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„So alt bin ich nicht“Gewinnt der Favorit beim ESC 2026 mit einer 245 Jahre alten Geige?

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Pete Parkkonen und Linda Lampenius boten im ersten Halbfinale eine spektakuläre Show.

Pete Parkkonen und Linda Lampenius boten im ersten Halbfinale eine spektakuläre Show. Ihr finnischer Beitrag „Liekinheitin“ ist der aktuelle Top-Favorit auf den Sieg beim Eurovision Song Contest 2026.

Geht es nach den Buchmachern, gewinnt Finnland den ESC 2026. Die Geigerin Linda Lampenius hat einen echten Schatz auf der Bühne.

Nach dem triumphalen Einzug ins Eurovision-Finale 2026 steht das finnische Duo Linda Lampenius und Pete Parkkonen im Rampenlicht. Doch die heimliche Hauptrolle spielt ein Instrument aus dem Jahr 1781.

Es war einer der emotionalsten Momente des ersten Halbfinals: Als der Name Finnland aufgerufen wurde, fiel die Last von den Schultern der beiden Künstler. „Ich bin einfach nur erleichtert und dankbar“, gestand eine strahlende Linda Lampenius kurz nach der Qualifikation im Interview mit dem ESC-Portal „wiwibloggs“. Gemeinsam mit Pete Parkkonen hatte sie das Publikum mit „Liekinheitin“ in einer feurigen Performance überzeugt – und das in ihrer Landessprache Finnisch.

Eurovision Song Contest: Die „Olympischen Spiele der Musik“

Linda Lampenius mit ihrer Gagliano-Geige, gebaut im Jahr 1781 in Neapel.

Linda Lampenius mit ihrer Gagliano-Geige, gebaut im Jahr 1781 in Neapel.

Lampenius, die in ihrer Karriere schon vor Königen und Staatsoberhäuptern spielte, vergleicht den ESC mit den „Olympischen Spielen der Musikwelt“. Dass sie nun im großen Finale steht, sieht sie nicht als Selbstverständlichkeit. Der Erfolg ist das Ergebnis harter Arbeit: Seit Oktober vergangenen Jahres probt das Duo an der komplexen Bühnenshow, die zwischen Flammenwerfern und präzisem Timing keine Fehler verzeiht. „Jede Zehntelsekunde muss perfekt sitzen“, so die Künstlerin.

Ein Partner aus der Zeit Mozarts

Das Duo Linda Lampenius und Pete Parkkonen auf der ESC-Bühne.

Eine feurige Angelegenheit: Das Duo Linda Lampenius und Pete Parkkonen auf der ESC-Bühne.

In ihren Händen hält Lampenius dabei einen echten Schatz aus der Zeit Mozarts: Eine Gagliano-Geige, gebaut im Jahr 1781 in Neapel. Das Instrument ist heute stolze 245 Jahre alt. Lampenius erwarb das kostbare Stück im Herbst 1998 in London, als sie für Aufnahmen mit „EMI Classics“ ein Instrument von Weltformat suchte. Seit fast drei Jahrzehnten ist die Gagliano nun ihre treue Begleiterin.

Ich besitze sie aber nicht schon seit 1781 – so alt bin ich dann doch nicht!
Linda Lampenius scherzhaft über ihr Instrument

Und im Halbfinale wie im Finale wird sie sogar live zu hören sein – eine kleine Sensation und ein Bruch mit einer fast 30-jährigen Tradition: Seit der Abschaffung des Orchesters im Jahr 1999 müssen Instrumente beim ESC normalerweise vom Band kommen. Doch für den finnischen Beitrag „Liekinheitin“ machte die EBU eine seltene Ausnahme und erteilte eine Sondergenehmigung für eine Live-Darbietung der Violinen-Soli.

Finnland zählt bereits seit Wochen als Top-Favorit auf den Sieg beim ESC 2026 - liegt derzeit deutlich vor Griechenland, Dänemark und Frankreich. Was macht dieses Duo so stark? Pete Parkkonen bringt es gegenüber „wiwibloggs“ auf den Punkt: „Echtheit“. Obwohl sich die beiden vor dem Projekt kaum kannten, funkte es im Studio sofort. „Wir fühlen und denken musikalisch gleich“, erklärt Lampenius die Chemie, die nun auch Europa überzeugen soll.