Abo

Live

Extremwetter im Liveblog
Deutscher Hitzerekord wohl erneut gebrochen – Ozon-Alarm in Köln

15 min

Die Extremtemperaturen haben in Deutschland und Europa erhebliche Auswirkungen – alle Informationen zur Hitzewelle im Liveblog.

Nicht nur in Köln und der Region sorgt die andauernde Hitzewelle für spürbare Auswirkungen – deutschlandweit und in großen Teilen Europas sorgen die enormen Temperaturen mitunter für Ausnahmezustand. Alle wichtigen Informationen zur Hitzewelle finden Sie in unserem Liveblog.

Samstag, 27. Juni

Hitzerekord in Deutschland nach vorläufigen Daten erneut gebrochen

16.46 Uhr: In Deutschland ist am Samstag nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erneut ein Hitzerekord aufgestellt worden. Die Messstation in Drewitz im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt habe gegen 16.30 Uhr eine Temperatur von 41,5 Grad verzeichnet, sagte ein DWD-Sprecher. Am Freitag war mit 41,3 Grad in Saarbrücken bereits ein neuer Rekordwert gemessen worden.

Ozonwerte in Köln und NRW überschreiten Alarmschwelle

15.51 Uhr: In Nordrhein-Westfalen wurden heute Ozonkonzentrationen oberhalb der Alarmschwelle von 240 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen, das teilte das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima mit. In Köln wurden im Stadtteil Chroweiler entsprechend hohe Werte gemessen. Auch in Duisburg, Bottrop, Düsseldorf, Hürth, Mönchengladbach, Mülheim und Niederzier wurde die Alarmschwelle überschritten.

Ozon kann Symptome wie Schleimhautreizungen, Atemwegsbeschwerden, Kopfschmerzen und eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit verursachen. Diese Beschwerden treten vorwiegend bei empfindlichen Personengruppen auf, zu denen etwa zehn bis zwanzig Prozent der Bevölkerung zählen. Auch Menschen mit Arbeitsplätzen im Freien, Sportler (aufgrund der erhöhten Atemfrequenz), Säuglinge und Kleinkinder (wegen ihres höheren Atemvolumens) sind besonders gefährdet.

DWD warnt vorab vor Unwettern in der Nacht auf Sonntag

15.38 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst hat eine Vorabinformation zu drohenden Unwettern am Samstagabend veröffentlicht. Demnach ziehen ab dem Abend schwere Gewitter über den Norden und Westen Deutschlands hinweg. Es müsse mit schweren Sturmböen sowie vereinzelten Orkanböen gerechnet werden. Zudem werden Starkregen und Hagel mit Korngrößen bis zu vier Zentimetern erwartet. Die Vorab-Warnung gilt für den Zeitraum von 21 Uhr am Samstagabend bis 8 Uhr am Sonntagmorgen.

Ein Blitz leuchtet über einer Landschaft auf. In der Nacht drohen Unwetter. (Archivbild)

Ein Blitz leuchtet über einer Landschaft auf. In der Nacht drohen Unwetter. (Archivbild)

ADAC meldet Hitzeschäden an elf Autobahnen in Deutschland

15.07 Uhr: Bei Temperaturen um 40 Grad Celsius zeigen sich die Folgen für Deutschlands Straßen dramatisch: Die Hitze sprengt Asphalt auf und verformt Betonplatten. Der ADAC hat Informationen der Autobahn GmbH des Bundes ausgewertet und identifiziert bereits elf Autobahnen mit Hitzeschäden, Sperrungen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Besonders stark betroffen sind demnach die A2 (mehrere Vollsperrungen zwischen Brandenburg und Niedersachsen), die A1, die A7 (Sperrung bei Hamburg bis 29. Juni), die A93 und weitere Strecken bundesweit. Ein Sprecher der Autobahn GmbH warnte gegenüber der „Bild“-Zeitung: „Bei hohen Temperaturen bitte besonders aufmerksam fahren. Wer Schäden an der Fahrbahn bemerkt, sollte diese umgehend der Polizei melden.“

Kind verbrüht sich Gesicht mit Wasser aus Gartenschlauch

14.47 Uhr: Ein siebenjähriges Kind hat sich am Freitagnachmittag in einer Kleingartenanlage im Neusser Stadtteil Weckhoven schwere Gesichtsverletzungen zugezogen. Der Grund: Das Wasser in einem Gartenschlauch, der längere Zeit in der prallen Sonne lag, wurde extrem heiß und verursachte Verbrühungen im Gesicht des Kindes.

