Betreten nur auf eigene GefahrDas sind die 11 gefährlichsten Inseln der Welt

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Ein Hai im Meer vor La Réunion

Ein Hai im Meer vor La Réunion. Allein zwischen 2010 und 2017 sollen neun Touristen bei Haiattacken vor der Insel ums Leben gekommen sein. (Symbolbild)

Sie sehen paradiesisch aus, aber Sie wollen hier bestimmt keinen Urlaub machen. Wir haben die 11 gefährlichsten Inseln für Sie.

Von gefährlichen Schlangen bis hin zu radioaktiver Verstrahlung oder Anthrax-Bazillen: Diese 11 Inseln stellen eine Bedrohung für das menschliche Leben dar. Während einige dieser Inseln für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, sind für andere Genehmigungen oder kundige Führer erforderlich. Oder Sie betreten diese Inseln im wahrsten Sinne auf „eigene Gefahr“. Wir haben eine Liste für Sie zusammengestellt.


Miyake-jima / Izu-Inseln (Japan)

Die sieben Izu-Inseln sind eine Gruppe von Vulkaninseln im Fuji-Vulkangürtel, die sich von Norden nach Süden über rund 450 Kilometer erstrecken. Die Inseln gelten als Naturparadies, und Taucher schätzen die bunte Unterwasserwelt mit Korallenriffen und seltenen Meerestieren.

Einziges Manko: Der Schwefelgeruch ist unangenehm und die Bewohner wurden im Jahr 2000 (und schon einmal 1953) evakuiert, weil die Gaskonzentration zu hoch war. Fünf Jahre später durften sie zurückkehren, aber die rund 2.300 Bewohner der nur 55 Quadratkilometer großen Insel Miyake-jima müssen immer noch Gasmasken bei sich tragen. Das gilt auch für Besucher!


Saba (Niederlande)

Mit nur 13 Quadratkilometern ist Saba die kleinste bewohnte Insel der ehemaligen Niederländischen Antillen. Die „unberührte Königin“ der Karibik, wie sie von ihren 2.000 Einwohnern stolz genannt wird, sollte man am besten im Winter besuchen, denn seit 1851 wurde die Insel laut „Telegraph“ von mehr schweren Stürmen heimgesucht als jeder andere Ort der Welt.

Nach Angaben des Caribbean Hurricane Network zogen bis 2010 insgesamt 64 schwere Hurrikane über die Insel. Das ist fast alle drei Jahre einer. Die niederländische Königsfamilie, die die Insel 2011 und zuletzt im Februar 2023 besuchte, nimmt es gelassen.


Ilha da Queimada Grande (Brasilien)

Die Ilha da Queimada Grande ist eine unter Naturschutz stehende Insel, die von Tieren regiert wird. Im Volksmund ist sie als „Schlangeninsel“ oder „Insel des Todes“ bekannt, denn hier leben Tausende der giftigsten Schlangen Südamerikas, die Insel-Lanzenotter oder Goldene Lanzenotter. Die brasilianische Marine hat alle Zivilisten von der Insel verbannt, die rund 33 Kilometer vor der Küste von São Paulo liegt. Auf einer Fläche von drei Quadratmetern leben zwischen einer und fünf Schlangen.

Im Jahr 2010 und erneut 2014 wurde die Insel aufgrund ihrer besonderen Merkmale von der beliebten Top-10-Website „Listverse“ auf den ersten Platz der „Top 10 Orte, die man nicht besuchen sollte“ gesetzt. Damit liegt die Insel sogar vor der verseuchten Zone von Tschernobyl und den Schlammvulkanen in Aserbaidschan. Vielleicht auch deshalb ist das Betreten der Insel streng verboten – nur Wissenschaftler erhalten eine Ausnahmegenehmigung. Und die haben es bei der Ankunft auch nicht leicht: Die Küsten bestehen aus schroffen Felsen, die steil ins Meer abfallen. Die Wassertiefe um die Insel beträgt schlappe 45 Meter. Sandstrände gibt es keine, eine Landung gilt als sehr schwierig.


North Sentinel Island (Indien)

Diese dicht bewaldete Insel ist die Heimat einer Gruppe von Ureinwohnern, den Sentinelesen. Die Eingeborenen lehnen jeglichen Kontakt mit der Außenwelt ab und gelten als eines der letzten Völker, die von der modernen Zivilisation unberührt geblieben sind. Und sie sind Fremden gegenüber nicht freundlich gesinnt. Sie sind bereit, jeden anzugreifen, der sich der Insel nähert, und haben dies bereits mehrfach getan. 

Im November 2018 erlangte die Insel internationale Berühmtheit, als der US-amerikanische evangelikale Missionar John Allen Chau von Einheimischen getötet wurde, als er verbotenerweise die Insel betrat, um die Sentinelesen zu bekehren. Chaus Leiche wurde nicht geborgen und blieb auf der Insel. Sein Instagram-Account existiert noch heute.

