Die Geschichten von Eisbär Knut oder Krake Paul fesselten die Nation. Ein Rückblick auf Tiere, die in Deutschland zu Medienstars wurden.
Deutschlands tierische StarsVon Knut bis Moby Dick: Diese Tiere begeisterten die Nation

Das Schicksal des Wals wird auch international verfolgt.
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Manchmal werden sie quasi über Nacht zu Berühmtheiten und ein ganzes Land verfolgt gebannt ihr Schicksal: Die Lebenswege von Tieren wie Eisbär Knut oder Krake Paul berühren die Öffentlichkeit. „Tiergeschichten sind einfach – man muss nicht nach dem Warum fragen, man hat eine grundlegende Sympathie, für die es keine weitere Recherche braucht“, erläuterte der Philosoph Kai Denker unlängst in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
In den zurückliegenden Jahrzehnten kam es in Deutschland wiederholt vor, dass einzelne Tiere enorme Beachtung fanden, bevor der Rummel um sie unerwartet abflaute. Die dpa blickt auf einige dieser tierischen Publikumslieblinge zurück.
Eisbär Knut: Vom verstoßenen Jungtier zum Star
Eisbär Knut, der 2006 im Zoo von Berlin zur Welt kam, avancierte als niedliches Jungtier zum Favoriten der Medien. Ein Tierpfleger zog ihn mit der Flasche groß, nachdem das Tier von seiner Mutter zurückgewiesen wurde. Weltweite Bekanntheit erlangten die Aufnahmen seines ersten öffentlichen Auftritts 2007, bei dem der kleine Knut seine Tatze wie zum Winken anhob. Über elf Millionen Menschen verfolgten sein Heranwachsen. Im Jahr 2011 verendete er infolge einer Entzündung des Gehirns.

Eisbär-Baby Knut grüßt 2007 mit erhobener Tatze.
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Krake Paul: Das Orakel aus Oberhausen
Als tierischer Prophet erlangte Paul, der Krake aus dem Sea Life Aquarium in Oberhausen, weltweite Bekanntheit. Eingesetzt wurde er während der Fußball-Europameisterschaft 2008 sowie der WM 2010. Bei dem Turnier in Südafrika prognostizierte er den Ausgang sämtlicher Partien der deutschen Mannschaft und auch das Finale richtig. Nach Pauls baldigem Tod wurde eigens eine Urne in Krakenform hergestellt.

War ganz schön schlau: Krake Paul.
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Alligator Sammy: Flucht am Baggersee bei Dormagen
Für internationales Aufsehen sorgte 1994 ein entwischter Brillenkaiman mit dem Namen Sammy. Sein damaliger Halter unternahm mit dem Tier einen Ausflug zu einem Baggersee nahe Dormagen (NRW). Das Reptil konnte sich dort von der Leine befreien und entkam. Die Flucht des 80 Zentimeter langen Tieres beschäftigte tagelang Polizei und Feuerwehr, während der Badesee aus Furcht geschlossen blieb. Nach fünf Tagen gelang es einem Sporttaucher, Sammy nur mit seinen Händen einzufangen.

Sammy entkam an einem Badesee.
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Beluga Moby Dick: Ein Wal im Rhein
Zu einer bekannten Erscheinung wurde vor 60 Jahren ein Belugawal, der rheinaufwärts bis nach Bonn gelangte. Das ungefähr vier Meter lange Tier erhielt den Namen Moby Dick. In großer Zahl versammelten sich Menschen am Rheinufer, um einen Blick auf den Gast aus der Arktis zu erhaschen. Im Verlauf der etwa vierwöchigen Zeit im Fluss verlor der Wal seine leuchtend weiße Farbe und wirkte immer grauer. Schließlich gelangte er nach einigen Richtungswechseln zurück in die Nordsee. (red)

Ein auf den Namen Moby Dick getaufter Beluga sorgte 1966 für Aufsehen.
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