Der Einsatz war so ernst, dass sogar ein Notarzt per Hubschrauber angefordert wurde – dieser wurde letztlich jedoch nicht benötigt. Das Kind kam mit einem Rettungswagen in eine Kinderklinik. Die Polizei geht von einem tragischen Unfall aus. Die „Rheinische Post“ hatte zuerst berichtet. 

BUND Köln ruft zur Hilfe für Wildtiere auf

14.01 Uhr: Tiere in der Stadt leiden unter der Hitze genauso wie Menschen. Der BUND Köln appelliert: Mit einem einfachen Blumenuntersetzer, gefüllt mit Wasser, kann jeder helfen. Regelmäßiges Reinigen und tägliches Auffüllen mit frischem Wasser sind wichtig.

Rettungsdienste in Deutschland am Limit

13.23 Uhr: Die Rettungsdienste in Köln sind nach Angaben der Stadt zunehmend überlastet. „Nach zehn aufeinanderfolgenden Tagen mit extremer Hitze und ohne nennenswerte nächtliche Abkühlung ist die Lage ernst“, erklärte die Stadtverwaltung. Allein in den vorherigen 24 Stunden seien sieben Menschen bewusstlos in ihren Wohnungen – überwiegend in Dachgeschossen – aufgefunden worden.

Auch in Bayern sind die Rettungskräfte aufgrund der hohen Temperaturen stark gefordert. „Hitzebedingte Einsätze, etwa wegen Kreislaufproblemen, Dehydrierung oder Erschöpfung, nehmen zu“, sagte ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes am Samstag.

35 Grad im Heim – Bewohner nach Hitze-Einsatz versorgt

12.19 Uhr: In Dormagen sind wegen gefährlicher Hitze-Entwicklung zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner eines Seniorenheims aus dem Gebäude gebracht und medizinisch versorgt worden. In der Nacht sei ein Bewohner gestorben, ob die Hitze ursächlich war, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher der Stadt im Rhein-Neuss-Kreis. Man habe sich am Morgen für umfassende vorsorgliche Maßnahmen entschieden.

Seit 7.00 Uhr waren Kräfte in dem überhitzten Gebäude im Einsatz, in dem rund 160 Seniorinnen und Senioren leben, wie es aus dem Umfeld des Feuerwehr-Einsatzes hieß. Der Stadtsprecher schilderte nach einer Krisensitzung, es sei zu enormen Temperaturen bis 35 Grad gekommen. Mehrere Krankenwagen standen vor der Einrichtung bereit.

Derzeit wird laut Stadtsprecher weiter geprüft, wer außerhalb des Gebäudes betreut werden muss. Bisher handele es sich um zehn Personen. „Wer medizinisch versorgt werden muss, den holen wir raus.“ Bei anderen Bewohnern könne es ausreichen, von oberen Etagen in die unteren, kühleren Bereiche zu wechseln. In einer Cafeteria habe man externe Klimageräte aufgebaut.

Gletscherforscher rechnet mit „sehr starkem Eisverlust“

11.17 Uhr: Die Hitzewelle in Europa setzt auch den Gletschern zu: In den Alpen sei in diesem Jahr mit einem „sehr starken Eisverlust“ zu rechnen, sagte der Schweizer Gletscherforscher Matthias Huss der Nachrichtenagentur AFP. Voraussichtlich schon am 29. Juni seien die winterlichen Schneereserven der Gletscher in diesem Jahr aufgebraucht – danach verlieren sie beim Schmelzen an Masse. Der sogenannte Gletscherschwundtag war bisher nur ein einziges Mal, im Jahr 2022, schon so früh im Jahr eingetreten.

