Nur Notdienst verfügbarApotheken protestieren bundesweit – und bleiben am Montag geschlossen

2 min
Apotheken sind für Montag (23. März) bundesweit zu einem Protesttag aufgerufen und wollen ihre Geschäfte geschlossen halten, die Versorgung soll über Notdienst-Apotheken erfolgen.

Apotheken sind für Montag (23. März) bundesweit zu einem Protesttag aufgerufen und wollen ihre Geschäfte geschlossen halten, die Versorgung soll über Notdienst-Apotheken erfolgen.

Viele Apotheken bleiben am Montag geschlossen. Die Branche fordert Hilfe von der Politik.

Apotheken veranstalten am Montag (23. März) einen bundesweiten Protesttag unter dem Motto „Apothekensterben stoppen – Koalitionsvertrag umsetzen“. Damit wollen sie auf ihre wirtschaftliche Lage aufmerksam machen und nach eigener Aussage Druck auf die Politik ausüben: Der Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung aus 2025 sieht vor, das Apothekenhonorar anzuheben; umgesetzt wurde dieses Vorhaben bislang noch nicht.

Nach Angaben des Apothekerverbands Nordrhein werden an Rhein und Ruhr zahlreiche Apotheken an diesem Tag geschlossen bleiben, auch in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf. Die Versorgung erfolge über Notdienst-Apotheken. Patientinnen und Patienten wird empfohlen, Rezepte möglichst vorab einzulösen.

13 Jahre Honorarstillstand: Apotheken beklagen Schließungswelle

Begleitet wird der Protest von zentralen Kundgebungen, unter anderem in Düsseldorf ab 12 Uhr auf dem Burgplatz, aber auch in Berlin, München und Hannover. Hintergrund: Bundesweit schließt nach Angaben der Branche inzwischen etwa alle 20 Stunden eine Apotheke dauerhaft. Seit 2013 sei die Zahl der Betriebe um rund 20 Prozent gesunken.

„Nach 13 Jahren Honorarstillstand setzt sich das Apothekensterben ungebremst fort“, heißt es von den Verbänden. Das Honorar sei zuletzt vor 13 Jahren erhöht worden. Gleichzeitig seien die Betriebskosten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, weshalb viele Apotheken nach eigenen Angaben inzwischen nicht mehr kostendeckend arbeiten.

Welche die nächstgelegene Notdienst-Apotheke ist, hängt an den geschlossenen Filialen aus. Es gibt aber auch tagesaktuelle Übersichten für den jeweiligen Stadtteil auf „aponet“. Achtung: Für die Nutzung des Notdienstes werden 2,50 Euro fällig. Spätestens am Dienstag (24. März) wollen dann alle Apotheken wieder wie gewohnt öffnen. (sbo)