Kurznachrichten von Emmanuel Macron und Mark Rutte sowie eine Landkarte – US-Präsident Trump hat erneut für Aufsehen gesorgt.
„Ich kann es kaum erwarten“Trump veröffentlicht private Nachrichten und provoziert mit Fotomontagen

US-Präsident Donald Trump. (Archivbild)
Copyright: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
US-Präsident Donald Trump hat seinen Anspruch auf die dänische Insel Grönland erneut bekräftigt. Im Zuge mehrerer Beiträge auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte Trump auch private Kurznachrichten von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Nato-Chef Mark Rutte im Kontext des Streits um Grönland.
Der Republikaner postete auch eine provokante Fotomontage, die ihn im Gespräch mit europäischen Staatschefs zeigt. Im Hintergrund ist eine Karte zu sehen, auf der nicht nur Grönland, sondern auch Kanada als US-Gebiet ausgewiesen ist.
Kanada und Grönland: Donald Trump provoziert mit Fotomontagen
Wenig später veröffentlichte Trump schließlich eine weitere Montage, die ihn zusammen mit Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio in verschneiter Landschaft zeigt. Der US-Präsident hat dabei eine amerikanische Flagge in der Hand, im Vordergrund ist ein Schild zu sehen mit der Aufschrift: „Grönland – US-Territorium seit 2026“.
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Dieser Screenshot zeigt ein Truth-Social-Beitrag von US-Präsident Donald Trump.
Copyright: Screenshot/Donald J. Trump/Truth Social
Bereits zuvor hatte Trump die private Kurznachricht von Macron öffentlich gemacht, die von Rutte folgte im Laufe des Tages. Paris bestätigte die Echtheit der Nachricht mittlerweile gegenüber Nachrichtenagenturen. Auch die Nato bestätigte, dass die Echtheit von Ruttes Worten.
Macrons Kurznachricht: „Ich verstehe nicht, was Du in Grönland tust“
Macron bringt in der von Trump veröffentlichten Botschaft sein Unverständnis über den amerikanischen Kurs bezüglich Grönland zum Ausdruck: „Mein Freund, wir sind auf einer Linie mit Blick auf Syrien. Wir können Großes in Iran vollbringen. Ich verstehe nicht, was Du in Grönland tust.“
Zudem schlägt Macron dem US-Präsidenten ein Treffen der G7-Staaten am Donnerstag in Paris vor, an dem auch Russland teilnehmen könnte. Hinzustoßen könnten zu den Gesprächen, die nach dem Weltwirtschaftsforum in Davos stattfinden sollen, demnach auch Vertreter der Ukraine, Dänemarks und Syriens.
Donald Trump postet auch Nachricht von Rutte: „Herr Präsident, lieber Donald“
Trump wird am Mittwoch in dem Schweizer Alpenort erwartet, wo er am selben Tag eine Rede halten wird. Aus der Nachricht geht auch hervor, dass Macron Trump zu einem Abendessen in Paris eingeladen hat, bevor dieser nach Washington zurückfliegt.
Ruttes Nachricht, ebenfalls in freundlichem Tonfall verfasst, handelt von ähnlichen Themen. „Herr Präsident, lieber Donald – was Sie in Syrien heute erreicht haben, ist unglaublich. Ich werde meine Auftritte in Davos nutzen, um ihre Arbeit dort, in Gaza und in der Ukraine herauszustellen", schreibt Rutte dort. Auf was sich Rutte in Syrien genau bezog, blieb zunächst unklar.
Donald Trump will Grönland zu US-Territorium machen
„Ich bin fest entschlossen, in Sachen Grönland einen Weg nach vorn zu finden", heißt es schließlich auch vom Nato-Chef. „Ich kann es kaum erwarten, Sie zu sehen. Ihr Mark“, schreibt Rutte außerdem noch. Trump bedankte sich in seinem Posting für die Nachricht und ließ so den Eindruck entstehen, der lobhudelige Tonfall des Nato-Generalsekretärs habe ihm gefallen.
Der US-Präsident will Dänemark weiterhin dazu bringen, den USA die Arktisinsel zu verkaufen und setzt dabei immer wieder auf lautstarke Drohungen. Auch militärische Gewalt hat Trump nicht ausgeschlossen. Deutschland, Frankreich und weitere Staaten hatten daraufhin als Zeichen der Solidarität mit Dänemark Soldaten zu einer Aufklärungsmission nach Grönland geschickt.
Der Republikaner kündigte daraufhin am Samstag an, ab dem 1. Februar Strafzölle auf Waren aus Deutschland und anderen europäischen Nato-Ländern zu verhängen. Damit will er den Widerstand gegen einen Verkauf Grönlands an die USA brechen.
Donald Trump hat bereits zuvor private Nachrichten veröffentlicht
Dass Trump private Nachrichten anderer Staatschefs veröffentlicht ist unterdessen nicht neu. Beirets in der Vergangenheit hatte es dabei Rutte getroffen. Im Juni 2025 veröffentlichte Trump ähnliche Schmeicheleien des Nato-Chefs vor einem Gipfel des Verteidigungsbündnisses.
Seinerzeit hatte er Ruttes Glückwünsche zum damaligen US-Vorgehen im Iran geteilt. „Das war wirklich außergewöhnlich und etwas, das sich sonst niemand getraut hat. Es macht uns alle sicherer“, schrieb der Nato-Generalsekretär damals.
Genauso fand eine Privatnachricht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im September 2024 über Truth Social ihren Weg an die Weltöffentlichkeit. In einer SMS, die der stellvertretende ukrainische Botschafter in Washington weiterleitete, bat Selenskyj vor seiner US-Reise den damaligen Präsidentschaftskandidaten Trump um ein Treffen in New York: „Ich halte es für wichtig, dass wir persönlich in Kontakt treten und uns hundertprozentig verstehen.“ Unterzeichnet war die Nachricht mit „Wolodymyr“. (mit dpa)

