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Kinohits vor 50 JahrenErinnern Sie sich an diese 11 Film-Klassiker von 1976?

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Szene aus „Einer flog über das Kuckucksnest“, dem zweiterfolgreichsten Film des Jahres.

Szene aus „Einer flog über das Kuckucksnest“, dem zweiterfolgreichsten Film des Jahres. (Archivbild)

„Asterix“ und „King Kong“ kennt fast jeder: Doch welche Filme waren 1976 noch Kinohits? Einige Erfolge von damals sind fast vergessen.

1976 war ein großes Kinojahr: Millionen Zuschauer fieberten mit Helden, Monstern und schrägen Komödien auf der Leinwand mit. Während einige Filme wie „Asterix erobert Rom“ oder „Einer flog über das Kuckucksnest“ bis heute Kultstatus haben, sind andere damalige Kassenschlager fast aus dem Gedächtnis verschwunden. Ein Blick auf die 11 erfolgreichsten Filme des Jahres zeigt, welche Geschichten das Publikum vor 50 Jahren bewegten – und welche Stars damals die Kinos füllten.

11. „Der Greifer“ (1.469.950 Besucher)

Ein knallharter französischer Kriminalfilm: Jean-Paul Belmondo spielt einen geheimnisvollen Spezialisten, der im Auftrag einer nicht näher bezeichneten Organisation mit wechselnden Identitäten und unkonventionellen Methoden besonders heikle Fälle übernimmt. Dabei macht er Jagd auf einen kaltschnäuzigen Serienkiller und Raubmörder, der in der deutschen Fassung „Die Bestie“ genannt wird.

In der Rolle des gnadenlosen Gegenspielers ist Bruno Cremer zu sehen, während Regisseur Philippe Labro den Streifen stilistisch stark am amerikanischen Polizei- und Thrillerkino ausrichtete. Szenen des Films entstanden unter anderem auf dem ehemaligen Casinoschiff „Lydia“. Heute gilt der Film als ein zeitloser Klassiker des französischen 70er-Jahre-Polizeifilms und als eines der stärksten Kriminaldramen in Belmondos Karriere.


10. „Silent Movie“ (1.647.174 Besucher)

Eine Hommage von Mel Brooks an die Stummfilm-Ära: Ein ehemaliger Regisseur versucht ein Filmstudio vor dem Ruin zu retten, indem er einen Stummfilm dreht und dafür die größten Hollywood-Stars der 70er Jahre gewinnt. Für die Nebenrollen konnte Brooks Hollywood-Größen wie Paul Newman, Burt Reynolds, James Caan und Liza Minnelli gewinnen, die sich alle selbst parodieren.

Der besondere Clou des Films ist, dass trotz Musik und Geräuscheffekten nur ein einziges Wort gesprochen wird – ausgerechnet vom berühmten französischen Pantomimen Marcel Marceau, der schlicht „Nein!“ sagt. Heute genießt das Werk einen besonderen Kultstatus als mutiges filmhistorisches Experiment, das bewies, dass visuelle Slapstick-Komik auch im modernen Tonfilmkino funktioniert.

Passend zum Filmjubiläum feiert Mel Brooks 2026 seinen 100. Geburtstag. Der am 28. Juni 1926 geborene Filmemacher gilt als einer der wichtigsten Komödienregisseure Hollywoods und wurde unter anderem mit „Frankenstein Junior“ und „Die Produzenten“ weltbekannt.


9. „Die Schlümpfe und die Zauberflöte“ (1.792.000 Besucher)

Johann und sein Freund Pfiffikus müssen das Schlumpfdorf finden, nachdem eine magische Flöte, die ihre Zuhörer unkontrolliert tanzen lässt, in die Hände eines Gauners geraten ist. Die Schlümpfe fertigen eine zweite Zauberflöte an, mit deren Hilfe Johann und Pfiffikus den Dieb aufhalten wollen. 

Es handelte sich um die erste abendfüllende Kinoverfilmung mit Peyos Schlümpfen. Die mitreißende Musik komponierte der französische, dreifache Oscar-Gewinner Michel Legrand. Der Film ebnete den Weg für den späteren weltweiten Siegeszug der Schlümpfe im Fernsehen und gilt heute als nostalgischer Meilenstein der europäischen Animationsgeschichte. Er ist außerdem der einzige Film aus unserer Liste, den man aktuell kostenlos bei YouTube streamen kann (siehe oben).