Die Insel wurde 1996 zum Sperrgebiet erklärt und darf seitdem nicht mehr betreten werden. Das Verbot wird von der indischen Marine und der indischen Polizei überwacht. Neben der Aggressivität der Einheimischen fürchtet man auch, dass diese nicht gegen eingeschleppte Krankheiten gewappnet sein könnten.


Farallon-Inseln (USA)

Schon die Ureinwohner Amerikas bezeichneten sie als „Inseln des Todes“ und betraten sie unter keinen Umständen. Die 1539 vom portugiesischen Seefahrer Juan Rodriguez entdeckte Gruppe von Inseln und Felsvorsprüngen etwa 40 Kilometer westlich von San Francisco ist für Menschen nicht zugänglich, obwohl es auf der südöstlichen Farallon-Insel eine Feldforschungsstation gibt, in der einige Wissenschaftler arbeiten.

Nach Angaben des U.S. Geological Survey wurden zwischen 1946 und 1970 mehr als 47.800 Fässer und andere Behälter mit schwach radioaktivem Abfall auf dem Meeresboden westlich von San Francisco versenkt. Die genaue Lage der Behälter und das Gefährdungspotenzial für die Umwelt sind unbekannt. Eine Bergung der Abfälle vom Meeresgrund, um sie dann in speziellen Endlagerstätten zu deponieren, sollte auf Anraten der US-Umweltschutzbehörde nicht durchgeführt werden, da zu viele Risiken für die Menschen und das nähere Umfeld bestünden.


Bikini-Atoll und Enewetak (Marshallinseln)

Obwohl das Bikini-Atoll 2010 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde und von vielen Touristen besucht wird, ist es ein sehr gefährlicher Ort. Zwischen 1946 und 1958 wurden hier Atomwaffentests durchgeführt.

Nachdem die Strahlenwerte gesunken waren, kehrten 1987 einige Menschen zurück, konnten aber wegen der Strahlenbelastung auf Dauer nicht bleiben. Lebensmittel und Pflanzen waren zum Teil immer noch kontaminiert. Nach der erneuten Evakuierung ist unklar, ob das Bikini-Atoll jemals wieder dauerhaft bewohnbar sein wird.

Westlich des Bikini-Atolls liegt Enewetak, wo eine Betonkuppel errichtet wurde, um radioaktive Erde und Trümmer zu lagern. Als die Insel nach dem Zweiten Weltkrieg unter amerikanische Kontrolle kam, wurden alle Bewohner evakuiert. Auch hier wurden zwischen 1948 und 1958 über 40 Atomtests durchgeführt. Der größte Teil des Atolls ist aufgrund der hohen Kontamination und Radioaktivität für eine menschliche Besiedlung ungeeignet.


Gruinard Island (Großbritannien)

Gruinard Island gilt als die wildeste und am wenigsten bewohnte Ecke Großbritanniens. Die kleine, ovale Insel liegt auf halbem Weg zwischen Gairloch und Ullapool vor der schottischen Nordwestküste. Während des Zweiten Weltkriegs wurden auf der Insel Versuche zur biologischen Kriegsführung durchgeführt, die zu einer tödlichen Verseuchung der Insel führten. Viele Schafe wurden mit Anthrax infiziert und starben, woraufhin die Regierung die Insel unter Quarantäne stellte.

Obwohl die „Anthrax-Insel“ in den 80er Jahren dekontaminiert wurde, ist sie noch immer unbewohnt und Milzbrandsporen befinden sich laut Medienberichten noch immer im Boden. Offiziell gilt sie seit 1990 als Anthrax-frei und kann wieder für Tagesausflüge besucht werden. In zahlreichen Google-Bewertungen wird besonders der „wunderschöne Strand“ gelobt.

Doch damit nicht genug: Am Abend des 19. März 2022 brach auf der Insel Gruinard ein verheerendes Feuer aus, das sich von einem Ende zum anderen ausbreitete. Augenzeugen beschrieben das Ereignis laut der BBC als „Höllenfeuer“. Auf Fotos und Videos war eine scheinbar geschlossene Flammenwand zu sehen, die sich über die gesamte Insel erstreckte, begleitet von einer dichten Rauchwolke. Es blieb unklar, ob das Feuer natürlichen Ursprungs war oder absichtlich gelegt wurde.


Ramree (Myanmar)

Auf der scheinbar so ruhigen und beschaulichen Insel lebte einst eine riesige Population gefährlicher und gefräßiger Leistenkrokodile. Wie gefährlich sie für den Menschen waren, zeigt eine Begebenheit aus dem Zweiten Weltkrieg: 1945 gelang es britischen Truppen nach einer erfolgreichen Offensive, ein japanisches Regiment in den sumpfigen Teil der Insel zu treiben.

