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Eurovision Song ContestAlles zum Finale beim ESC 2026 – wo landet Deutschland?

6 min
Sarah Engels läuft mit der deutschen Fahne zu Beginn der Probe für das Finale auf die Bühne des 70. Eurovision Song Contest (ESC).

Sarah Engels läuft mit der deutschen Fahne zu Beginn der Probe für das Finale auf die Bühne des 70. Eurovision Song Contest (ESC).

25 Länder kämpfen am Samstag beim Finale des 70. ESC in Wien um den Sieg. Alle Infos zu Favoriten, Übertragung und Songs im Überblick.

Der Höhepunkt des 70. Eurovision Song Contest findet am Samstagabend (16. Mai 2026) in der Wiener Stadthalle statt. Nach zwei Halbfinalrunden treten insgesamt 25 Nationen an, um die Nachfolge des Vorjahressiegers JJ zu ermitteln. Die Entscheidung über den Sieg fällt durch eine Kombination aus den Stimmen nationaler Fachjurys und dem europaweiten Televoting.

ESC 2026: Worauf dürfen wir uns im Finale freuen?

Eröffnet wird die Show von JJ mit dem Song „The Queen of the Night“. Durch den Abend führen die Moderatoren Victoria Swarovski und Michael Ostrowski, während Emily Busvine die Künstler im Green Room empfängt, der thematisch der Wiener Kaffeehauskultur nachempfunden ist. 

ESC-Gipfel in Wien: Vorjahressieger JJ und Conchita Wurst beim Empfang des Bundespräsidenten in der Hofburg.

ESC-Gipfel in Wien: Vorjahressieger JJ (r) und Conchita Wurst (l) beim Empfang des Bundespräsidenten in der Hofburg.

Während der Abstimmungsphase wird ein umfangreiches Showprogramm zum 70. Jubiläum geboten: Neben einem Medley ehemaliger ESC-Größen wie Lordi, Erika Vikman, Kristian Kostov, Ruslana, Verka Serduchka und Max Mutzke treten der Elektro-Swing-Pionier Parov Stelar sowie Cesár Sampson mit einer Interpretation von Billy Joels „Vienna“ auf. In Deutschland beginnt die Live-Übertragung im Ersten um 21.00 Uhr.


ESC 2026: Wann startet Deutschland und wer tritt für uns an?

Deutschland ist als Teil der „Big Five“ automatisch für das Finale des Eurovision Song Contest 2026 qualifiziert. Sarah Engels tritt mit der Startnummer zwei an. Die Sängerin präsentiert ihre Empowerment-Hymne „Fire“. Mehr zu unseren Chancen finden Sie hier:


Eurovision Song Contest 2026: Das sind die fünf Favoriten im Finale

Finnland: Linda Lampenius x Pete Parkkonen – „Liekinheitin“

Finnland geht als klarer Favorit der Buchmacher in das Finale, wobei die Siegchance nach dem überragenden Auftritt im Halbfinale auf rund 44 % geschätzt wird. Damit liegt das Land, das bereits 2006 mit den Metal-Monstern von Lordi den Sieg holte, seit Wochen weit vorne. Der Song kombiniert klassische Elemente mit einer hochenergetischen Rock-Produktion und einer bildgewaltigen Inszenierung. 

Eine Besonderheit des Auftritts ist die Ausnahmegenehmigung der EBU, die es Linda Lampenius erlaubt, ihre 265 Jahre alte Violine live auf der Bühne zu spielen, da dies in diesem Jahr bei künstlerischer Begründung gestattet ist. Begleitet von massiver Pyrotechnik, die den Titel „Liekinheitin“ visuell untermalt, verschmelzen das virtuose Geigenspiel und die kraftvolle Rock-Performance zu einem der spektakulärsten Momente des diesjährigen Wettbewerbs.


Australien: Delta Goodrem – „Eclipse“

Australien entsendet in diesem Jahr mit Delta Goodrem einen ihrer größten Superstars nach Wien. Ihr Song „Eclipse“ ist eine kraftvolle Ballade à la Céline Dion, die thematisch das Zusammenspiel von Licht und Schatten sowie die Spannung zwischen Tag und Nacht behandelt. Dank ihrer überragenden stimmlichen Präsenz konnte Goodrem in den Wettquoten nach dem Halbfinale deutlich Boden gutmachen und wird mittlerweile als ernsthafte Konkurrentin für den Favoriten Finnland gehandelt.