Eis am Rhonegletscher bei Obergoms (Schweiz) am 9. August 2025.

Eis am Rhonegletscher bei Obergoms (Schweiz) am 9. August 2025.

Huss, der den Schweizer Gletschermessdienst Glamos leitet, führt dies auf die aktuelle Hitzewelle, die Hitzewelle im Mai, aber auch auf den erneut schneearmen Winter zurück. „Wir beobachten enorme Abtragungs- und Schmelzraten von Eis und Schnee im gesamten Alpenraum“, sagte Huss. Die Schmelze setze etwa drei Monate früher ein als für die Gletscher „gesund“ wäre.

DWD warnt vor möglichem neuem Hitzerekord und Unwettern

10.27 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für den Großteil Deutschlands eine Warnung vor extremer Hitze ausgegeben. „Am heutigen Samstag sind flächendeckend Temperaturen über 36 Grad erwartbar, lediglich an den Küsten ist es etwas weniger heiß“, erklärten die Experten aus Offenbach. „Lokal sind sogar 42 Grad nicht ausgeschlossen.“ Damit würde der erst am Freitag erreichte Hitzerekord erneut gebrochen. Örtlich drohen den Angaben nach zudem Gewitter und Unwetter. Mit 41,3 Grad war die bislang höchste Temperatur in Deutschland überhaupt registriert worden.

Hitzewarnung in Köln

8.47 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in Köln erneut vor extremer Hitze. Aktuell gilt die Warnung bis Samstagabend, 19 Uhr.

Zum Abend hin können zudem schwere Gewitter mit Unwetterpotenzial in NRW aufziehen. Wo genau es krachen könnte, ist noch unklar.

Unwetter in Duisburg – Bäume stürzten um

7.23 Uhr: Ein heftiges Unwetter hat in der Nacht zu Samstag Duisburg schwer getroffen. Gegen 21 Uhr zogen Gewitterzellen mit Orkanböen über das Gebiet hinweg. Die Schäden im Stadtteil Hamborn sind erheblich. Mehrere Autos wurden von herabfallenden Bäumen begraben. Ein riesiger Ast bohrte sich durch mehrere Etagen eines Mehrfamilienhauses. Die Bewohner mussten in der Nacht evakuiert werden. Angaben zu Verletzten lagen zunächst nicht vor.

Auch im Stadtteil Marxloh gab es Schäden durch umgestürzte Bäume. Dort riss ein Baum die Oberleitung einer Straßenbahn ab und blockierte die Strecke. Trotz des Unwetters geht die Hitze auch am Samstag weiter.

Mehrere Menschen kollabieren in Altenheim

6.44 Uhr: Fünf Senioren sind in einem Altenheim in Krefeld wegen der Hitze kollabiert, Dutzende weitere Bewohner mussten von der Feuerwehr auf andere Zimmer verlegt werden.

Mitarbeiter des Altenheims hatten am Freitagabend den Rettungsdienst gerufen, da mehrere Bewohner stark unter der Hitze litten, wie ein Feuerwehrsprecher erklärte. Feuerwehr und Rettungsdienst rückten mit einem Großaufgebot aus.

Alle Bewohner der im Dachgeschoss liegenden Station seien von Ärzten untersucht worden. Fünf von ihnen mussten in ein Krankenhaus gebracht werden. Knapp 40 Senioren konnten auf andere Zimmer in kühleren Stockwerken verteilt werden. Einsatzkräfte stellten zur Abkühlung auch Ventilatoren auf. Eine Klimaanlage gab es in dem Gebäude nicht, hieß es von der Feuerwehr weiter. Insgesamt dauerte der Einsatz knapp sechs Stunden.