Diejenigen, die erkannten, wohin sie sich begeben hatten, versuchten von der Insel zu fliehen, aber nur 20 von ihnen soll es gelungen sein, der Rest – man schätzt etwa 400 Soldaten – wurde von den gefräßigen Reptilien dezimiert. Aber auch Mückenschwärme oder giftige Kettenvipern und Skorpione sollen den Männern zugesetzt haben.

Der Fall fand sogar Eingang ins „Guinness-Buch der Rekorde“ - als „schlimmste von Tieren verursachte Katastrophe aller Zeiten“. Heute ist die Geschichte umstritten, die amtlichen Aufzeichnungen dazu sind aufgrund der Wirren des Zweiten Weltkriegs lückenhaft. Auch die Krokodilpopulation soll seit den 1960er Jahren dramatisch zurückgegangen sein. Wie viele heute noch leben, ist unklar.


Insel der Wiedergeburt / Vozrozhdeniya Island (Usbekistan)

Streng genommen existiert diese usbekische Insel nicht mehr. Die „Insel der Wiedergeburt“ lag im Aralsee und wurde aufgrund von dessen Austrocknung 2002 erst zur Halbinsel und 2008 schließlich Teil des Festlandes. 

Im Jahr 1948 wurde dort ein streng geheimes sowjetisches Labor eingerichtet, in dem mit biologischen Waffen experimentiert wurde. Verschiedene Krankheitserreger wie Pocken, Milzbrand, Pest, Brucellose und Tularämie wurden getestet. 1971 wurden versehentlich waffenfähige Pocken aus dem Labor freigesetzt, die zehn Menschen infizierten und schließlich drei von ihnen töteten.

Als die Geheimhaltung in den 1990er Jahren durch einen sowjetischen Überläufer aufflog, wurden die Inselbewohner evakuiert und der Stützpunkt bis 1991 vollständig aufgegeben. Sie wurde zur Geisterinsel. Viele der zurückgelassenen Behälter wurden nicht ordnungsgemäß entsorgt oder versiegelt und sind im Laufe der Jahrzehnte undicht geworden.

Im Jahr 2001 wurde laut „The Guardian“ ein amerikanisches Forscherteam nach Vozrozhdeniya Island entsandt, um „Aufräumarbeiten“ durchzuführen. Dem Bericht zufolge waren sie erfolgreich, konnten jedoch nicht alle möglicherweise verbliebenen Erreger vernichten. Die tödliche Gefahr, die von diesem Ort ausgeht, besteht also bis heute.


Poveglia (Italien)

Poveglia, eine nur 7,5 Hektar große Insel vor Venedig, wird oft als „Insel des Wahnsinns“ oder gar als „Hölle“ bezeichnet. Kein anderer Ort in Italien, vielleicht sogar auf der ganzen Welt, soll so sehr von Geistern heimgesucht werden wie das kleine Eiland vor Venedig, das seit über 50 Jahren unbewohnt ist.

Geister aus mehreren Jahrhunderten sollen hier spuken: Zur Zeit des Römischen Reiches diente Poveglia als Zufluchtsort vor den Barbaren aus dem Norden. Im 16. Jahrhundert wurde die Insel als Begräbnisstätte für die Opfer der Pest genutzt. Rund 200 Jahre später ereilte Poveglia das Schicksal vieler Inseln weltweit: Menschen, die von der vermeintlich gesunden Gesellschaft gemieden wurden, wurden hierher verbannt. Zuerst waren es Menschen mit ansteckenden Krankheiten wie der Pest, ab den 1920er Jahren wurden auch Menschen, die als geistesgestört galten, auf die Insel gebracht. Seit den 1970er Jahren ist die Insel verlassen.

2014 geriet Poveglia international in die Schlagzeilen, als die Stadt Venedig beschloss, das Nutzungsrecht meistbietend zu versteigern. Die Venezianer protestierten heftig. Aus Sicherheitsgründen ist Poveglia nun für Besucher gesperrt und es ist geplant, die Insel erneut zu versteigern.


La Réunion (Frankreich)

Im Indischen Ozean östlich von Madagaskar gelegen, bietet La Réunion eine große Vielfalt an spektakulären Lebensräumen. Die zu Frankreich gehörende Insel beherbergt zahlreiche Vogelarten und eine reiche Meeresfauna. Aber auch zahlreiche Haie bevölkern die Ostküste. Haiarten wie Walhaie, Blauhaie, Bullenhaie, Tigerhaie, Korallenhaie und viele mehr tummeln sich hier im Wasser.

Allein zwischen 2010 und 2017 sollen neun Touristen bei Haiattacken ums Leben gekommen sein. Auch die Angriffe auf Menschen mit schweren Verletzungen sollen in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen haben. Aus diesem Grund ist das Schwimmen und Surfen an den meisten Stränden verboten. Nur an einigen ausgewählten Stränden an der Westseite der Insel ist das Baden noch erlaubt. Und auch nur dann, wenn nicht einer der zahlreichen Zyklone über die Insel fegt.

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