Die Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag von Kronprinzessin Victoria am 14. Juli 2027 beschäftigen die schwedische Politik. Die amtierende Regierung beabsichtigt, für das Jubiläum vier Millionen Kronen – umgerechnet etwa 365.000 Euro – aus öffentlichen Mitteln bereitzustellen.
Das Vorhaben fällt in eine Phase politischer Instabilität: Da die künftige Regierungsbildung ungewiss ist und Neuwahlen im Raum stehen, soll am 12. November zunächst ein Übergangshaushalt eingebracht werden.
Debatte über Steuergelder im Übergangshaushalt
Wie die Kolumnistin Susanne Sjöstedt in der schwedischen Tageszeitung „KT-Kuriren“ berichtet, könnte die Thronfolgerin von dieser Sonderlage profitieren. Ähnlich wie im Bereich der Verteidigung gebe es bei den Feierlichkeiten parteiübergreifenden Konsens.
Laut Finanzministerin Elisabeth Svantesson bestehe die Aussicht auf eine Einigung, „zusätzliche Steuermittel – weitere vier Millionen – für die Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag im nächsten Sommer bereitzustellen“.
Widerstand der Republikaner gegen Sonderetat
Die geplanten Mehrausgaben stoßen auf deutliche Ablehnung. Der Vorsitzende der Republikanischen Vereinigung, Niclas Malmberg, kritisierte die Bewilligung über den Notetat scharf. Er bezeichnete die Initiative als „völlig unangemessen“.
Die Königsfamilie verfüge über ausreichende eigene Mittel, um das Fest eigenständig zu tragen. Malmberg forderte die Abgeordneten des Reichstags dazu auf, „die Millionenausgaben für die Feierlichkeiten zu Ehren der Prinzessin zu stoppen“.
Ob der finanzielle Zuschuss letztlich das parlamentarische Verfahren passiert oder noch gekürzt wird, entscheidet sich bei den Haushaltsberatungen.
Traditionell wird Victorias Geburtstag am 14. Juli landesweit als „Victoriadagen“ mit TV-Konzert und Bürgerfest auf der Insel Öland gefeiert. Bei runden Jubiläen wie dem anstehenden Fünfzigsten fallen die Festakte mit Paraden, internationalen Gästen und Empfängen in Stockholm jedoch ungleich größer aus. Genau dieser protokollarische Mehraufwand treibt die Kosten in die Höhe und liefert den Kritikern nun die politische Angriffsfläche. (jag)