National Express stellt Fahrten stundenlang ein

0.41 Uhr: Die Hitzewelle in Deutschland mit Temperaturen von rund 40 Grad Celsius bringt auch den Bahnverkehr an seine Grenzen – und darüber hinaus.

Für den Samstag (27. Juni 2026) hat der private Betreiber National Express eine Hitze-Pause angekündigt: Von 13 bis 19 Uhr wird der Betrieb der Rhein-Ruhr-Express-Linien RE 1, RE 4, RE 5, RE 6 und RE 11 ausgesetzt. Drei dieser Verbindungen betreffen auch den Zugverkehr in Köln. Das teilte das Unternehmen am späten Freitagabend mit.

Freitag, 26. Juni

NRW-Hitzerekord für Juni geknackt

21.52 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat im niederrheinischen Tönisvorst die bisher höchste Temperatur für einen Juni-Tag in NRW gemessen. Nach vorläufigen Angaben erreichte die Temperatur dort einen Wert von 40,2 Grad. Der NRW-Hitzerekord für Juni hatte bisher bei 38,3 Grad gelegen, gemessen am 18. Juni 2002 in Herten im Ruhrgebiet.

Der bisherige jemals gemessene Temperaturrekord wurde in NRW jedoch nicht erreicht: Er hatte bisher bei 41,2 Grad Celsius gelegen, gemessen am 25. Juli 2019 ebenfalls in Tönisvorst und in Duisburg-Baerl. Dieser bislang auch deutschlandweite Höchstwert wurde heute allerdings andernorts geknackt: In Saarbrücken-Burbach im Saarland maß der DWD eine Temperatur von 41,3 Grad.

Höchste Temperatur in Deutschland überhaupt registriert

18.27 Uhr: Jetzt ist es amtlich: Mit 41,3 Grad ist am Freitag die bislang höchste Temperatur in Deutschland überhaupt registriert worden. Der Rekordwert wurde gegen 17 Uhr an einer Wetterstation in Saarbrücken gemessen, wie eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes der Nachrichtenagentur AFP sagte. Bisher lag die Höchstmarke bei 41,2 Grad.

Sehenswürdigkeiten in London wegen hoher Temperaturen geschlossen

17.11 Uhr: Großbritannien hat am Freitag den dritten Tag in Folge einen neuen Hitzerekord für den Monat Juni verzeichnet. In Wattisham in der Grafschaft Suffolk im Südosten Englands wurden 36,9 Grad gemessen, wie die Wetterbehörde Met Office mitteilte. „Und die Temperaturen steigen weiter“, erklärte sie im Onlinedienst X.

Seit Mittwoch gilt wegen „extremer Hitze“ die Alarmstufe Rot. Sie wurde am Freitag bis Sonntagmorgen 9.00 Uhr (Ortszeit 10.00 Uhr MESZ) für den Südwesten und Südosten Englands einschließlich der Hauptstadt London verlängert. Die Wetterbehörde warnte die ganze Bevölkerung vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Auf dem Trafalgar Square suchen die Menschen unter Regenschirmen Schutz vor der Sonne.

Auf dem Trafalgar Square suchen die Menschen unter Regenschirmen Schutz vor der Sonne.

Mehrere Sehenswürdigkeiten in London wurden wegen der hohen Temperaturen geschlossen, unter anderem die Tower Bridge und das Königliche Observatorium von Greenwich. Das British Museum erklärte, es schließe früher und müsse möglicherweise einige Ausstellungsräume schließen. Hunderte Schulen blieben am Freitag ganz oder teilweise geschlossen. Mehrere Krankenhausgesellschaften schlugen Alarm, weil MRT-Geräte und IT-Systeme wegen der Hitze ausfielen.

Neuer Hitze-Rekord mit über 40 Grad erreicht

16.46 Uhr: In Deutschland sind erstmals seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in einem Juni mehr als 40 Grad Celsius gemessen worden.