8. „Tarzoon – Schande des Dschungels“ (1.827.745 Besucher)

Eine anzügliche und parodistische Zeichentrickkomödie für Erwachsene: Tarzoon, der ungeschickte Herrscher des Dschungels, muss seine entführte Gefährtin June aus den Händen einer bösen Königin befreien, die es auf Junes Haare abgesehen hat. In der US-amerikanischen Fassung wurden die Stimmen von prominenten Comedy-Stars wie John Belushi und Bill Murray eingesprochen, was dem Film dort erhebliche Aufmerksamkeit verschaffte.

Die heute fast vergessene Produktion hatte mit rechtlichen Problemen zu kämpfen, da die Rechteinhaber der Tarzan-Figur gegen den Film vorgingen. In den USA wurde der Titel daraufhin von „Tarzoon: Shame of the Jungle“ zu „Shame of the Jungle“ verkürzt und der Name der Hauptfigur in der Synchronfassung geändert. Heute gilt der belgisch-französische Zeichentrickfilm als rares und schräges Kultdokument der libertären Underground-Animation der 1970er-Jahre. Er ist außerdem derzeit nicht als Stream verfügbar.


7. „Hector, der Ritter ohne Furcht und Tadel“ (1.892.000 Besucher)

Historien-Komödie mit Bud Spencer: Im Italien des frühen 16. Jahrhunderts unterstützt der italienische Söldner Hector Fieramosca mit seinen Männern die Spanier im Kampf gegen arrogante französische Ritter. An der Seite von Bud Spencer spielten namhafte europäische Darsteller wie Philippe Leroy sowie sein langjähriger Weggefährte Enzo Cannavale.

Die Handlung lehnt sich an die historische Herausforderung von Barletta aus dem Jahr 1503 an, verändert das Geschehen für die Komödie jedoch erheblich. Für die aufwendige Produktion wurden eine spätmittelalterliche Festung rekonstruiert und Belagerungsmaschinen nach historischen Vorlagen in Originalgröße gebaut. Obwohl der Film ohne seinen gewohnten Partner Terence Hill entstand, gilt er unter Fans heute als eines der charmantesten und handwerklich aufwendigsten Solo-Werke Bud Spencers.


6. „Schlacht um Midway“ (1.940.506 Besucher)

Die Rekonstruktion der entscheidenden Seeschlacht im Pazifik zwischen den USA und Japan während des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1942. Das Ensemble des Kriegsfilms war besonders prominent besetzt und vereinte Hollywood-Legenden wie Charlton Heston, Henry Fonda, James Coburn, Glenn Ford, Robert Mitchum und Toshiro Mifune vor der Kamera.

Bei den Dreharbeiten und im Schnitt griff man ausgiebig auf dokumentarische Aufnahmen sowie Material aus älteren Spielfilmen zurück, das allerdings nicht immer genau zur dargestellten Schlacht passt.

Diese Mischung aus Archivmaterial und neu gedrehten Szenen hielt die Produktionskosten vergleichsweise niedrig. Der Film verbindet die historischen Ereignisse zudem mit erfundenen Figuren und einer fiktiven Liebesgeschichte. In entsprechend ausgestatteten Kinos wurde er im kurzlebigen „Sensurround“-Audioverfahren gezeigt, bei dem spezielle Tiefton-Lautsprecher den Kinosaal bei Explosionen spürbar zum Erbeben brachten.

Mit seinem großen Staraufgebot, den spektakulären Gefechtsszenen und dem Fokus auf Soldaten, Kameradschaft und militärischen Zusammenhalt gilt „Schlacht um Midway“ als klassischer harter Männerfilm der 1970er-Jahre.


5. „Her mit den kleinen Engländerinnen!“ (2.510.842 Besucher)

Zwei französische Schüler reisen für einen Sprachaufenthalt nach England, interessieren sich dort aber deutlich mehr für die englischen Mädchen als für den Unterricht. Der Regisseur Michel Lang besetzte die Hauptrollen überwiegend mit unverbrauchten Nachwuchsdarstellern wie Rémi Laurent, was dem Film eine authentische Leichtigkeit verleihen sollte.

Die Handlung spielt im englischen Küstenort Ramsgate und fängt den typisch britisch-französischen Kulturclash der 70er-Jahre ein. Der Überraschungserfolg entwickelte sich zu einem populären Vertreter der europäischen Teenagerkomödie und zog in Frankreich weitere ähnlich gelagerte Jugend- und Sommerkomödien nach sich. Der Film ist heute nur schwer zugänglich: Eine deutsche Streaming-Verfügbarkeit gibt es derzeit nicht, erhältlich ist lediglich eine ältere DVD-Veröffentlichung.


