehmen kann.
Irgendwann, nach einem besonders abstrusen Was-wäre-wenn-Wunsch, wird es einer Zuschauerin zu blöd. Das wäre doch alles viel zu albern, so was gäbe es doch gar nicht, schimpft sie. Sie ist Teil der Inszenierung, alle anderen können gar nicht genug bekommen von diesem Spiel der Möglichkeiten. Und selbstredend tritt, kaum dass sie türknallend den Saal verlassen hat, genau das Gewünschte ein. Mehr kann man nicht verlangen. Selten so gut amüsiert im Theater.
Termine: 18., 19. Mai (10.30 Uhr); 1. (19 Uhr), 2., 3. (16 Uhr), 4., 5. (10.30 Uhr) Oktober