An einer Wetterstation in Saarbrücken wurden nach den vorläufigen Messungen am Freitag 40,9 Grad gemessen, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes der Nachrichtenagentur AFP sagte. Der bisherige Juni-Rekordwert lag bei 39,6 Grad.

Zu wenig Sauerstoff: Flüssen droht das große Fischsterben

14.20 Uhr: Die hohen Wassertemperaturen in der Mosel haben den Sauerstoffgehalt vor allem am Oberlauf des Flusses so sinken lassen, dass dort ein Fischsterben droht. Das teilte das Umweltministerium in Mainz mit. Im Bereich von Palzem im Landkreis Trier-Saarburg liegt die Sauerstoffkonzentration im Wasser demnach mit 2,6 Milligramm pro Liter unter der für Fische kritischen Marke von 3 Milligramm.

Laut Ministerium überschritt die Mosel bereits am Mittwoch im Tagesmittel die Marke von 27 Grad Celsius, seit Donnerstag gelte das auch für Rhein und Nahe. „Die Saar wird diese Marke voraussichtlich am Wochenende erreichen.“ Das habe Folgen: An der Obermosel bei Palzem liege die Sauerstoffkonzentration mit 2,6 Milligramm pro Liter bereits unter der für Fische kritischen Marke von 3 Milligramm. „Es kann daher in diesem Bereich zu einem Fischsterben kommen.“

Belgien erlebt sein Waterloo – Historisches Spektakel abgesagt

13.01 Uhr: Wegen der anhaltenden Hitzewelle fällt die Schlacht von Waterloo in diesem Jahr aus: Die belgischen Organisatoren haben die Nachstellung der Niederlage des französischen Kaisers Napoleon wegen der hohen Temperaturen abgesagt. Sicherheit gehe vor, erklärten sie. Bei der alljährlich stattfindenden Veranstaltung treffen sich hunderte Teilnehmer in historischen Kostümen, um die berühmte Schlacht des Jahres 1815 am Ort des Geschehens nachzustellen. Das Spektakel zieht jedes Jahr tausende Schaulustige an.

Stromausfall wegen deutschem WM-Spiel

12.41 Uhr: Eine Kettenreaktion auch infolge der Hitze hat in Rüsselsheim einen größeren Stromausfall verursacht. Rund 2.000 Haushalte seien zeitweise ohne Strom gewesen, teilten die Stadtwerke mit. „Die außergewöhnlich hohen Temperaturen der vergangenen Tage sorgten für eine sehr hohe Stromnachfrage.“

Hinzu sei am Donnerstagabend eine zusätzliche Belastung des Netzes gekommen, unter anderem wegen des WM-Spiels der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. „In vielen Haushalten liefen Fernseher, Ventilatoren und Klimageräte gleichzeitig.“

CSD in Paris abgesagt

11.30 Uhr: Wegen der Hitze und der angespannten Lage in Frankreichs Krankenhäusern ist die Pariser Gay Pride abgesagt worden. Die Parade für die Gleichberechtigung queerer Menschen werde voraussichtlich im September nachgeholt, teilten die Veranstalter am Freitag mit. Auch das Musikfestival Solidays und weitere Veranstaltungen im Freien wurden abgesagt.

Die Pariser Polizei hatte die Organisatoren gebeten, die Veranstaltungen abzusagen, und zugleich mit einem Verbot per Dekret gedroht. „Die Rettungsdienste und das Gesundheitssystem sind bereits stark ausgelastet“, erklärte die Präfektur. Eine Versammlung von mehreren Hunderttausend Menschen stelle ein zu hohes Risiko für das bereits überstrapazierte Gesundheitssystem dar.

Unwetter-Potenzial in NRW steigt

10.51 Uhr: Bei der Hitze steigt auch das Unwetter-Potenzial in NRW. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ziehen erste Gewitter ab Samstagnachmittag auf, auch Unwetter könne es geben. Heiß bleibe es aber vorerst weiter.

Gewitter können schnell aufziehen: Sommerliche Wärmegewitter entstehen oft innerhalb weniger Minuten und erfordern schnelles Handeln.