Die Inszenierung ist exakt auf diese Dynamik abgestimmt und soll laut Goodrem „wie das Universum selbst“ wirken, wobei die Performance moderne australische Ästhetik mit der Eleganz der Gastgeberstadt Wien verbindet.

Nach den eher enttäuschenden Ergebnissen der letzten Jahre setzt „Down Under“ große Hoffnungen in den international bekannten Popstar, der 2023 auch in der Kölner Kantine ein Konzert gab. Mit ihrem Hit „Lost Without You“ hatte die 41-Jährige 2003 auch in Deutschland einen Hit und erhielt für ihr Debütalbum „Innocent Eyes“ eine Gold-Auszeichnung. 


Griechenland: Akylas – „Ferto“

Griechenland schickt mit Akylas einen Act nach Wien, der musikalisch wie inhaltlich aus der Reihe tanzt: Sein Song „Ferto“ mixt moderne Trap-Beats mit Hyper-Techno und traditioneller griechischer Folklore. Hinter der lauten Fassade steckt eine persönliche Geschichte, denn Akylas verarbeitet darin seine Erfahrungen mit Armut und Konsumwahn – Themen, die er während seiner Zeit als Kellner und Angestellter auf Kreuzfahrtschiffen hautnah miterlebt hat.

Besonders emotional: Der Song ist auch eine Hommage an seine Mutter, die zeitweise im Ausland arbeitete, um Familienschulden zu begleichen. Die Inszenierung in der Wiener Stadthalle ist als „Fiebertraum eines 90er-Jahre-Kinds“ konzipiert, inklusive eines riesigen, rotierenden Bühnenteils mit verschiedenen Themenräumen und Gaming-Animationen. Trotz des bunten Looks bleibt die Botschaft kritisch, was „Ferto“ zu einem der tiefgründigsten Beiträge des Finales macht.


Dänemark: Søren Torpegaard Lund – „Før vi går hjem“

Dänemark schickt mit Søren Torpegaard Lund einen echten Profi der dänischen Musicalszene nach Wien, der bereits Rollen in „West Side Story“ und „Kinky Boots“ verkörperte. Sein Song „Før vi går hjem“ (Bevor wir nach Hause gehen) wird komplett auf Dänisch gesungen. Lund bringt eine der gewagtesten Inszenierungen des Wettbewerbs auf die Bühne. Seine Performance spielt offen mit einer Ästhetik, die an die BDSM- und Underground-Clubszene erinnert: Während er anfangs in einer gläsernen Box agiert, wird die Atmosphäre durch dunkle Leder-Optiken und ein markantes Mesh-Top geprägt, das er nach einem Outfit-Reveal enthüllt. 

Die Kombination aus der intimen dänischen Ballade und dieser provokanten visuellen Sprache soll den Kontrast zwischen Verletzlichkeit und unterdrücktem Verlangen symbolisieren. In Fankreisen wird bereits intensiv darüber diskutiert, ob dieser stilistische Bruch dem Musical-Darsteller dabei hilft, sich im Finale von der Konkurrenz abzuheben.


Rumänien: Alexandra Căpitănescu – „Choke Me“

Rumänien kehrt nach zwei Jahren Pause mit einem Skandal-Song zurück, der die Gemüter spaltet: „Choke Me“ (Würg mich) von Alexandra Căpitănescu, eine Mischung aus Alternative Rock und modernen Pop-Elementen. Der Titel und Zeilen wie „I want you to choke me“ (Ich will, dass du mich würgst) oder „make my lungs explode“ (bring meine Lungen zum Explodieren) lösten bereits im Vorfeld heftige Proteste von Kinderschutzorganisationen und Kritikern aus, die eine Glorifizierung von Gewalt befürchteten.

Alexandra selbst verteidigt die Nummer als rein metaphorisch: Für sie symbolisiert das „Würgen“ den erstickenden Druck der Gesellschaft, Selbstzweifel und das Gefühl, an eigenen Erwartungen zu zerbrechen. Auf der Bühne in Wien wird diese Beklemmung visuell durch eine extrem physische Performance umgesetzt, die den Schmerz und den Befreiungskampf der Sängerin spürbar machen soll. Alles zum Skandal finden Sie hier:


Teilnehmerinnen und Teilnehmer im ESC-Finale 2026

  1. Dänemark: Søren Torpegaard Lund – „Før vi går hjem“
  2. Deutschland: Sarah Engels – „Fire“
  3. Israel: Noam Bettan – „Michelle“
  4. Belgien: Essyla – „Dancing on the Ice“
  5. Albanien: Alis – „Nân“
  6. Griechenland: Akylas – „Ferto“
  7. Ukraine: Leléka – „Ridnym“
  8. Australien: Delta Goodrem – „Eclipse“
  9. Serbien: Lavina – „Kraj mene“
  10. Malta: Aidan – „Bella“
  11. Tschechien: Daniel Žižka – „Crossroads“
  12. Bulgarien: Dara – „Bangaranga“
  13. Kroatien: Lelek – „Andromeda“
  14. Vereinigtes Königreich: Look Mum No Computer – „Eins, Zwei, Drei“
  15. Frankreich: Monroe – „Regarde !“
  16. Moldau: Satoshi – „Viva, Moldova!“
  17. Finnland: Linda Lampenius & Pete Parkkonen – „Liekinheitin“
  18. Polen: Alicja – „Pray“
  19. Litauen: Lion Ceccah – „Sólo quiero más“
  20. Schweden: Felicia – „My System“
  21. Zypern: Antigoni – „Jalla“
  22. Italien: Sal Da Vinci – „Per sempre sì“
  23. Norwegen: Jonas Lovv – „Ya Ya Ya“
  24. Rumänien: Alexandra Căpitănescu – „Choke Me“
  25. Österreich: Cosmó – „Tanzschein“

Wer sich schon einstimmen will, findet alle Songs des Eurovision Song Contests in der offiziellen ESC-2026-Playlist bei Spotify.


ESC 2026 im TV und Stream: Wo kann man das Finale sehen?

Die Live-Show beginnt am Samstagabend um 21 Uhr und wird in Deutschland live im Ersten (ARD) sowie auf dem Spartensender ONE übertragen. Zeitgleich steht das Finale im Livestream über die ARD Mediathek und auf eurovision.com zur Verfügung. International wird das Event wie gewohnt über den offiziellen YouTube-Kanal des Eurovision Song Contests ausgestrahlt, wobei für Nutzer in Deutschland aufgrund der exklusiven Übertragungsrechte der ARD regionale Zugriffsbeschränkungen bestehen können.

Zum Einstimmen gibt es auf YouTube ein ESC-Special mit allen Siegerinnen und Siegern von 1956 bis 2025.


Abstimmungsmöglichkeiten für Deutschland

Für das große Finale am 16. Mai 2026 stehen den Zuschauerinnen und Zuschauern in Deutschland verschiedene Wege zur Verfügung, um für ihre Favoriten abzustimmen. Da Deutschland als eines der „Big Four“-Länder direkt für das Finale qualifiziert ist, kann das deutsche Publikum am Finalabend für alle anderen Teilnehmer votieren (nur nicht für Sarah Engels selbst).

Hier sind die Details für den Abstimmungsprozess:

Abstimmungswege in Deutschland

  1. Telefon: Anrufe sind unter der Nummer 01371 3636 + die jeweilige Endziffer der Startnummer möglich. Ein Anruf aus dem deutschen Festnetz kostet 14 Cent.
  2. SMS: Eine SMS mit der Startnummer (z. B. „05“) an die 99599 senden. Die Kosten belaufen sich auf 20 Cent pro Nachricht.
  3. Offizielle App: Über die „Eurovision Song Contest App“ (verfügbar für iOS und Android) kann man ebenfalls abstimmen. Die App leitet in der Regel den Versand einer SMS ein oder ermöglicht die Abstimmung per Kreditkarte.
  4. Online-Voting: Unter „esc.vote“ kann per Kreditkarte oder über andere Online-Zahlungsdienste abgestimmt werden.

Wichtige Regeln

Anzahl der Stimmen: Pro Person und Abstimmungsweg können maximal 10 Stimmen abgegeben werden (bei den Halbfinals waren es teilweise noch andere Regelungen, im Finale greift das neue Sicherheitssystem der EBU zur Begrenzung).

Kein Voting für das eigene Land: Wie immer gilt beim ESC, dass man aus Deutschland nicht für den deutschen Beitrag stimmen kann.

Zeitfenster: Die Leitungen werden erst nach dem letzten Song des Abends geöffnet (es sei denn, die EBU führt die „Voting ab Beginn“-Regel von 2024 fort – achte hier auf die Live-Ansage in der Show).