Eine Rückkehr vor die Kamera schließt die deutsche Filmlegende aus. Auch wegen der vielen Rückschläge.
„Hätte gern losgelassen“Schauspiel-Legende Mario Adorf sehnte sich Tod herbei

Mario Adorf wird bald 95 Jahre alt. (Archivfoto)
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Mario Adorf hat schwere Zeiten durchgemacht. Die vor dem 95. Geburtstag stehende Film- und Fernsehlegende gab zu, zwischenzeitlich den Lebenswillen eingebüßt zu haben. „Die Erfahrung, die ich dieses Jahr gemacht habe, war schon sehr negativ“, sagte Adorf der Illustrierten „Hörzu“ laut einem Vorabbericht von Donnerstag. „Es gab einen Punkt, an dem ich dachte: ‚Das langt jetzt.‘ Da hätte ich eigentlich gerne losgelassen.“
Seinen Geburtstag will Adorf am 8. September im kleinen Kreis feiern. „Eine große Feier ist nicht geplant. Es wird, wie in den letzten Jahren auch, einfach ein schönes Abendessen mit acht, maximal zehn Personen“, sagte der Schauspieler. Er sei selbst überrascht, sein hohes Alter erreicht zu haben. Er fühle sich aber ganz mit sich im Reinen. „Ich habe nicht das Gefühl, dass es noch viel aufzuarbeiten gäbe.“
Mario Adorf büßt Lebenswillen ein
Dass er nach über 200 Rollen noch einmal vor die Fernsehkamera zurückkehrt, erwartet der Schauspieler nicht. „Ich bin ohne jeden Ehrgeiz in dieser Richtung - und ohne jede Hoffnung.“ Er müsse auch sehr genau überlegen, ob er es physisch überhaupt noch schaffe. „Aber es muss nicht sein.“ Dem Bericht zufolge platzten über die Corona-Pandemie drei fest eingeplante Filme mit Adorf.
Mario Adorf lebt mit seiner 1985 geheirateten Frau Monique Faye weitgehend zurückgezogen in ihrem Sommerhaus in Saint-Tropez an der Côte d’Azur. Einen Teil des Jahres verbringt er auch in Paris.
Mario Adorf lebt zurückgezogen in Saint-Tropez
Im September 2024 erhielt er den Ehrenpreis des Deutschen Fernsehpreises für sein Lebenswerk, konnte die Gala in Köln aber aus gesundheitlichen Gründen nicht beiwohnen und schickte eine Videobotschaft.
Mario Adorf ist 1930 in Zürich geborene und in Mayen (Eifel) aufgewachsen. Schauspieler. Er hat in über 200 Produktionen mitgewirkt, darunter Klassiker wie „Nachts, wenn der Teufel kam“ (1957), „Die Blechtrommel“ (1979), „Kir Royal“ (1986) oder „Der große Bellheim“ (1992). (mbr/afp)