Am Wochenende können vereinzelt Gewitter aufziehen. (Symbolbild)

Die Gewitter ziehen sich laut DWD durch die Nacht bis zum Sonntag. Im Verlauf des Sonntags bleibt es bewölkt, mit teils schweren Gewittern mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. Die Temperaturen sollen zwischen 30 und 35 Grad liegen.

Ab Montag entspannt sich die Hitzesituation laut der Vorhersage: Die Temperaturen sinken demnach auf 25 bis 28 Grad.

Musikfestival in den Niederlanden abgebrochen

10.21 Uhr: Wegen der großen Hitze ist im niederländischen Biddinghuizen ein Festival für elektronische Musik vorzeitig beendet worden. Alle Besucher des Hardstylefestival Defqon.1 seien um Mitternacht informiert worden, teilten die Veranstalter mit. Die rund 50.000 Besucherinnen und Besucher sollten den Campingplatz beim Festivalgelände etwa 70 Kilometer nordöstlich von Amsterdam am Freitag verlassen.

Nach der Absage des Festivals hatten nach Angaben der Polizei einige wütende Besucher in der Nacht auf dem Gelände randaliert. Doch inzwischen verlaufe der Abzug der Besucher ruhig, wie ein Sprecher des Veranstalters der Nachrichtenagentur ANP sagte. Bis 18 Uhr sollten die Menschen den Campingplatz verlassen haben.

Winterdienst im Sommer? Fahrzeug kühlt Asphalt mit Wasser

9.33 Uhr: Winterdienst bei hochsommerlicher Hitze? Auf der Landstraße 2038 in Thüringen gibt es diesen ungewöhnlichen Anblick. Statt wie im Winter Sole zu versprühen, verteilt das Winterdienstfahrzeug Wasser, wie eine Sprecherin des Landesamts für Bau und Verkehrs erklärte. Dadurch werde der Asphalt gekühlt. Zuvor hatte die „Thüringer Allgemeine“ berichtet.

Mit einem Winterdienst-Fahrzeug wird die Straße L2038 zwischen Lengefeld und der B247 im Unstrut-Hainich-Kreis bewässert, um diese zu kühlen.

Mit einem Winterdienst-Fahrzeug wird die Straße L2038 zwischen Lengefeld und der B247 im Unstrut-Hainich-Kreis bewässert, um diese zu kühlen.

In den Sommermonaten sind Asphaltstraßen teils hohen Belastungen durch Hitze ausgesetzt. Ein häufiges Problem sei die „blutende Decke“. Diese entsteht laut Sprecherin dann, wenn bei hohen Temperaturen das Bindemittel im Asphalt, das Bitumen, weich wird und an die Oberfläche steigt. Dadurch entstehe eine glänzende, klebrige Schicht, die vor allem nach längeren Hitzeperioden und bei starkem Verkehr mit schweren Fahrzeugen wie Lastwagen sichtbar wird.

Forscher: Hitzewelle ohne Klimawandel „praktisch unmöglich“

8.48 Uhr: Die Intensität der derzeitigen Hitzewelle in Europa hängt nach Einschätzung einer Wissenschaftlergruppe mit dem Klimawandel zusammen. „Der Klimawandel ist eindeutig dafür verantwortlich“, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie der internationalen Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA). Die natürliche Wärmephase durch das Wetterphänomen El Niño spiele hingegen „keine Rolle bei der Steigerung der Hitze“. Die derzeitigen extrem hohen Temperaturen am Tag und in der Nacht wären den Forschern zufolge zu diesem Zeitpunkt im Jahr vor 50 Jahren „praktisch unmöglich“ gewesen.

Die Wissenschaftler verglichen die aktuelle Lage unter anderem mit der ebenfalls außergewöhnlichen Hitzewelle von 1976. Eine vergleichbare Hitzewelle wäre vor einem halben Jahrhundert im Juni tagsüber um 3,5 Grad und nachts um 2,4 Grad weniger heiß gewesen, berechneten sie.

