Malte Petrikat vom Kölner Kältebus erzählt im Podcast „Talk mit K“, wie sie Obdachlose unterstützen und was er als Ehrenamtler auf den Straßen erlebt.
Kölner KältebusWie geht es den obdachlosen Menschen in diesen Winternächten?

Obdachlose Menschen bekommen am Breslauer Platz von Ehrenamtlern des Kölner Kältebusses kostenlos eine warme Mahlzeit.
Copyright: Michael Bause
In Köln liegen die Temperaturen seit Wochen nachts am oder unter dem Gefrierpunkt - eine Temperatur, die lebensgefährlich ist, wenn man draußen übernachtet: Obdachlose Menschen sind in dieser Winterkälte sehr stark gefährdet. Malte Petrikat, Vorstandsvorsitzender des Vereins „Freunde der Kölner Straßen und ihrer Bewohner e.V.“, der Verein hinter dem Kölner Kältebus, spricht im Podcast „Talk mit K“ des „Kölner Stadt-Anzeiger“ über die Situation der wohnungslosen Menschen in Köln.
Jede Nacht gehen bei der Hotline des Kältebusses in kalten Nächten zwischen 20 und 30 Anrufen ein, weil Kölnerinnen und Kölner wohnungslose Menschen melden, um die sie sich Sorgen machen. Dann fährt das Team des Kölner Kältebus los - und trifft häufig auf Menschen, die ohne warme Kleidung und Schlafsack draußen sind. Petrikat spricht darüber, wie der Kältebus arbeitet, wie das Team aus Ehrenamtlern am Breslauer Platz Obdachlosen Essen, Kleidung, Schlafsäcke, Zelte und Zuwendung schenkt. „Was mich sehr positiv berührt, wenn bei der Geschenkausgabe an Weihnachten Menschen mit Tränen in den Augen stehen und sich bedanken. Das ist sehr schön“, sagt er.
Die Arbeit sei aber auch psychisch belastend. „Wir haben viele Menschen, die wir seit Jahren betreuen, wo wir den körperlichen und seelischen Verfall mit ansehen müssen.“ Er habe Menschen erlebt, die „fingen vor uns an faulen wegen Wunden am Körper.“ Auch ein Mann im Rollstuhl, dessen Beine amputiert werden sollten, beschäftigt Petrikat bis heute. „Er hat mich gefragt, was ich an seiner Stelle machen würde und hat geweint.“

Malte Petrikat vom Kölner Kältebus
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Petrikat erzählt, wie sich die Situation auf den Kölner Straßen in den vergangenen Jahren verschärft hat, warum die Menschen, die er kennengelernt hat, obdachlos geworden sind. Wenn Obdachlose plötzlich nicht mehr auftauchen, versuchen die Ehrenamtler des Kältebusses herauszufinden, was mit ihnen geschehen ist, rufen bei der Polizei, Ordnungsamt und bei den Krankenhäusern an, fragen andere obdachlose Menschen - „und dann erfahren wir manchmal, dass die Person leider schon verstorben, leider schon beerdigt ist oder dann und dann beerdigt wird. Wir versuchen, wenn möglich, zu einer Beerdigung zu gehen.“ Das sei aber „harte Recherche-Arbeit“.
Außerdem erklärt er, welche Spenden der Verein gebrauchen kann - und wie sich Menschen am besten verhalten, wenn sie Obdachlosen begegnen, die offensichtlich Hilfe brauchen. „Die Leute können sich nicht in Luft auflösen. Wenn man das Problem lösen möchte, muss man den Menschen helfen“, kritisiert er Debatten, die die Verdrängung Obdachloser von bestimmten Orten Kölns in den Fokus nehmen.
Neue Podcast-Folge jeden Donnerstag
Jeden Donnerstag um 7 Uhr gibt es eine neue Podcast-Folge „Talk mit K“, dem Talkformat des „Kölner Stadt-Anzeiger“, moderiert von Sarah Brasack und Anne Burgmer. Sie können ihn entweder hier oder auf allen gängigen Podcast-Plattformen wie Apple Podcasts, Spotify oder Deezer hören und kostenfrei abonnieren. Suchen Sie dort nach „Talk mit K“ oder „Kölner Stadt-Anzeiger“. Wenn Sie dem Podcast folgen, verpassen Sie keins der künftigen Gespräche. Eine Übersicht aller Podcasts des Kölner Stadt-Anzeiger gibt es hier.
