Country-Ikone Dolly Parton („Jolene“, „9 to 5“) ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Die Musikwelt trauert um eine Ausnahmekünstlerin.
Country-Ikone gestorbenDolly Parton ist tot – Sie schrieb „I Will Always Love You“

Dolly Parton kultivierte über Jahrzehnte ein unverwechselbares Auftreten mit toupierten Perücken, funkelndem Glamour und legendärer Selbstironie, die sie stets mit ihrem berühmten Ausspruch „Man muss viel Geld ausgeben, um so billig auszusehen“ auf den Punkt brachte. (Archivbild)
Copyright: picture alliance / dpa
Die Musikwelt trauert um eine ihrer schillerndsten Persönlichkeiten: Die Country-Königin, Popstar und Schauspielerin Dolly Parton ist am 25. August im Alter von 80 Jahren verstorben. Eine offizielle Todesursache nannten die Angehörigen nicht, teilten jedoch laut dem US-Magazin „Variety“ mit, dass sie „heute friedlich in Nashville entschlafen“ sei. Die Nachricht überbrachte ihr Neffe Bryan Seaver im Namen der Familie via Instagram.
Dolly Parton „friedlich in Nashville entschlafen“
In einem emotionalen Nachruf würdigten die Hinterbliebenen die Ausnahmekünstlerin mit berührenden Worten: „Ein Leben voller Strass, das hell genug leuchtete, um von der ganzen Welt gesehen zu werden. Dolly wird für immer eine Inspiration bleiben – nicht nur durch ihre zeitlose Musik und ihr produktives Songwriting, sondern auch durch ihren Witz, ihre Wärme und ihre Freundlichkeit, mit der sie uns allen das Gefühl gab, eine Familie zu sein. Dolly Partons Vermächtnis ist geprägt von Liebe, Mitgefühl und Resilienz.“
In den Monaten vor ihrem Tod machten der Sängerin zunehmend gesundheitliche Probleme zu schaffen. Mitte August musste sie einen Termin in ihrem Themenpark Dollywood wegen Dehydrierung und Schwindel absagen und scherzte: „Mein Arzt in Nashville hat mir gewissermaßen die Flügel gestutzt und gesagt: ‚Du verreist diese Woche nirgendwohin.‘“
Bereits im Herbst 2025 hatte sie eine mit Spannung erwartete Konzertreihe in Las Vegas absagen müssen. Damals wandte sie sich offen an ihr Publikum: „Wie viele von euch wissen, habe ich mit einigen gesundheitlichen Herausforderungen zu kämpfen, und meine Ärzte sagen mir, dass ich mich ein paar Eingriffen unterziehen muss. [...]“

Dolly Parton schrieb unter anderem „I Will Always Love You“, ein Country-Superhit, der in der Coverversion von Whitney Houston zum Welthit wurde. (Archivbild)
Copyright: dpa
Auch die persönliche Annahme des Jean Hersholt Humanitarian Award bei den Governors Awards schlug sie kurz darauf aus. Bis zuletzt blieb sie dennoch kreativ involviert, unter anderem bei der Premiere des autobiografischen Bühnenstücks „Dolly: An Original Musical“ in Nashville sowie der Orchester-Konzertreihe „Dolly Parton’s Threads: My Songs in Symphony“.
Vom Appalachen-Mädchen zur weltweiten Pop- und Kino-Ikone
Geboren am 19. Januar 1946 als viertes von zwölf Kindern in einer von Armut geprägten Bauernfamilie in Tennessee, verarbeitete Parton ihre karge Kindheit früh im Klassiker „Coat of Many Colors“. Nach ihrem Schulabschluss 1964 zog sie nach Nashville und feierte ab 1967 an der Seite von Porter Wagoner große Erfolge.
Als sie 1974 die Trennung des Duos vollzog, schrieb sie den Abschiedssong „I Will Always Love You“, der zweifach an die Spitze der Country-Charts stieg und 1992 in der Coverversion von Whitney Houston zum weltweiten Megahit avancierte. Bemerkenswerterweise hielt Parton stets an den Rechten des Titels fest, nachdem sie zuvor ein Angebot von Elvis Presley abgelehnt hatte.
Über ihre herausragende Songwriting-Begabung, die ihr 25 Nummer-eins-Country-Hits einbrachte, urteilte Historiker Bill Malone: „Als Songwriterin hatte sie in der Country-Musik kaum ihresgleichen, sie lässt sich mit Merle Haggard in der Bandbreite ihrer Interessen und ihrer stilistischen Vielfalt vergleichen.“
Ab Ende der 1970er-Jahre eroberte Parton als Crossover-Star die Popcharts mit Hits wie „Here You Come Again“ und dem gemeinsam mit den Bee Gees und Kenny Rogers entstandenen „Islands in the Stream“. Parallel startete sie eine erfolgreiche Schauspielkarriere in Filmen wie „9 to 5“ (in Deutschland „Warum eigentlich … bringen wir den Chef nicht um?“), „Das schönste Freudenhaus in Texas“ und „Magnolien aus Stahl“.
Zudem bewies sie als Film- und TV-Produzentin ein feines Gespür für Hits und brachte Erfolgsformate wie die Serie „Buffy – Im Bann der Dämonen“ und die Kinokomödien um „Vater der Braut“ auf den Weg.
Nach von Kritikern gefeierten Bluegrass- und Trio-Alben mit Emmylou Harris und Linda Ronstadt feierte sie 2022 ihre Aufnahme in die Rock & Roll Hall of Fame, woraus 2023 ihr Star-besetztes Spätwerk „Rockstar“ entstand.
Unvergessenes Vermächtnis und soziales Engagement der Musiklegende
Parton kultivierte über Jahrzehnte ein unverwechselbares Auftreten mit toupierten Perücken, funkelndem Glamour und legendärer Selbstironie, die sie stets mit ihrem berühmten Ausspruch „Man muss viel Geld ausgeben, um so billig auszusehen“ auf den Punkt brachte.
Neben ihren zahllosen künstlerischen Auszeichnungen – darunter elf Grammys und zwei Oscar-Nominierungen – engagierte sie sich intensiv im sozialen Bereich. Über ihre Stiftung und die weltbekannte „Imagination Library“ setzte sie sich für die Leseförderung von Millionen Kindern sowie den Kampf gegen HIV und AIDS ein.
Nachdem im März 2025 ihr Ehemann Carl Dean im Alter von 82 Jahren verstorben war, bat die Familie nun darum, Dolly Partons Andenken mit Spenden an ihre Buchinitiative „Imagination Library“ zu ehren.

