„Beenden Sie diesen Krieg“Baerbock attackiert Lawrow scharf – russischer Außenminister horcht auf

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Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (r., Grüne) spricht mit ihrer französischen Amtskollegin Catherine Colonna beim G20-Außenministertreffen in Neu-Delhi.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (r., Grüne) spricht mit ihrer französischen Amtskollegin Catherine Colonna beim G20-Außenministertreffen in Neu-Delhi.

Annalena Baerbock attackiert den russischen Außenminister verbal. Lawrow bleibt diesmal im Saal.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat ihren russischen Amtskollegen Sergej Lawrow bei einem G20-Treffen im indischen Neu-Delhi scharf attackiert. „Herr Lawrow, beenden Sie diesen Krieg, nicht in einem Monat, nicht in einem Jahr, tun Sie es jetzt“, appellierte Baerbock an Lawrow während des Treffens der Außenminister.

Lawrow, der beim vergangenen G20-Gipfel im indonesischen Bali noch gegangen war, bevor Baerbock und andere westliche Außenminister- und ministerinnen ihre Rede halten konnten, blieb diesmal im Saal und schaute sogar kurz nach oben, als Baerbock ihn direkt ansprach. Laut einem Bericht des „Spiegel“ kritzelte er anschließend auf einem Notizzettel herum.

Annalena Baerbock: Verbale Attacke gegen Russland – Sergej Lawrow horcht auf

Baerbock monierte in ihrer Rede, dass Russland den Fortschritt in internationalen Verhandlungen verhindern würde. „Leider verhindert einer unserer Teilnehmer, dass wir uns über die wichtigen Probleme auf dieser Erde unterhalten können“, erklärte Baerbock weiter. Stattdessen wäre der „brutale Angriffskrieg Russlands“ seit einem Jahr Hauptthema unter den G20-Ministern.

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Lawrow will in seiner Gegenrede nichts davon wissen, stellt seine eigenen Forderungen auf: „Es ist notwendig, den unrechtmäßigen Sanktionen, jeglicher Verletzung internationaler Handelsfreiheit, der Marktmanipulation, der willkürlichen Einführung von Preisobergrenzen und anderen Versuchen, sich fremde Bodenschätze anzueignen, einen Riegel vorzuschieben“, erklärt Lawrow laut Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

G20-Treffen in Indien: Baerbock optimistisch – Zurückhaltung aus Indien und China

Der Gastgeber des G20-Treffens, Indiens Premierminister Narendra Modi, gab sich erneut neutral: Es gebe viele Krisen, die es zu lösen gelte, den Ukraine-Krieg erwähnte er nicht explizit. Ebenso auch die chinesischen Vertreter, die sich bei Kritik gegenüber Moskau zurückhielten.

China war zuletzt mit Waffenlieferungen nach Russland in Verbindung gebracht worden, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte die Regierung in Peking dazu aufgefordert, dies zu unterlassen. Indien gilt als einer der größten Abnehmer russischer Waffen und vor allem von russischem Öl, das für die Energieversorgung des Landes benötigt wird.

Baerbock gab sich trotz des Gegenwinds von Amtskollege Lawrow optimistisch. „Es war wichtig, dass Herr Lawrow wenigstens zugehört hat. Fast alle G20-Teilnehmer haben deutlich gemacht, dass dieser Krieg enden muss, dass sie alle endlich Frieden wollen“, erklärte Baerbock nach Abschluss der Konferenz. (shh)

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