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Im Auftrag von Odin und LokiSerienmörder tötet 23-jährige Frau wegen eines Buttons an der Jacke

In der neuen Folge von „True Crime Köln“, der Podcast-Reihe des „Kölner Stadt-Anzeiger“, geht es um einen Mord in Bergisch Gladbach im Jahr 1996.

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Archiv/Symbolbild

Ein abgesperrter Tatort in einer ruhigen Nebenstraße in den 90er Jahren (KI generiert)

Im Februar 1996 wurde in Bergisch Gladbach die 23-jährige Patricia W. in ihrer Wohnung ermordet. Die junge Frau wurde gewürgt, auf den Hinterkopf geschlagen und erstochen, nachdem sie vergewaltigt worden war. Später stellten die Rechtsmediziner über 90 Messerstiche fest. Der Tatort habe einem Schlachtfeld geglichen, sagt der damalige Kölner Mordermittler Bernhard Hatterscheid in der neuen Folge von „True Crime Köln“, der Podcast-Reihe des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Für ihn war es der erste Fall einer Kölner Mordkommission. Nicht nur deshalb ist er für ihn bis heute ein besonderer geblieben.

Hatterscheid absolvierte damals sein Abschlusspraktikum im gehobenen Dienst und wollte Kriminalkommissar werden. Dass er gleich zu Beginn mit einem so brutalen Mord konfrontiert wurde, prägte ihn nachhaltig. Die Ermittler gingen zahlreichen Spuren nach. Der Ex-Freund des Opfers geriet ins Visier, konnte aber schnell entlastet werden. Die Ermittlungen gestalteten sich schwierig, doch dann kam es zu einer überraschenden Wende: Im Ruhrgebiet wurde nach einem Mord in Dorsten ein 27-jähriger Neonazi festgenommen. Und dieser gestand ungefragt fünf Morde – darunter den in Bergisch Gladbach. Die Polizei hatte offensichtlich einen Serienmörder verhaftet.

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Als Motiv für den Tod von Patricia W. hatte er seinem Mittäter genannt: „Linke haben kein Recht zu leben.“ Patricia W. war eine Zufallsbekanntschaft. Er hatte sie an einem Bahnhof kennengelernt, als sie einen Sticker mit der Aufschrift „Nazis raus“ trug. Er gab sich als Antifaschist aus und gewann offenbar das Vertrauen der jungen Frau, die ihm ihre Adresse gab. Bei seinen Taten habe er sich von den germanischen und nordischen Gottheiten Odin und Loki leiten lassen, sagte der Mörder im Verhör.

Opfer lebendig im Wald vergraben

Bei seinem ersten Mord hatte er seine Lebensgefährtin gezwungen, mitzumachen. Diese überraschte Bernhard Hatterscheid bei einer Autofahrt, als sie ihm unvermittelt anbot, ihn zu einem Grab in einem Wald zu führen. Dort hatte sie zusammen mit dem Serienmörder sein erstes Opfer verscharrt. Die spätere Obduktion zeigte, dass sie die junge Frau lebendig begraben hatten.

Das Landgericht Essen verurteilte den Hauptangeklagten im März 1997 zu lebenslanger Haft mit Sicherungsverwahrung. Doch die offensichtliche politische Motivation der Taten blendeten die Richter damals aus, was für Diskussionen sorgte. Über zehn Jahre später korrigierte das Bundeskriminalamt diese Einschätzung: Danach galt Patricia W. als Opfer einer politisch motivierten Straftat eines Rechtsextremisten. In Bergisch Gladbach erinnert eine Gedenktafel an die junge Frau als Opfer rechter Gewalt. Sie wurde 27 Jahre nach der Tat auf Initiative engagierter Bürgerinnen und Bürger aufgestellt. Die Inschrift lautet: „Kein Einzelfall, kein Vergessen, kein Wegschauen.“

Im Gespräch bei „True Crime Köln“ erinnert sich Bernhard Hatterscheid nicht nur an diesen spektakulären Mordfall. Er berichtet auch, wie er mit dem erlebten Leid und den schlimmen Verbrechen umgeht. „Man lernt schon menschliche Abgründe kennen und sagt dann: Das kann doch jetzt nicht wirklich passiert sein. Aber doch: Es ist passiert.“ Er habe gelernt, Abstand zu halten und nichts zu nahe an sich heranzulassen. Es gebe Fälle, die ihn bis heute beschäftigen – vorwiegend die ungeklärten. „Aber ich schlafe deshalb nicht schlechter.“

True CRime

„True Crime Köln“ erscheint alle zwei Wochen mit einer neuen Folge

Die neue Folge von „True Crime Köln“ kann man überall hören, wo es Podcasts gibt, oder über die Homepage des „Kölner Stadt-Anzeiger“.

www.ksta.de/true-crime-koeln