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#allesdichtmachen: Volker Bruch stellt angeblich Mitgliedsantrag bei Querdenker-Partei

Volker Bruch ARD

Volker Bruch als Gereon Rath in „Babylon Berlin“

Foto:

ARD Degeto/X-Filme/Beta Film/Sky

Köln/Berlin -

Schauspieler Volker Bruch, der laut „Tagesspiegel“-Recherchen maßgeblich an der Organisation der Protestaktion „#allesdichtmachen“ beteiligt gewesen ist, hat einen Mitgliedsantrag bei der Querdenker-Partei „Die Basis“ gestellt. Das berichtet das Portal „netzpolitik.org“. Man habe eine auf Mitte April datierte Mitgliederliste einsehen können, wo der aus „Babylon Berlin“ bekannte Bruch unter Nummer „967“ auftauchte. Das Eintrittsverfahren sei laut Auskunft eines Sprechers noch nicht abgeschlossen.

Die Recherchen untermauern die These, dass es sich bei der Initiative der prominenten Schauspieler keinesfalls um eine spontane Aktion gehandelt hat, sondern zumindest von einigen Akteuren mit einer bestimmten politischen Zielrichtung orchestriert wurde. 

„Die Basis“ wurde im Sommer 2020 im Zuge der Proteste gegen die Corona-Maßnahmen gegründet und trat erstmals bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg an. Sie erhielt dort ein Prozent der Stimmen. Bei der Bundestagswahl will die Partei ebenfalls antreten. Prominente Kandidaten aus dem „Querdenker“- und Verschwörungstheoretiker-Milieu sind Wolfgang Wodarg, Reiner Füllmich und Sucharit Bhakdi.

Volker Bruch hatte in seinem Video über „Panikmache der Regierung“ gesprochen. Seine Angst würde nachlassen, und das würde ihm Angst machen. „Ich will wieder mehr Angst haben“, sagt Bruch ironisch. „Liebe Regierung, macht uns mehr Angst!“ lautete der Appell seines Beitrags zu #allesdichtmachen.

Zahlreiche der zunächst teilnehmenden Schauspieler sind inzwischen zurückgerudert und haben sich distanziert. Dies spricht dafür, dass ihnen die Tragweite und die Zusammenhänge der Aktion zunächst nicht klar waren und sie möglicherweise auch getäuscht wurden. Jan Josef Liefers' Beitrag ist zwar noch zu sehen, allerdings distanziert sich der „Tatort“-Star seitdem wortreich von rechtem Gedankengut.

Für Volker Bruch gilt dies nicht. Bekannt ist, dass Bruch ein ärztliches Attest besitzt, das ihn vom Tragen einer Maske befreit. Ein anderer mutmaßlicher Initiator, der Regisseur Dietrich Brüggemann, hatte nach der Empörung über  #allesdichtmachen medial sogar nachgelegt und seine Kritiker als „bisschen faschistoiden Mob“ bezeichnet. (cme)