Sie nennt sich „Ekat“, die deutsch-russische Star-Tänzerin Ekaterina Leonova. Viermal hat sie schon bei der RTL-Show „Let's Dance“ gewonnen. Mit ganz unterschiedlichen Partnern. Die muss sie auch selber trainieren. Und das kann manchmal ganz schön hart sein. „Du bist immer auch ein wenig Psychologin“, erzählt sie am Freitagabend in der „NDR Talk Show“. Sie hat gelernt, auf ihre Partner einzugehen.
Und sie merkt genau, wenn ihr Partner so etwas wie eine Sperre hat und nicht so performen kann, wie sie es will. Dann kann es schon mal vorkommen, dass sie sich mehrere Stunden einfach nur mit ihm unterhält. Manchmal aber kann es für den Partner richtig schwierig werden. Das ist vor zwei Jahren passiert. „Das war Detlef Soost“, erzählt sie. „Der hat am ersten Abend nach dem Training geweint.“
Ekaterina Leonova wurde in der Schule gemobbt
Vor kurzem sind ihre Memoiren erschienen. „Die habe ich aber nicht selber geschrieben“, erzählt Leonova. Ein Fan habe sie angerufen, eine junge Frau. Die wollte eine Abiturarbeit schreiben. „Da habe ich gedacht, ich müsste alles erzählen. Und dann ist aus der Abiturarbeit ein richtiges Buch geworden“, berichtet die Tänzerin stolz. Darin beschreibt sie auch ihre Zeit als Kind in Russland.
„Ich war sehr klein. Mit 15 war ich 1,46 Meter groß. Und da gab es nichts, nicht hinten, nicht vorne, gar nichts. Ich sah aus wie zehn Jahre und konnte umsonst mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, weil man dachte, ich sei ein Grundschulkind“, erzählt Ekaterina Leonova.
„Unsere Familie war nicht so reich, und deswegen hat Mama Klamotten umgenäht, damit ich eine Schuluniform hatte oder etwas Ähnliches. Ich sah nicht sehr vorteilhaft aus. Innerhalb eines Jahres bin ich gewachsen, dann war ich 1,70 Meter groß, aber es kam nichts dazu. Es hat eine Weile gebraucht, bis die Knochen eine Oberschicht bekommen haben. Mittlerweile würde sich das ausgehen.“ In der Schule sei sie aber heftig gemobbt worden, erinnert sich die Tänzerin.
Heute lebt sie in Deutschland. Nach Russland kann sie nicht oft fliegen, wegen des Krieges mit der Ukraine. Sie vermisst ihre Eltern, die sie nicht besuchen können. Ihre Mutter darf nicht fliegen, weil sie an Bluthochdruck leidet. Ihren Vater hat es noch schlimmer getroffen. Er leidet an Krebs. Ekaterina Leonova kommen die Tränen, wenn sie daran denkt.
Doch um tanzen zu können tut sie alles. Selbst bei der Ausländerbehörde in Moskau. Als sie noch in Russland lebte, wollte sie zu einem Tanzworkshop nach Deutschland. Der Beamte in Moskau war ein sehr strenger Mann und glaubte ihr nicht, dass sie eine Tänzerin ist. „Da habe ich einen Chacha getanzt, ungefähr anderthalb Minuten. Die Leute, die da saßen, haben sogar applaudiert. Der Mann schaute immer noch sehr streng. Aber er hat mir mein Visum gegeben“, lacht Ekaterina Leonova. (tsch)
