Abo

„Eine Herausforderung“Prinzessin Elisabeth schreibt mit Solo-Auftritt Geschichte

3 min
Hoher Besuch in Brüssel: Kronprinzessin Elisabeth von Belgien (rechts) begrüßt das japanische Kaiserpaar, Kaiser Naruhito und Kaiserin Masako, nach der Landung auf dem Militärflugplatz Melsbroek zu ihrem fünftägigen Staatsbesuch.

Hoher Besuch in Brüssel: Kronprinzessin Elisabeth von Belgien (rechts) begrüßt das japanische Kaiserpaar, Kaiser Naruhito und Kaiserin Masako, nach der Landung auf dem Militärflugplatz Melsbroek zu ihrem fünftägigen Staatsbesuch.

Die belgische Thronfolgerin glänzt bei ihrem ersten Solo-Auftritt: Nach dem Harvard-Abschluss empfängt sie das japanische Kaiserpaar.

Wie das US-Magazin „People“ berichtet, hat die belgische Thronfolgerin Prinzessin Elisabeth einen wichtigen Schritt auf ihrem Weg zur künftigen Königin gemacht. Die 24-Jährige übernahm am vergangenen Wochenende zum ersten Mal eine eigenständige diplomatische Rolle, indem sie Kaiser Naruhito und Kaiserin Masako von Japan offiziell zu ihrem Staatsbesuch in Belgien begrüßte. Am 20. Juni war Elisabeth das erste Mitglied der königlichen Familie, das das Kaiserpaar am Flughafen BruMil willkommen hieß. In einem weißen Outfit begrüßte sie die Gäste mit Handschlag und einem Hofknicks.

Diese Aufgabe der Erstbegrüßung ausländischer Staatsgäste wird in anderen Monarchien traditionell von hochrangigen Thronfolgern übernommen, wie etwa von Prinz William und Prinzessin Kate im Vereinigten Königreich. Am Folgetag, dem 21. Juni, nahm Elisabeth zudem gemeinsam mit ihren Eltern, König Philippe und Königin Mathilde, sowie ihren drei jüngeren Geschwistern an einem offiziellen Fototermin mit dem japanischen Kaiserpaar auf Schloss Ciergnon teil.

Prinzessin Elisabeth von Belgien: Harvard-Abschluss vor dem Staatsbesuch

Der jüngste diplomatische Auftritt folgt nur wenige Wochen auf einen bedeutenden akademischen Meilenstein der Prinzessin. Ende Mai schloss sie ihr zweijähriges Masterstudium in öffentlicher Verwaltung an der Harvard Kennedy School der Harvard University erfolgreich ab. Zuvor hatte sie bereits einen Bachelor-Abschluss in Geschichte und Politik an der Universität Oxford erworben. Ihre Eltern waren eigens nach Boston gereist, um an den feierlichen Abschlusszeremonien teilzunehmen.

Wenn Elisabeth die Nachfolge ihres Vaters antritt, wird sie als erste regierende Königin in die Geschichte Belgiens eingehen. Eine Änderung des Thronfolgegesetzes, die die absolute Primogenitur einführte, trat zehn Jahre vor ihrer Geburt in Kraft, sodass ihr Platz in der Thronfolge durch die Geburt ihrer beiden jüngeren Brüder unberührt blieb.

Thronfolge in Belgien: Elisabeth wird die erste Königin des Landes

In einem Interview mit HNL äußerte sich die Prinzessin zu ihrer künftigen Rolle: „Es ist in der Tat ein Novum und damit historisch. Das bedeutet, dass ich kein Vorbild einer regierenden belgischen Königin habe, zu dem ich aufblicken kann. Eine Herausforderung. Aber mein Geschlecht ist nicht das Einzige, was mich definiert.“

Die Gewissheit über ihre berufliche Zukunft empfindet sie als positiv: „Ich bin eigentlich froh zu wissen, was ich den Rest meines Lebens tun werde. Viele Menschen leben in Ungewissheit und wissen nicht, wohin ihr Weg führt. Es liegt eine gewisse Schönheit darin zu wissen: Das ist mein Weg, und er führt dorthin.“

Unterstützung findet die belgische Thronfolgerin auch bei Gleichaltrigen in anderen europäischen Königshäusern. Wie Prinzessin Catharina-Amalia der Niederlande kürzlich verriet, stehen die beiden gemeinsam mit Prinzessin Ingrid Alexandra von Norwegen über eine private WhatsApp-Gruppe in regelmäßigem Kontakt.

„Wir kennen uns schon lange und sehen uns gelegentlich bei Veranstaltungen“, bestätigte Elisabeth. „In meiner Generation gibt es mehrere Frauen. Man sieht eine ähnliche Veränderung auch in anderen Monarchien. Wir befinden uns alle in der gleichen Situation. Es ist eine Hürde, die wir gemeinsam nehmen werden.“