Tierschutzbund verlangt Stopp von Tiertransporten

8.33 Uhr: Mit Blick auf die Hitzewelle hat der Deutsche Tierschutzbund einen befristeten Stopp von Tiertransporten gefordert. „Wir appellieren an die Bundesregierung und die Bundesländer sowie an die Veterinärämter, Transportunternehmen und Landwirte, bei dieser extremen Hitze Tiertransporte auszusetzen“, sagte Präsident Thomas Schröder den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Zumindest sollten die Fahrten auf den späten Abend oder frühen Morgen verlegt werden.

Schröder erklärte, der Körper eines erwachsenen Rindes müsse bei diesen hohen Temperaturen gegensteuern - etwa durch Schwitzen. „Tiertransporte bei Hitze werden deshalb schnell zur Qual für die Tiere und sind mit erheblichen Tierschutzrisiken verbunden“, sagt er. Zugleich fehle es oft an Wasser, an Platz und an Pausen.

Feste und Sportveranstaltungen wegen Hitze abgesagt

7.37 Uhr: Wegen der Extremhitze mit Temperaturen von deutlich über 35 Grad fallen an diesem Wochenende Feste und Veranstaltungen in ganz Deutschland aus. Behörden und Verbände begründen das mit dem Schutz der Gesundheit von Teilnehmern, Besuchern und Veranstaltern. Von Freitag bis Sonntag rechnet der Deutsche Wetterdienst mit Temperaturen von bis zu 41 Grad Celsius. Auch Kommunen reagieren auf die Wetterlage. So strich die Stadt Nürnberg ihr für Samstag geplantes Bleiweißstraßenfest ersatzlos.

Schulen im Hitzestress – Verband fordert mehr Klimaschutz

7.01 Uhr: Schüler und Lehrer sollten nach Ansicht des Verbandes Bildung und Erziehung VBE besser vor Hitzewellen geschützt werden. Generell seien Arbeitgeber verpflichtet, „Gesundheitsgefährdungen zu vermeiden und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen“, sagte der VBE-Bundesvorsitzende Tomi Neckov am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin.

„Die Länder müssen diese allgemeinen Vorgaben für den Schulbereich konkretisieren und in verbindliche Regelungen überführen“, so Neckov weiter. „Dabei sollte die Bildungsministerkonferenz auf eine enge Abstimmung der Länder hinwirken.“

Hitze in Deutschland: Erste Bauern schlagen Alarm

6.33 Uhr: Sommerhitze und Trockenheit machen unter anderem den hessischen Bauern zu schaffen. Betroffen sei vor allem die Region Südhessen, wo einige Landwirte bereits mit der Ernte der Wintergerste begonnen hätten, teilte eine Sprecherin des Hessischen Bauernverbandes auf Anfrage mit.

Dort sei mittlerweile auch in den unteren Bodenschichten Trockenstress festzustellen. Auch Mittelhessen sei betroffen. Je nach Dauer werde die Trockenheit irgendwann für Kulturen, die erst später im Sommer geerntet werden, nicht mehr kompensierbar sein, „und Erträge werden sinken“.

Faltbare Fächer feiern Sommer-Comeback

6.25 Uhr: Ob in der U-Bahn oder bei Open-Air-Events: Überall wird gewedelt. Faltbare Handfächer gehören bei Hitze mittlerweile zu einem gefragten Accessoire, um sich leichte Abkühlung zu verschaffen. Es gibt die faltbaren Windmacher mit Blumenmuster, im Zebralook und längst auch mit frechen Sprüchen drauf.

Der Fächer seien wieder im Kommen - einer der Trends im Sommer, nicht nur in Berlin, meint Larissa Gleich, Gründerin eines Unternehmens in der Hauptstadt, das Fächer aus Bambus und Polyester-Stoff verkauft. Mit den Temperaturen steige auch die Nachfrage.

dpa/afp/kna/red