4. „King Kong“ (3.000.000 Besucher)

Die 70er-Jahre-Neuverfilmung des Monsterepos: Eine Erdölexpedition entdeckt auf einer abgelegenen Insel einen riesigen Gorilla, nimmt ihn gefangen und bringt ihn als Werbeattraktion nach New York. Der Blockbuster markierte das spektakuläre Filmdebüt der späteren Oscar-Preisträgerin Jessica Lange an der Seite von Jeff Bridges.

Die Dreharbeiten waren eine technische Herkulesaufgabe: Carlo Rambaldi entwickelte unter anderem mechanische Hände, Arme und eine lebensgroße hydraulische Riesenfigur. Da der riesige mechanische Kong jedoch nur eingeschränkt funktionierte, wurde der Affe im größten Teil des Films von Maskenbildner Rick Baker in einem gemeinsam mit Rambaldi entwickelten Kostüm dargestellt. Der Film war ein großer Kassenerfolg und erhielt gemeinsam mit „Flucht ins 23. Jahrhundert“ einen Sonder-Oscar für seine visuellen Effekte.

Auch in Deutschland blieb die Riesengorilla-Figur lange präsent: Im Phantasialand in Brühl gehörte eine King-Kong-Szene über Jahre zur beliebten Bootsfahrt „Hollywood Tour“. Eine mechanische Nachbildung des Filmmonsters erinnerte dort Besucher an den berühmten Leinwandaffen.


3. „Brust oder Keule“ (3.000.000 Besucher)

Ein strenger Gastro-Kritiker führt einen humorvollen Feldzug gegen einen Großindustriellen, der Frankreichs Restaurants mit minderwertigem, synthetischem Essen überschwemmen will. Es war das große Comeback von Louis de Funès nach zwei schweren Herzinfarkten und einer längeren gesundheitlichen Pause.

Als sein filmischer Sohn agierte der beliebte französische Komiker Coluche, was zu einem genialen Zusammenspiel zweier völlig unterschiedlicher Humor-Generationen führte. Ursprünglich war Pierre Richard für diese Rolle vorgesehen, bevor Coluche sie übernahm. Der Film gilt heute als vorausschauende, zeitlose Satire auf die Fast-Food-Industrie und als eines der absoluten Meisterwerke des französischen Komödienkinos.


2. „Einer flog über das Kuckucksnest“ (5.603.000 Besucher)

Oscar-prämiertes Drama mit Jack Nicholson: Ein Kleinkrimineller täuscht eine mentale Erkrankung vor, um dem Gefängnis zu entgehen, und wiegelt in der Nervenheilanstalt die Patienten gegen die tyrannische Oberschwester auf. Neben der brillanten Hauptdarstellung von Jack Nicholson brachten die Rollen der eisigen Schwester Ratched (Louise Fletcher) und des Häuptlings Bromden (Will Sampson) den beteiligten Schauspielern weltweiten Ruhm ein.

Regisseur Miloš Forman drehte im Oregon State Hospital und ließ die Darsteller zur Vorbereitung den Klinikalltag beobachten und mit Patienten sowie Mitarbeitern in Kontakt kommen. Das Meisterwerk schrieb Filmgeschichte, indem es als erst zweiter Film überhaupt die „Big Five“ der Oscars (Bester Film, Regie, Hauptdarsteller, Hauptdarstellerin und adaptiertes Drehbuch) gewann.


1. „Asterix erobert Rom“ (7.198.628 Besucher)

Das dritte Zeichentrickabenteuer der Gallier: Julius Cäsar stellt Asterix und Obelix zwölf schier unmögliche Aufgaben – lösen sie diese, wird Cäsar sie als Götter anerkennen und sich ihnen unterwerfen. Unterstützt von ihrem Freund Miraculix nehmen die beiden Gallier die Herausforderungen an, die sie unter anderem durch Sportwettkämpfe, Rätsel und gefährliche Prüfungen führen. 

Im Gegensatz zu fast allen anderen Verfilmungen basiert dieser Film nicht auf einem regulären Comic-Band, sondern wurde von den Schöpfern René Goscinny und Albert Uderzo direkt für die Leinwand geschrieben.

Die beiden entwickelten dafür die berühmte Geschichte um die zwölf Aufgaben, die lose an die Heldentaten antiker Sagenfiguren erinnert. Dadurch konnten sie Asterix und Obelix erstmals völlig frei für das Kino erzählen und neue Figuren sowie zahlreiche speziell für den Film geschaffene Gags einbauen.

Für die Produktion gründeten die beiden Asterix-Schöpfer ihr eigenes „Studio Idéfix“, um die künstlerische Kontrolle über die Qualität der Animation zu behalten. Mit knapp über sieben Millionen Besuchern ist der Film bis heute der erfolgreichste Asterix-Film nach Kinobesuchern in Deutschland und genießt Kultstatus.