Die fortlaufende Weltreise des Kreuzfahrtschiffes Villa Vie Odyssey hat ein vorläufiges Ende genommen. Wie britische Medien wie die BBC und die Nachrichtenagentur Bloomberg berichten, wurden die rund 200 Passagiere an Bord in der kambodschanischen Hafenstadt Sihanoukville aufgefordert, das Schiff zu verlassen.
Die US-amerikanische Reederei Villa Vie Residences begründete den Schritt mit einer drastischen Steigerung der Treibstoffkosten im Zuge des Iran-Kriegs. Laut Unternehmensangaben stiegen die monatlichen Treibstoffausgaben pro Kabine in Teilen Asiens von durchschnittlich 1.800 US-Dollar auf bis zu 8.000 US-Dollar.
Kreuzfahrtschiff Villa Vie Odyssey muss Weltreise abbrechen
Das Unternehmen erklärte, dass Maßnahmen zur Einsparung wie eine verringerte Reisegeschwindigkeit und längere Aufenthalte in Häfen nicht ausgereicht hätten. Die vollständige Weitergabe der Kosten an die Bewohner sei keine realistische Lösung gewesen.
Die Führung der Reederei informierte die Gäste am Dienstagmorgen um 6.00 Uhr darüber, dass sie das Schiff bis 14.00 Uhr verlassen müssten. Die kommenden 60 Tage will das Unternehmen für Restrukturierungs- und Finanzierungsschritte nutzen, um eine Fortsetzung der Reise zu prüfen.
Kambodscha: Ungewisse Zukunft für Passagiere in Sihanoukville
Für viele der Reisenden bedeutet die Unterbrechung einen schweren Einschnitt. Einige Passagiere hatten ihre Häuser verkauft oder Kabinen zu Preisen zwischen 120.000 und 440.000 US-Dollar erworben, um dauerhaft auf See zu leben.

Das US-Kreuzfahrtschiff MV Odyssey liegt im Hafen von Sihanoukville.
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Das Passagierpaar Lanette Canen und Johan Bodin äußerte gegenüber der BBC Enttäuschung über das abrupte Ende: „Obwohl es Anzeichen dafür gab, dass dies passieren würde, verspürten wir immer noch Unglauben, als es Wirklichkeit wurde. Es fühlte sich an, als sei unser Traum zerschlagen worden.“ Dennoch bewerteten sie die zwei Jahre an Bord als wertvolle Erfahrung.
Andere Passagiere wie Holly Hennessey warten vorerst in Unterkünften vor Ort auf eine mögliche Wiederaufnahme der Fahrt. Hennessey erklärte: „Es stand nicht auf meiner Liste der Orte, an denen ich viel Zeit verbringen würde. Wir warten einfach.“ Die Reederei arbeitet nach eigenen Angaben an Übergangslösungen und vorübergehenden Unterkünften für die Betroffenen. (jag)

