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„Abwegig“Angela Merkel weist Gerüchte um Spitzenamt klar zurück

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Angela Merkel schaut ernst.

Angela Merkel hat sich zur Diskussion um eine mögliche Kandidatur für das höchste Staatsamt geäußert. (Archivbild)

Die frühere Kanzlerin äußert sich zur Diskussion um eine mögliche Kandidatur für das höchste Staatsamt – und schafft Klarheit.

Laut dem „Tagesspiegel“ hat Angela Merkel Spekulationen über eine mögliche Kandidatur für das Amt der Bundespräsidentin deutlich zurückgewiesen. Eine Sprecherin ihres Büros bezeichnete entsprechende Berichte als „abwegig“. Hintergrund ist die reguläre Wahl eines Nachfolgers für Frank-Walter Steinmeier im Februar 2027.

CDU-Debatte um Nachfolge 2027 sorgt für Unruhe

Damit reagiert die frühere Kanzlerin erstmals öffentlich auf Gerüchte, die in Teilen der CDU kursierten. Konkrete Gespräche oder Planungen gebe es nicht, heißt es aus ihrem Umfeld. Auslöser der Spekulationen waren parteiinterne Überlegungen zur Wahl des Staatsoberhaupts im Februar 2027.

In einigen CDU-Kreisen war diskutiert worden, Merkel könne als überparteilich anschlussfähige Kandidatin ins Rennen gehen. Hintergrund ist auch das schwierige Verhältnis zu Friedrich Merz. Eine offizielle Initiative existiert jedoch nicht, vielmehr handelt es sich um Gedankenspiele ohne formellen Beschluss.

Grüne sehen derzeit keinen Anlass für Personaldebatte

Angela Merkel gestikuliert.

Angela Merkel hat eine mögliche Kandidatur für das Amt der Bundespräsidentin deutlich zurückgewiesen. (Archivbild)

Auch aus dem Lager der Grünen kommt laut „Rheinischer Post“ eine klare Einordnung. Die Fraktionsvorsitzende Britta Haßelmann erklärte demnach, es gebe weder Gespräche noch Entscheidungen über eine mögliche Kandidatur Merkels. Damit widersprechen auch die Grünen der Darstellung, es laufe bereits eine parteiübergreifende Abstimmung. Die Wahl des Bundespräsidenten liegt noch mehr als ein Jahr in der Zukunft.

Öffentliche Auftritte nähren politische Spekulationen

Beobachter hatten zuletzt registriert, dass Merkel wieder häufiger öffentlich auftritt und ihre Teilnahme am kommenden CDU-Parteitag angekündigt hat. Dies wurde teils als Signal gewertet, sie könne politisch erneut eine größere Rolle spielen. Mit der nun veröffentlichten Klarstellung stellt die Altkanzlerin jedoch unmissverständlich klar, dass sie keinen neuen politischen Top-Job anstrebt. Die Debatte dürfte damit vorerst beendet sein.

Angela Merkel war von November 2005 bis Dezember 2021 Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland und führte vier aufeinanderfolgende Bundesregierungen. Nach der Bundestagswahl 2021 zog sie sich aus der aktiven Tagespolitik zurück und legte auch ihr Bundestagsmandat nieder. Seither tritt sie vor allem bei Vorträgen, internationalen Konferenzen und ausgewählten politischen Veranstaltungen auf, engagiert sich in Stiftungs- und Dialogformaten und veröffentlichte ihre politischen Erinnerungen in Buchform („Freiheit“). (jag)