45 Jahre nach den Schüssen auf US-Präsident Reagan spricht Attentäter John Hinckley Jr. über seinen Wahn um Schauspielerin Jodie Foster.
45 Jahre nach Reagan-AttentatJohn Hinckley Jr. äußert sich über Jodie Foster – „Ich wollte eine Beziehung“

John Hinckley Jr. bei einem Porträttermin in Williamsburg (Virginia) am 1. Mai 2023. Der Mann, der 1981 auf US-Präsident Ronald Reagan schoss, arbeitet inzwischen an einer Karriere als Musiker. (Archivbild)
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Mehr als 45 Jahre nach seinem Attentat auf den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan hat sich der Schütze John Hinckley Jr. in einem ausführlichen Interview erneut über seine damaligen Motive und die Schauspielerin Jodie Foster geäußert. Wie das US-Magazin „People“ unter Berufung auf eine Vorabveröffentlichung von „Entertainment Weekly“ berichtet, sprach der heute 71-Jährige im Podcast „The Mark Joseph Show“ über seinen damaligen psychischen Zustand.
Wahn um Jodie Foster: Das Motiv hinter den Reagan-Schüssen
Hinckley Jr. erklärte im Gespräch mit Moderator Mark Joseph, dass er Foster heute nur das Beste wünsche und hoffe, dass sie ein gutes Leben führe. Seine damalige Vorstellung, mit der Schauspielerin zusammenzukommen, bezeichnete er rückblickend als völlig wahnhaft.

Jodie Foster gewann später zwei Oscars. (Archivbild)
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„Ich wollte eine Beziehung mit Jodie Foster und den Rest meines Lebens mit ihr verbringen“, so Hinckley. Damals habe er jedoch fest daran geglaubt und sogar angenommen, Foster werde nach dem Anschlag zu ihm stoßen – ganz gleich, ob er im Gefängnis oder in einer Klinik landen würde.
Jodie Foster als Anschlagsziel: Hinckley spricht über Alternativplan
Auf die Nachfrage, ob Foster damals selbst in Gefahr gewesen sei, bestätigte Hinckley, dass auch sie ein potenzielles Ziel seiner Gewalttat hätte sein können. Dass letztlich Reagan und nicht Foster zur Zielscheibe wurde, bezeichnete er als „Fügung des Schicksals“.

US-Präsident Ronald Reagan vor dem Washington Hilton Hotel in Washington D.C., nur wenige Augenblicke vor dem Attentat durch John Hinckley Jr. am 30. März 1981. Reagan überlebte den Anschlag schwer verletzt. (Archivbild)
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Hinckley hatte am 30. März 1981 vor einem Hotel in Washington das Feuer auf Ronald Reagan eröffnet, um die damals 18-jährige Foster nach ihrem Auftritt im Film „Taxi Driver“ zu beeindrucken. Der US-Präsident überlebte mit schweren Verletzungen, drei weitere Personen wurden ebenfalls getroffen – darunter der damalige Regierungssprecher James Brady, der seither schwer behindert war und 2014 an den Spätfolgen verstarb.
Trauma für Jodie Foster: Die Folgen des Reagan-Attentats
Hinckley wurde wegen einer psychischen Erkrankung für unzurechnungsfähig erklärt, in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, 2016 entlassen und 2022 von sämtlichen gerichtlichen Auflagen befreit. Heute versucht er sich als Musiker, veröffentlichte mehrere Singles und 2023 ein Album mit dem Titel „Redemption“, was so viel wie „Erlösung“ bedeutet.

Unmittelbar nach den Schüssen auf US-Präsident Ronald Reagan überwältigen Sicherheitskräfte den Attentäter John Hinckley Jr. vor dem Washington Hilton Hotel, während der schwer verletzte Regierungssprecher James Brady und ein Polizist am Boden liegen. Bei dem Anschlag wurden neben Reagan und Brady auch ein Polizist sowie ein Secret-Service-Agent durch Schüsse verletzt. (Archivbild)
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Der mit über 200.000 Abrufen meistgestreamte Titel der Platte ist der Song „Never Ending Quest“. Darin thematisiert Hinckley seine anhaltende Einsamkeit sowie die Suche nach innerer Stärke und beschreibt, wie ihm das Schreiben von Poesie und Musik dabei hilft, dunkle Nächte durchzustehen. Zugleich spiegelt das Stück den fortlaufenden Versuch wider, nach den Wahnvorstellungen der Vergangenheit und der schweren Schuld einen friedlichen, eigenen Lebensweg zu finden.
Auf eine Anfrage des Magazins „People“ zu den aktuellen Aussagen Hinckleys reagierte ein Sprecher Fosters zunächst nicht.
Die zweifache Oscar-Preisträgerin, heute 63 Jahre alt, hat sich über die Jahrzehnte nur selten zu dem Vorfall geäußert. In einem Gespräch mit Jodie Comer für das „Interview“-Magazin im Juni 2024 sprach sie jedoch über das Trauma, das der Mordanschlag auf US-Präsident Ronald Reagan während ihrer Studienzeit an der Yale-Universität bei ihr hinterlassen habe. „Die Welt brach zusammen, überall waren Secret-Service-Leute, ich hatte Leibwächter und musste in ein sicheres Haus gebracht werden“, erinnerte sich Foster.

