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Sturzflut im HimalayaChinas niedrige Opferzahl wirft Fragen auf – das steckt wohl dahinter

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Rettungskräfte führen Such- und Rettungsmaßnahmen in dem von einem Schlammlawinenkatastrophe betroffenen Gebiet im Kreis Gyirong in der Autonomen Region Tibet im Südwesten Chinas durch.

Rettungskräfte führen Such- und Rettungsmaßnahmen im von der Schlammlawine betroffenen Gebiet im Himalaya durch.

Rettungskräfte führen im von einer Schlammlawine betroffenen Gebiet im Kreis Gyirong in der Autonomen Region Tibet im Südwesten Chinas Such- und Rettungsmaßnahmen durch.

Knapp eine Woche nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya wurde eine erschütternde Marke überschritten: Allein in Nepal meldete die Polizei in Kathmandu am Dienstag (1. September) 1.058 Tote, darunter 65 Kinder. Zudem wurden 390 Leichen gemeldet, die bislang nicht identifiziert werden konnten.

Auf chinesischer Seite wurden zuletzt lediglich 16 Opfer in Tibet bestätigt. Die Lage in dem Katastrophengebiet bleibt unübersichtlich, während die Zahl der Vermissten weiter auf über 5.100 ansteigt.

Sturzflut-Katastrophe: Die aktuellen Opferzahlen im Überblick

Die verheerende Katastrophe ereignete sich am vergangenen Mittwoch (26. August), als ein massiver Gletscher- und Geröllabgang im Grenzgebiet zwischen dem nepalesischen Distrikt Rasuwa und dem tibetischen Kreis Gyirong eine Sturzflut auslöste. Die gewaltige Flutwelle verwüstete den Grenzübergang Gyirong/Rasuwagadhi, riss die Freundschaftsbrücke mit sich und zerstörte zahlreiche Siedlungen, Straßen und Infrastruktur entlang des Flusssystems.

Auf nepalesischer Seite waren die Auswirkungen besonders verheerend. Auf chinesischer Seite wurde der Grenzkomplex weitgehend dem Erdboden gleichgemacht.

Während die nepalesischen Behörden täglich aktualisierte und steigende Opferzahlen veröffentlichen, hält sich die chinesische Seite bei den Zahlen sehr bedeckt. Lediglich 16 Todesopfer wurden bisher bestätigt.

Naturkatastrophe im Himalaya: Warum die chinesischen Angaben Zweifel wecken

Die chinesischen Behörden betonen, dass die Katastrophe durch einen Gletscherabgang auf nepalesischer Seite ausgelöst wurde und anschließend den tibetischen Grenzposten traf. Gleichzeitig halten sie an ihrer zurückhaltenden Opferbilanz fest und geben nur spärlich Informationen über den genauen Verlauf der Bergungsarbeiten preis.

In internationalen Medien und unter Experten wächst deshalb der Zweifel, ob die chinesischen Zahlen das wahre Ausmaß der Tragödie auf ihrer Seite vollständig abbilden oder ob nicht die tatsächliche Opferzahl deutlich höher liegt und erst nach und nach bekannt wird.

Chinesische Angaben zu Opfern werfen Fragen auf

Gleichzeitig werden von dort Hunderte Vermisste gemeldet, darunter zahlreiche ausländische Staatsangehörige. Diese Diskrepanz wirft Fragen zur Transparenz der Berichterstattung und zur Schwierigkeit der Bergungsarbeiten in dem unzugänglichen Hochgebirgsterrain auf.

Beobachter und China-Experten nennen mehrere Gründe, warum Peking die Opferzahlen niedrig hält. Tibet gilt als politisch besonders sensibles Gebiet. Eine hohe Zahl an Toten und Vermissten, darunter Ausländer, könnte unerwünschte Aufmerksamkeit auf die Kontrolle und die Grenzstabilität lenken.

Zudem würde eine niedrige Bilanz besser in das Bild eines handlungsfähigen, stabilen Staates passen, das die Führung vermitteln will. Viele Analysten vermuten daher, dass die tatsächlichen Zahlen zunächst zurückgehalten werden und erst nach und nach korrigiert werden. Die hohe Zahl der Vermissten und das Ausmaß der Zerstörung deuten jedenfalls darauf hin, dass China bislang kein vollständiges Bild zeichnet.

Experten und Beobachter weisen darauf hin, dass die Zahl der bestätigten Toten auf chinesischer Seite angesichts der Zerstörung am Grenzposten und in den umliegenden Gebieten noch steigen könnte. (mbr)